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Waschbären

{| border="1" cellspacing="0" style="float:right;margin-left:0.5em" ! align="center" bgcolor="#ffc0c0" | Waschbären |- | align="center" |
Nordamerikanischer Waschbär |- ! align="center" bgcolor="#ffc0c0" | Systematik |- | {| border="0" |- | Ordnung: || Raubtiere (Carnivora) |- | Überfamilie: || Hundeartige (Canoidea) |- | Familie: || Kleinbären (Procyonidae) |- | Unterfamilie: || Procyoninae |- | Gattung: || Waschbären (Procyon) |} |}

Waschbären sind gekennzeichnet durch einen breiten Kopf mit spitzer Schnauze, runde Ohren und eine kompakte Gestalt. Alle Arten haben eine schwarze Maskenzeichnung im Gesicht, die weiß umrandet ist.

Table of contents
1 Arten
2 Nordamerikanischer Waschbär
3 Krabbenwaschbär
4 Inselwaschbären
5 Sibirischer Waschbär
6 Literatur

Arten

Die beiden erstgenannten Arten sind am weitesten verbreitet, nämlich die erste Art in ganz Nord- und Mittelamerika, die zweite in weiten Teilen Südamerikas. Die letzten fünf sind zwergwüchsige Inselformen.


Nordamerikanischer Waschbär

Nordamerikanischer Waschbär

Lebensraum

Verbreitet ist der Nordamerikanische Waschbär vom Süden Kanadas über fast die gesamten USA und Mexiko bis nach Costa Rica. Er ist ein Waldbewohner, der offenes Gelände meidet. Besonders wird man ihn in der Nähe von Sümpfen und Teichen finden.

In Europa vorkommende Tiere sind aus Zoos oder Pelztierfarmen entkommen oder ausgesetzt worden und breiten sich auch heute weiter aus. Das für die heutige Verbreitung des Waschbären in Europa wichtigste Ereignis war das Aussetzten von zwei Waschbärpärchen im Frühling 1934 am hessischen Edersee. Obwohl es auch schon vorher Ansiedelungsversuche gegeben hatte, erwies sich keiner derart erfolgreich, wie jener am Edersee. Das Gebiet um den Edersee stellt in vieler Hinsicht einen fast optimalen Lebensraum für Waschbären dar. Die Verbreitung von diesem Zentrum aus erfolgte schnell und dauerhaft. 1956 wurde der Bestand auf 285 Tiere geschätzt, 1970 schon auf etwa 20.000 und im Jahre 2003 dürften fast alle Waschbären Deutschlands, deren Zahl auf mehrere Hunderttausend geschätzt wird, außer jenen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin auf die beiden Paare vom Edersee zrückgehen. Genetische Untersuchungen zeigen, dass wohl fast alle im oben Genannten Gebiet vorkommenden Waschbären auf etwa vier Gründertiere zurückgehen. Obwohl durch diesen Gründereffekt ein genetischer Flaschenhals entstanden ist, scheinen sich die Waschbären problemlos weiter auszubreiten. Heute kann man diese Waschbärn in fast ganz Deutschland, sowie in Teilen Österreichs, Dänemarks und der Schweiz finden. Ein Entweichen von etwa zwei Dutzend Waschbären nach einem Bombentreffer auf ein Waschbärgehege in Wolfshagen bei Straußberg in Brandenburg im Jahre 1945 führt zu einem weiten Ausbreitungsherd. Die daraus entstande Population lässt sich bis heute genetisch und parasitologisch von der Edersee-Population unterscheiden, obwohl beide Populationen wohl gerade dabei sind, irgendwo in den neuen Bundesländern zu verschmelzen.

Weitere erfolgreiche Ansiedelungen erfolgten 1966 in der Nähe des NATO-Stützpunktes Couvron in der Nähe von Laon in Nordfrankreich durch amerikanische Soldaten, die übereilt nach Vietnam verlegt wurden und ihre Waschbärmaskottchen in nahegelegenen Wäldern aussetzten. Darüberhinaus gibt es ein recht großes Vorkommen im Kaukasus, das auf Ansiedelungen im Jahre 1941 zurückgeht und ein Vorkommen im Süden Weißrusslands (Erstansiedelung 1954).

In Nordamerika und Teilen Deutschlands Kassel, Bad Karlshafen (Nordhessen) haben sich sich zum Kulturfolger entwickelt und leben in Städten und Gärten, wo sie sich auch von Abfällen ernähren.

Lebensweise

Waschbären sind Allesfresser, die Pflanzen, Wirbellose und kleine Wirbeltiere fressen. Dabei ist etwa die Hälfte der Nahrung pflanzlich, beispielsweise Beeren, Obst, Nüsse und Blätter.

In Gefangenschaft bringen sie ihre Nahrung oft ins Wasser. Dieses namensgebende Verhalten stellt man in der freien Wildbahn nicht fest und vermutet eine Verhaltensanpassung an die sonst vorkommende Nahrungssuche in Gewässern.

Waschbären sind geschickte Kletterer. Man findet sie häufig auf Bäumen, auf denen sie den Tag verschlafen, um dann in der Dämmerung aktiv zu werden. Sie lassen sich jedoch auch leicht durch ihre Neugier wieder herunterlocken.

In den nördlichen Bereichen seines Verbreitungsgebiets hält der Waschbär eine Winterruhe.

Fortpflanzung

Waschbären sind nach neuesten Untersuchungen von U. Hohmann keine Einzelgänger, die nur zur Paarungszeit kurz als Paar zusammenbleibens, sondern Tiere die in matrilinearen Gruppen sowie in Junggesellengruppen zusammenleben. Regelmäsig treffen sie sich in größeren Gruppen an bestimmten Schlafplätzen. Nach etwa 65 Tagen Tragzeit bringt das inzwischen wieder allein lebende Weibchen ein bis sieben Junge zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt blind und mit gelblichem Flaum bedeckt. Sie verlassen im Alter von fünf Wochen erstmals das Nest, und mit vier Monaten gehen sie eigene Wege. In seinem zweiten Lebensjahr erreicht ein Waschbär die Geschlechtsreife.

Krabbenwaschbär

Der Krabbenwaschbär vertritt die vorgenannte Art in Südamerika. Er ist von Panama bis ins nördliche Argentinien verbreitet. Noch mehr als der Nordamerikanische Waschbär sucht er die Nähe zum Wasser. Er hat sich auf den Fang von Wassertieren, beispielsweise Fische, Krebse und Frösche, spezialisiert. Dabei kann er auch gut schwimmen und tauchen.

Inselwaschbären

Die fünf inselbewohnenden Arten sind wenig erforscht. Der Barbados-Waschbär ist bereits ausgestorben; das letzte Exemplar wurde 1964 gesehen. Die anderen vier Arten leben ebenfalls auf kleinen Karibik-Inseln und sind alle vom Aussterben bedroht.

Sibirischer Waschbär

Unter den irreführenden Namen "Sibirischer Waschbär" oder "Ussurischer Waschbär" wird manchmal der Marderhund geführt, der allerdings nicht mit dem Waschbären verwandt ist.

Literatur

Hohmann, Ulf & Bartussek, Ingo: Der Waschbär. Reutlingen: Verlagshaus Reutlingen, Oertel + Spörer, 2001




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