Volksfrömmigkeit
Volksfrömmigkeit ist der Sammelbegriff für religiöse Vorstellungen und Andachtsformen, die unter dem ästhetischen und intellektuellen Niveau der normativen "Hochreligion" bleiben, jedoch das Gefühls- und Alltagsleben breiter Schichten prägen.Im Christentum hat besonders der Katholizismus eine Vielfalt volkstümlicher Frömmigkeitsformen entwickelt, vor allem im Bereich der Herz-Jesu-, der Marien-, Engel- und Heiligenverehrung. Die offizielle Liturgie gab der Volksfrömmigkeit Raum und blieb in Kontakt mit ihr. Einseitigkeiten und Auswüchse wurden und werden jedoch vom Lehramt kritisiert.
Der Protestantismus stand der Volksfrömmigkeit mit ihrer Neigung zum "Greifbaren" von Anfang an skeptisch gegenüber. In geringerem Maß hat sie sich aber auch in seinem Bereich bildliche und rituelle Ausdrucksformen geschaffen.
Wie die traditionelle Religiosität insgesamt befindet sich auch die Volksfrömmigkeit im westlichen Kulturkreis im Rückgang. Viele Kulturwissenschaftler sehen das Vakuum, das sie hinterlässt, von medial vermittelten Bildern etwa aus der Werbung besetzt.






