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Umlaut

Der Umlaut, plural: Umlaute, ist eine Veränderung derjenigen Vokale, auf die eine Beugungs- oder Ableitungssilbe folgt oder früher folgte, die den Vokal i oder den Halbvokal j enthält. Diese Vokaländerung ist typisch für die jüngeren germanischen Sprachen.

Table of contents
1 Ursache der Vokaländerung
2 Umlautvokale im Neuhochdeutschen
3 Darstellung von Umlauten

Ursache der Vokaländerung

Der helle Vokal i übt eine assimilierende Wirkung aus, indem er den Vokal der vorausgehenden Silbe sich selbst ähnlich, also heller macht. Im Althochdeutschen tritt diese Wirkung nur beim a ein, das durch den Einfluss eines i in der darauf folgenden Silbe zum helleren Vokal wird. Im Mittelhochdeutschen dagegen beeinflusst ein folgendes i alle Vokale der vorausgehenden Silbe, die nicht i-ähnlich sind (die dunklen Vokale). So werden die kurzen Vokale a, o, u zu e, ö, ü, die langen a, o, u\ zu ae, oe, iu, die Diphthonge uo und ou zu üe und öu. Der Umlaut bleibt, auch wenn das i oder j ausgefallen ist.

Umlaute werden gegenüber dem dazugehörigen Vokal mit spitzerem Mund, bzw weiter vorne im Mund gebildet.

So heißt es im Mittelhochdeutschen ich valle, aber du vellest (fällst), weil die zweite Person ursprünglich ein i hatte (althochdeutsch vellis); von ruom (Ruhm) wird gebildet ruemen (rühmen), weil es im Althochdeutschen ruomjen hieß. Doch kommt es auch anderseits nicht selten vor, dass mit dem Verlust des i oder j auch seine Wirkung, der Umlaut, verschwindet, wie z. B. im Mittelhochdeutschen und Neuhochdeutschen im Infinitiv für gotisch brannjan brennen gesagt wird, aber im Imperfekt mittelhochdeutsch brante (jetzt brannte), obwohl die entsprechende gotischee Form brannida lautet.

Umlautvokale im Neuhochdeutschen

Im Neuhochdeutschen gelten als Umlautvokale und Diphthonge in der Regel ä, ö, ü, äu; ä, äu werden im allgemeinen da geschrieben, wo ein verwandtes Wort oder eine verwandte Form mit a vorhanden oder auch ohne historische Sprachkenntnis leicht zu vermuten ist, z. B. Mann - Männer, Haus - Häuser.

Der Umlaut ist auch für die deutsche Flexion von immer größerer Bedeutung geworden; so dient er jetzt zur Bezeichnung der Mehrzahl, z.B. in Männer, zum Ausdruck von Verkleinerungsformen, z. B. in Häuschen. Übrigens ist er keineswegs konsequent durchgeführt, und einzelne Mundarten haben ihn fast gar nicht, vgl. z.B. die bairische Form ich war für ich wäre.

Der Name Umlaut rührt von Jacob Grimm her, der auch den Ausdruck Brechung erfand. In den skandinavischen Sprachen hat auch das u die gleiche assimilierende Kraft. Auch andere Sprachen haben dem Umlaut verwandte Erscheinungen, dahin gehört insbesondere die im Griechischen und der Zendsprache häufige Epenthese des i.

Vorlage: Meyers Konversationslexkion, 4. Auflage 1888/89

Weitere Beispiele:

Darstellung von Umlauten

Die Konvention, Umlaute mit zwei Punkten über dem Buchstaben auszuzeichnen, entwickelte sich im Deutschen aus einer vertikalen Ligatur von Vokal und einem darüber angedeuteten alten Schreibschrift-e, das wie zwei verbundenen Aufstrichen (etwa wie 11) geschrieben wurde. Die Darstellung eines Umlauts mit e ist inzwischen bis auf wenige Ausnahmen nur noch üblich, wenn der verwendete Zeichensatz keine entsprechenden Buchstaben zur Verfügung stellt.

In HTML werden alle Buchstaben als Umlaute bezeichnet, die zwei Punkte über dem Buchstaben haben, also auch e, y und i mit 2 Punkten. Weil mit HTML keine Sonderzeichen dargestellt werden können, hat man den Unicode erschaffen. Bis heute wird Unicode aber leider nicht bei Internetadressen unterstützt. Nachfolgend ein kleiner Auszug aus Unicode

Wie die Registrierungsstelle für Internet-Adressen DENIC jetzt mitgeteilt hat, sind Internet-Adressen mit Umlauten noch in diesem Jahr möglich. Bisher mussten die Umlaute "ä", "ö" und "ü" bei Internet-Adressen immer "ae", "oe" und "ue" geschrieben werden. Künftig werden demnach auch in Österreich und der Schweiz Domain-Namen wie etwa www.müller.at zur Verfügung stehen werden.

Die Zulassung von Internet-Domains wie etwa www.wächter.com erfolgt im Zuge der Einführung internationaler Domain-Namen. Künftig sollen neben dem lateinischen Alphabet auch arabische oder chinesische Schriftzeichen möglich werden.




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