Traditionelle Chinesische Medizin

das bekannte
Yin-Yang-Symbol
Die Traditionelle Chinesische Medizin ("TCM") ist die Medizin, die dominant im chinesischen und auch allgemein orientalischen Kulturkreis hauptsächlich bis zum Kontakt mit dem Westen betrieben wurde.
Die TCM basiert auf der Annahme, dass der menschliche Körper Krankheiten bekämpft und sich wieder erholt, wenn er im Gleichgewicht von beiden Polaritäten (Yin und Yang) und wenn genügend Abwehr-Qi vorhanden ist. Ausgehend davon entstanden drei Hauptzweige der TCM: Akupunktur bzw. Akupressur, Kräutermedizin und das System der Körperflüssigkeiten.
Die TCM entstand unter den kulturellen Vorzeichen des Taoismus und des Buddhismus hauptsächlich in China, Indien und der Mongolei. Die Wurzeln reichen wohl zurück bis zu den ersten chinesischen Kaisern.
In den gebirgigen nördlichen und westlichen Gebieten Chinas entwickelte sich hauptsächlich die Akupunktur als Behandlungsmethode, während sich im fruchtbaren Süden wesentlich stärker die Kräutermedizin entwickelte.
Die chinesische Medizin beinhaltet damit ein stark entwickeltes empirisches Wissen, dass über viele Generationen hinweg als Familiengeheimnis weitergegeben wurde. In der Zeit der Kolonialierung und der Kriege mit dem Westen wurde die TCM im öffentlichen Leben zurückgedrängt, obwohl schon Marco Polo Interesse an den ungewohnten Behandlungsmethoden zeigte.
Wenig Wissen wurde veröffentlicht, bis die Volksrepublik China die wissenschaftliche Forschung etablierte. In den 70ern wurde ein amerikanischer Journalist bei einer Operation mit Hilfe von Akupunktur betäubt. So wurde die TCM in den USA bekannt.
In den 80er Jahren wurden zahlreiche Doppelblindstudien durchgeführt, die die Wirksamkeit der Akupunktur nachwiesen.
Die Chinesische Medizin erfreut sich in letzter Zeit zunehmender Anerkennung durch die westliche Medizin - der Oberste Sanitätsrat Österreichs hat schon vor Jahren z.B. die Akupunktur anerkannt, die WHO hat darüber hinaus auch der Arzneitherapie ihren Sanktus gegeben. In Österreich wird die Akupunktur nicht von der Krankenkasse bezahlt.
In Deutschland ist sie keine offiziell anerkannte Therapiemethode, und die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse wird zurzeit immer weiter reduziert. Im Moment (2003) gibt es nur noch wenige Indikationen für Akupunktur, z.B. Rückenschmerzen, Kopf- und Nackenschmerzen.
Die Vorstellung, die die TCM vom Menschen als Wirkungssystem präsentiert, basiert auf Erfahrungsmedizin und auf vitalistischen Grundüberlegungen, im Gegensatz zu der dem Mechanismus und der tendenziell auch dem Dogmatismus zuzuordnenden westlichen Medizin. Durch die Tatsache, dass die TCM keine Auskunft über physiologische Hintergründe ihrer Wirkungsweise geben kann, wird sie von vielen Medizinern deshalb als Pseudowissenschaft, als unwissenschaftlich oder als Voodoo-Zauber angesehen.
siehe auch: Phytotherapie, Pharmakologie
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