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Taufe

Die Taufe ist in allen christlichen Kirchen eine zentrale Handlung, die in den meisten Kirchen auch als Sakrament bezeichnet wird. Sie ist der erste der Initiationsriten. Weitere Initiationshandlungen sind in der katholischen Kirche Erstkommunion und Firmung, in der evangelischen Kirche die Konfirmation. Die Taufe fügt ein in den Leib Christi und gibt Anteil an der Kraft seines Todes und seiner Auferstehung, dem Heiligen Geist (Röm. 6,3ff).

In den meisten christlichen Kirchen ist die Taufe das rechtliche Merkmal der Mitgliedschaft (d.h. man muss getauft sein, um Mitglied einer christlichen Kirche zu sein). Der Getaufte erhält die Rechte und Pflichten eines Gemeindeglieds seines Lebensalters.

Table of contents
1 Die Taufe in der Bibel
2 Durchführung der Taufe
3 Gültigkeit der Taufe
4 Säuglingstaufe und Erwachsenentaufe
5 Katholische Tauffeier
6 Taufe durch den Heiligen Geist

Die Taufe in der Bibel

Die Taufe des Johannes

Die erste Taufe, die in der Bibel erwähnt ist, ist die des
Johannes, der von daher den Beinamen Täufer erhielt. Sie geschah durch Wasser im Jordan, war mit einem Sündenbekenntnis und innerer Umkehr (Buße) verbunden und hatte die Vergebung der Sünden zum Ziel (Matthäus 3,6, Markus 1,4f, Lukas 3,3ff.). Diese Taufe wurde von der frühen Kirche nicht als christliche Taufe anerkannt (Apostelgeschichte 19,1-7).

Die Taufe Jesu

Alle vier Evangelien schildern, dass Jesus sich von Johannes dem Täufer taufen ließ.

Im Johannesevangelium wird berichtet, dass die Jünger von Jesus in Judäa tauften, er selbst jedoch nicht (Johannes 3,22, 4,2).

Taufe in der Urgemeinde

Das Matthäus-Evangelium endet mit dem Taufbefehl von Jesus (Matthäus 28,18-20):
"Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

In der Pfingstpredigt des
Petrus ruft er das erste Mal öffentlich zur Taufe auf, die auch hier mit Umkehr und Sündenvergebung verbunden ist, aber auch mit dem Empfang des Heiligen Geistes (Apostelgeschichte 2,38):
"Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes."

Paulus vergleicht die Taufe mit Sterben und neuem Leben durch die Auferstehung Jesu (Römer 6,3ff)

Durchführung der Taufe

Die Taufe als äußerlich sichtbare Handlung geschieht mit Wasser. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten mit jeweils unterschiedlicher Symbolik: Entweder durch das dreimalige Übergießen mit Wasser für die drei Personen der Dreifaltigkeit, oder durch das vollständige Untertauchen als Symbol für das Sterben des alten Menschen und das Auferstehen in das neue ewige Leben.

Durch das Sakrament wird der Täufling Teil der Gemeinschaft der Gläubigen. Die Taufe wird in der Regel von einem Geistlichen durchgeführt, im Notfall kann (und muss) jeder Laie eine gültige Taufe spenden (Nottaufe).

Gültigkeit der Taufe

Die Gültigkeit einer Taufe hängt bei den meisten Kirchen nicht von der Konfession des Täuflings oder Taufenden ab. Von den meisten Kirchen anerkannt wird eine Taufe die vollzogen ist Manche Freikirchen (insbesondere Baptisten und Pfingstgemeinden) verlangen zusätzlich, dass der Täufling sich bewusst für die Taufe entschieden hat (Taufe von Jugendlichen oder Erwachsenen).

Säuglingstaufe und Erwachsenentaufe

Die Taufpraxis verschiedener Konfessionen wird in Säuglingstaufe und Erwachsenentaufe unterschieden. Die Säuglingstaufe steht dafür, dass bereits das neugeborene Kind zur Gemeinde Gottes gehört. Die Erwachsenentaufe verdeutlicht dagegen die Entscheidung eines Gläubigen, sich öffentlich zu Gottes Gemeinde zu bekennen. Im Neuen Testament wird von Erwachsenentaufen berichtet. In der Kirchengeschichte etablierte sich dann die Kindstaufe. Erst seit dem 16. Jahrhundert gibt es Konfessionen, die die Erwachsenentaufe favorisieren. Sie wurden damals "Wiedertäufer" (Anabaptisten) genannt. Heute sind es vor allem die Baptisten und Mennoniten.

Katholische Tauffeier

In einer katholischen Taufe schließen sich folgende Riten an ([1], [1]): Die Übergabe der an der Osterkerze entzündeten Taufkerze mit den Worten Empfange das Licht Christi (die Taufe hieß in der Alten Kirche auch griech. phôtismós "Erleuchtung"). Die Salbung mit Chrisam, die auf die Salbung der Könige, Priester und Propheten im Alten Testament und auf den Christus-Namen verweist. Die Überreichung des weißen Kleides als Symbol der Reinheit und Unschuld in Christus (vgl. Weißer Sonntag). Der Effata-Ritus, der die Sinne des Täuflings für Gottes Gebote und seinen/ihren Mund für das Lob Gottes öffnen soll. Die Überreichung einer Taufkerze ist auch Brauch in der evangelischen Kirche.

Taufe durch den Heiligen Geist

Charismatische christliche Kirchen betonen neben der sichtbaren, äußeren Taufhandlung besonders die Taufe durch den Heiligen Geist. Als Beispiel aus dem
Neuen Testament sei Pfingsten genannt: Der Heilige Geist verleiht den Aposteln u.a. die Fähigkeit der Glossolalie, dh. in ihnen unbekannten Sprachen zu reden. Nichtcharismatische Kirchen sehen in der Taufe durch den Heiligen Geist eher eine innere Wandlung als eine nach außen sichtbare Veränderung.

siehe auch Weihwasser




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