Türkische Sprache
Türkisch (in der Wissenschaft auch Türkeitürkisch genannt) ist die Amtssprache in der Türkei und gehört zu den Turksprachen.
Der Language Code ist tr bzw. tur (nach ISO 639).
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2 Alphabet 3 Grammatik 4 Wortschatz 5 Literatur |
Das Türkische war in den vergangenen Jahrhunderten stark vom Persischen und Arabischen beeinflusst, wodurch zeitweilig rund 80% des türkischen Wortschatzes aus diesen beiden Sprachen stammte.
Nach der Gründung der Türkischen Republik 1923 begann man in den 1930er Jahren, die fremden Lehnwörter durch türkische Wörter zu ersetzen. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen, so dass sich immer noch zahlreiche Wörter persischen und arabischen Ursprungs finden. In diesem Jahrhundert kamen weitere Begriffe aus europäischen Sprachen hinzu, vor allem aus dem Französischen.
Bis in die 1920er Jahre wurde das Türkische mit arabischen Buchstaben geschrieben. Diese Schrift war jedoch ungeeignet, da die türkischen Vokale nicht ausreichend wiedergegeben werden konnten. So entschied man sich schließlich für die Übernahme der lateinischen Schrift. Grundlage für die Neuschreibung der Wörter (wie für die allgemeine Sprachreform) war der İstanbuler Dialekt.
Das türkische Alphabet umfasst 29 Buchstaben, wobei jedem Laut ein Buchstabe zugeordnet wurde:
a b c ç d e f g ğ h ı i j k l m n o ö p r s ş t u ü v y z
c: wie dt. dsch in Dschungel
Die übrigen Laute werden wie im Deutschen ausgesprochen.
Die Buchstaben ä, q, w, x und ß werden im Türkischen nicht verwendet; j steht nur in Fremdwörtern.
Das Türkische ist eine agglutinierende Sprache und unterscheidet sich somit wesentlich von den indogermanischen Sprachen. Das bedeutet, dass alle grammatischen Formen durch eine (eindeutige) Endung angezeigt werden. Dabei können mehrere Endungen aufeinanderfolgen, wobei die Reihenfolge festgelegt ist.
Beispiel:
Uçurtmayı vurmasınlar. Sie sollen den Drachen nicht töten. (Filmtitel)
Man könnte den Satz wie folgt zerlegen: Uçurtma-yı vur-ma-sın-lar. "Drachen-den töten-nicht-sollen-sie." Die Endung -ya zeigt den bestimmten Akkusativ an; -ma steht für die Verneinung; -sı steht für den Imperativ, -ler für die 3. Person Mehrzahl.
Bei der Suffigierung, also beim Anhängen der Endungen, spielt die so genannte Vokalharmonie eine große Rolle: die Vokale der Endungen richten sich nach dem letzten Vokal des Stammwortes bzw. der vorhergehenden Endung. Man unterscheidet hierbei in die große Vokalharmonie, bei der ein Endungsvokal zu ı, i, u oder ü werden kann, und die kleine Vokalharmonie, die a und e als Alternativen kennt.
Als Beispiel für die große Vokalharmonie dient uns die Endung -lİ ("aus ... stammend"):
Es kommt vor, dass infolge der Vokalharmonie mehrere Endungen mit dem gleichen Vokal aufeinanderfolgen (z. B. huzursuzsunuz: ihr seid unruhig). Da dies auch beim für deutsche Ohren offenbar lustig anmutende ü der Fall ist (z. B. üzgünsünüz: ihr seid traurig, es tut euch leid), wird das Türkische hierzulande manchmal als "ü-Sprache" bezeichnet.
Das Türkische kennt fünf Fälle (Nominativ, Dativ, Akkusativ, Ablativ und Lokativ, mitunter wird der Genitiv als sechster Fall genannt). Als Zeitformen sind im wesentlichen zu nennen: (bestimmtes) Präsens, Aorist, Optativ, (bestimmtes) Präteritum, Narrativ, Optativ sowie zusammengesetzte Zeitformen, hinzu kommen Passiv und Konditional. Nebensätze werden meist durch so genannte Konverben ausgedrückt.
Weiterhin kennt das Türkische keinen bestimmten Artikel und kein grammatisches Geschlecht.
Einige Beispiele für Lehnwörter aus anderen Sprachen:
aus dem Arabischen: fikir (Idee), hediye (Geschenk), resim (Bild)
Siehe auch: Türkischsprachige Kultur in Deutschland
Geschichte
Alphabet
Besonderheiten bei der Aussprache
ç: wie dt. tsch in Kutsche
ğ: (yumuşak g): dient zur Dehnung von dunklen Vokalen
ı: kurzes, sehr dumpfes i, vgl. dt. e in Sonne
j: wie dt. j in Journal
ş: wie dt. sch in Schule
v: wie dt. v in Vase
y: wie dt. j in Jacke
z: wie dt. s in SonneGrammatik
Ein Beispiel für die kleine Vokalharmonie ist die Endung -DE für die Ortbestimmung:
bahçede (im Garten), aber: lokantada (im Restaurant).
Berlinli (aus Berlin), aber: Ankaralı, Bonnlu, Kölnlü.Wortschatz
aus dem Persischen: pencere (Fenster), şehir (Stadt), hafta (Woche)
aus dem Französischen: lüks (Luxus), kuzen (Cousin)
aus anderen Sprachen: pikap (Plattenspieler), şalter ([Licht-]Schalter)






