Weltanschauung
Der Begriff Weltanschauung bezeichnet ursprünglich
- die subjektive Vorstellung von der Welt. "dessen Idee eines Noumenons (Verstandeswesens), welches selbst keine Anschauung verstattet, aber doch der Weltanschauung, als bloßer Erscheinung, zum Substrat untergelegt wird" (Immanuel Kant). Später
- die seelisch-geistige Grundhaltung: "in diesem Augenblicke empfing er in seiner melancholisch-humoristischen weltanschauung die Gestalt des Till" (Immermann). Und schließlich
- ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ein philosophisches bzw. ideologisches System.
Eine Weltanschauung gibt einen Begriff davon, wie die Welt funktioniert und strukturiert ist (was ist die Wirklichkeit), gibt eine Erklärung dafür, warum die Welt so funktioniert und strukturiert ist (warum ist die Wirklichkeit so), und eine Extrapolation dieser Funktion und Struktur in die Zukunft (wie wird sich die Welt entwickeln).
Weiter beinhaltet eine Weltanschauung ethische Werte, die sich aus dieser Sicht der Wirklichkeit ableiten lassen und eine Epistemologie.
Weltanschauungen beinhalten die Antwort auf Fragen wie
- Was ist die Wirklichkeit?
- Was ist die Natur der Welt?
- Was ist ein Mensch?
- Was geschieht nach dem Tod?
- Warum ist es möglich, überhaupt etwas zu wissen?
- Woher wissen wir, was richtig und falsch ist?
- Was ist der Sinn der menschlichen Geschichte?
- Gibt es einen Gott?
- Hat der Mensch einen freien Willen?
Beispiele für Weltanschauungen:
- Atheismus
- Agnostizismus
- Deismus
- Existenzialismus
- materialistische Weltanschauung
- Naturalismus
- nationalsozialistische Weltanschauung
- New Age
- Nihilismus
- Pantheismus
- Postmodernismus
- Theismus
- Naturwissenschaft = naturwissenschaftliche Weltanschauung
- Skeptizismus






