Werlaburgdorf
Werlaburgdorf, nahe der ehemaligen Pfalz Werla, ist ein Dorf der Samtgemeinde Schladen im Landkreis Wolfenbüttel (Niedersachsen). Der Ortsname Werlaburgdorf existiert erst seit 1958, vorher hieß der Ort Burgdorf.Ehemals wenige Kilometer von Schladen gelegen, beweist die Geschichte der Pfalz ("Palast", von lateinisch palatium; althochdeutsch "phalanza") die Bedeutung des südlichen Landkreises Wolfenbüttel für die Könige des Deutschen Reiches. Die älteste Nennung findet sich in einer Urkunde des Jahres 931, die König Heinrich I ebendort anfertigte. Ein Blick auf die Königsaufenthalte zeigt, dass keiner der fünf deutschen Herrscher von Heinrich I bis Heinrich II in der Aufzählung fehlt. Danach sieht es so aus, als wäre die Werla besonders im Frühjahr ein beliebter Aufenthaltsort der Könige gewesen.
Unter Heinrich II. deutet sich bereits die künftige Rolle Goslars an, wo inzwischen reiche Silbererzvorkommen ausgebeutet wurden. Auf seinen kaiserlichen Befehl wird 1017 die Pfalz-Funktion dorthin übertragen. Sein Nachfolger, Konrad II, hält noch eine Reichsversammlung an der alten Stätte ab, aber seine Bemühungen konzentrieren sich bereits auf den neuen königlichen Bezirk am Nordrand des Harzes. Das letzte Mal lädt 1180 ein deutscher König zum Hoftag auf der Werla ein: Friedrich Barbarossa wählte mit Bedacht diesen so sehr in der sächsischen Geschichte verwurzelten Ort, um die Bestrafung Herzog Heinrichs des Löwen in die Wege zu leiten.
Man kann sich nur darüber wundern, dass die königliche Stätte hoch über der Oker danach weitgehend in Vergessenheit geriet, da von einigen die Elmsburg als die eigentliche Werlaburg angesehen wird. Erst im 19. Jahrhundert, nachdem die Pfalz an den unterschiedlichsten Orten vermutet worden war, verstärkten sich die Hinweise auf den Kreuzberg zwischen Burgdorf und Schladen. Eine kurze Grabung auf der von Lüntzel angegebenen Fläche bei Schladen förderte dort einige Mauerzüge zutage; dies nahm man als Beleg und setzte dort 1875 einen Gedenkstein, der noch heute steht. Sichere Erkenntnisse brachten aber erst die groß angelegten Ausgrabungen von 1934 bis 1939 und in den Jahren zwischen 1957 und 1964. Zuvor hatten schon Luftbilder mit ihren linienhaften Verfärbungen in den angrenzenden Ackerflächen auf die gewaltigen Ausmaße der Pfalz hingewiesen, so wie sie nach den verschiedenen Ausbaumaßnahmen entstanden war. An die Kernburg auf dem vorderen Teil des Plateaus, das sich 18 m über dem Fluss erhebt, schlossen sich zwei Vorburgen an. Insgesamt war ein Areal von rund 20 Hektar in die Befestigung einbezogen.
Welch eine günstige Landschaftsposition hier gegeben war, zeigt sich am besten, wenn man sich aus Richtung Schladen nähert. Der Wanderweg führt links der Oker durch die Flussniederung. Nach zwei Kilometern erhebt sich steil das fast 20 m hohe Plateau des Kreuzberges, auf dem die Pfalz gelegen war, zweifellos in einer beherrschende Lage über dem kilometerbreiten Okertal.






