SVP
Die SVP (Schweizerische Volkspartei) ist die momentan wählerstärkste Partei der Schweiz. Bei den letzten Parlamentswahlen (2003) errang sie 55 von 200 Sitzen und wurde damit die im Nationalrat am stärksten vertretene Partei (vor der SPS mit 52 Sitzen).Auf Bundesebene wurde die Partei unter ihrem früherer Name Schweizer Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) aktiv. Sie vertrat in erster Linie die Interessen der Bauern und Klein- und Mittelbetriebe. 1971 folgte die Unbenennung in Schweizerische Volkspartei. Sie gibt sich auch heute immer noch gerne bodenständig.
Im Konsens der Gesamtpartei vertritt die SVP national-konservative Werte (für die Unabhängigkeit der Schweiz (Patriotismus), für die Beibehaltung der starken Rolle der Schweizer Armee, gegen die Mitarbeit der Schweiz in internationalen Organisationen (Neutralität), gegen den Zuzug von Ausländern, für mehr innere Sicherheit, gegen die Stärkung berufstätiger Frauen). In ihrer Selbstdarstellung versteht sich die SVP gerne als die eigentliche und einzig wahre, patriotische Partei des kleinen Mannes.
In der Wirtschaftspolitik und im politischen Stil besteht die SVP aus zwei sehr unterschiedlichen Flügeln:
- Der Berner Flügel, dessen Vertreter vorwiegend aus den Kantonen Bern und Graubünden stammen, vertritt bürgerlich-konservative Inhalte und gibt sich als kooperativer Regierungspartner auf Kantons- und Gemeindeebene. Der Schwerpunkt der politischen Arbeit liegt in der Interessenvertretung von Bauern, Klein- und Mittelbetrieben.
- Der Zürcher Flügel ist radikalliberal in Wirtschaftsfragen und versteht die SVP als oppositionelle Protestpartei - auch dort, wo sie in der Kantons- oder Gemeindeexekutive vertreten ist. Die Zürcher SVP-Vertreter verteidigen in erster Linie die Interessen der Wohlhabenden und fordern vehement den Abbau des Staatssektors durch Privatisierungen, Steuersenkungen, Abbau von Sozialleistungen, Bildungswesen und öffentlichen Dienstleistungen, mit Ausnahme des Straßenbaus.
Seit den Siebzigerjahren ist der populistische Unternehmer und Nationalrat Christoph Blocher in der Partei sehr einflussreich und größte Geldgeber der SVP. Er ist Parteipräsident der SVP des Kantons Zürich und wurde am 10. Dezember 2003 als zweiter Vertreter der SVP in den Bundesrat gewählt (Sprengung der Zauberformel nach 44 Jahren Gültigkeit).
Unter Blochers Führung und mit dem Aufstieg des von ihm unterstützten Zürcher Flügels hat die SVP sich von einer biederen Handwerker- und Bauernpartei zu einer populistischen Kraft gewandelt, die in der Schweizer Parteienlandschaft durch simple Schwarz-Weiß-Parolen, intensive, holzschnittartige, plakative Werbekampagnen auffällt und damit bei den Wählern beachtliche Erfolge erzielen konnte.
siehe auch: Politische Parteien in der Schweiz
Weblink
Auch die Südtiroler Volkspartei wird als SVP bezeichnet.






