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Sumer

Sumer bezeichnet eine Hochkultur in Mesopotamien. Sumer, Shumer oder Schumer kommt aus dem akkadischen und bedeutet Kulturland - eine Anspielung auf die Leistung der Sumerer als Kulturbringer.

Aus der Vermischung der im Süden Mesopotamiens lebenden Ubaidier und aus der arabischen Wüste einwandernden Semiten entstand etwa 4000 v. Chr die Bevölkerung, aus der in der Folgezeit das Sumerische Reich hervorgehen sollte.

Am Anfang dieses Reiches standen eine Reihe von Stadtstaaten (Adab, Eridu, Isin, Kisch, Kullab, Lagasch, Larsam, Nippur und Ur), die etwa 2800 v. Chr. das Altsumerische Reich unter wechselnden Stadtherrschern bildeten.

Erster bekannter Herrscher von Sumer ist Etana, der um 2800 v. Chr lebte und König von Kisch war.

Sein Nachfolger, Meskiaggascher König von Uruk (dem biblischen Erech), gründete weit südlich von Kisch eine rivalisierende Dynastie und erlangte die Herrschaft über die ganze Region zwischen dem Mittelmeer und dem Zagros-Gebirge. Er wurde von seinem Sohn Enmerkar (um 2750 v. Chr) abgelöst. Diesem folgte sein Feldherr Lugalbanda auf den Thron. Am Ende der Regierungszeit von Lugalbanda wurde Enmebaragesi (um 2700 v. Chr.), ein König der Etana-Dynastie in Kisch, zum führenden Herrscher von Sumer.

Die Akkadier aus dem Norden vereinten Sumer unter einer Dynastie (2235 bis 2094 v. Chr.). Gefördert durch Uneinigkeit zwischen Akkad und dem restlichen Sumer, endete diese Dynastie mit der Eroberung durch die Gutäer.

Das Neusumerische Reich (2047 bis 1940 v. Chr.) unter der Herrschaft der 3. Dynastie von Ur endete unter dem Druck Elams aus dem Osten.

Kleinreiche um Assur, Babylon, Eschunna, Der und Susa entstanden in Folge.

Mesopotamien wurde in der Folgezeit von Assyrien und Babylonien dominiert.

Sumers kulturelle Bedeutung

Obwohl die Schrift mehrmals in der Geschichte der Menschheit erfunden wurde (Ägypten, China, Maya), so ist für Europa die sumerische Keilschrift von zentraler Bedeutung. Entwickelt für das Sumerische, wurde die Keilschrift erfolgreich an das Akkadische und Hittitische angepasst, und gilt als Vorläufer vieler Schriften.

Die Entwicklung des Rades - ebenfalls erstmals in Sumer benutzt - steht in engem Zusammenhang mit der Erkenntnis, dass domestizierte Tiere nicht nur eine Nahrungs- und Rohstoffquelle (z.B. Leder) sind, sondern auch als Zugtiere dienen können (Pflug, Karren).

Eine weitere Vorbedingung für die Nutzung des Rades sind ebene, breite Wege, die erst bei einer kritischen Bevölkerungsdichte und geeignetem Landschaftsrelief entstehen.

Im Bereich der Landwirtschaft hat Sumer wahrscheinlich keine neuen Nutzpflanzen oder Nutztiere domestiziert; der Beitrag liegt hier in der Verfeinerung der Bewässerung sowie der Einführung der Milchwirtschaft.

Die Sumerer haben die erste bekannte Kultur mit hoch entwickelter Astronomie und Mathematik hervorgebracht. Sie gelten als die Erfinder des Gewölbes und gründeten mit Ur, Uruk und Lagasch die ältesten bekannten Städte mit Monumentalbauten, insbesondere der für Mesopotamien typischen Zikkurat.

Anmerkung
Absolute Jahreszahlen innerhalb der sumerischen Datierung variieren je nach Lehrmeinung um etwa 100 Jahre. Zur genaueren Datierung sollte Fachliteratur herangezogen werden.



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