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Ulmer Münster

Das Ulmer Münster, im gotischen Stil errichtete Hauptkirche der freien Reichsstadt Ulm

Baugeschichte

Im Zuge einer Besetzung der Stadt wurde den Bürgern damals klar, dass sie im befestigten Areal keine Kirche hatten. Die damalige Pfarrkirche stand rund einen Kilometer vor den Toren der Stadt. Daher beschloss man den Bau einer neuen Kirche innerhalb der Stadtmauern.

1377 beginnt der Bau mit der Grundsteinlegung unter Meister Heinrich II. Parler. Dieser hatte Erfahrungen in Schwäbisch Gmünd gesammelt. 1381 wird die Baustelle von Meister Michael Parler übernommen, der zuvor in Prag wirkte. Unter ihm beginnt der Bau an der Basilika, an die drei gleichbreite und -hohe Schiffe anschliesen. Von 1387 bis 1391 obliegt der Bau Meister Heinrich III. Parler.

1392 wird Ulrich von Ensingen die Bauleitung übertragen. Er träumt von einem über 150 m hohen Hauptturm. 1405 wird das Münster geweiht, obwohl das Dach nur notdürftig bedeckt ist.

1446 übernimmt mit Matthäus Ensinger der Sohn von Ulrich die Bauleitung (bis 1463). Er vollendet 1449 das Chorgewölbe und 1452 das Gewölbe des Nordschiffes.

1477 ändert der neue Baumeister Matthäus Böblinger die Pläne vor allem des Hauptturms. In seine Zeit (bis 1494) fallen die ersten massiven Schäden: 1492 müssen die Seitenschiffe abgerissen und niedriger geplant werden, da sie die Wände des Hauptschiffes belasten (die Nordwand des Hauptschiffes weisst noch heute eine Abweichung aus dem Lot von bis zu 27 cm auf).

1530/1531 kommt es bei der Abstimmung in Ulm zum Übertritt zum evangelischen Glauben. Bei der Säuberung fallen über 60 Altäre, darunter der Hauptaltar, dem Bildersturm zum Opfer. 1543 kommt es, den Zeitumständen entsprechend, zum Baustillstand.

1817 werden bei Malerarbeiten die Fresken im Innern des Münsters grau übermalt. Mit dem Einzug eines neuen Wohlstandes wird ab 1844 am Münster wieder weitergebaut: Sicherungsmaßnahmen für den Weiterbau allgemein sowie der Ausbau der beiden Osttürme. Ab 1880 müssen die ersten Erhaltungsmaßnahmen eingeleitet werden, bevor von 1885 an der Haupt- bzw. Westturm zur Vollendung kommt. Mit dem Aufsetzen einer Kreuzblume wird dieser 1890 vollendet und das Münster hat sein heutiges Aussehen erhalten.

Das Münster hat mit 161,53 m Höhe (753 Stufen) den höchsten Kirchturm der Welt. Es bietet Platz für ca. 20.000 Menschen, ist einer der größten gotischen Bauten in Süddeutschland und ein Kulturdenkmal.

Siehe auch:

Liste der höchsten Kirchtürme der Welt

Weblinks




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