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Sternmotor


Umlauf-Doppelsternmotor von 1914
im Deutschen Museum
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Charles Lindbergh vor der Spirit of St. Louis
Deutlich zu sehen die Zylinder des Sternmotors

Der Sternmotor ist eine besondere Bauform des Verbrennungsmotors. Die Zylinder und Kolben sind dabei sternförmig angebracht. Diese Bauform nutzte man nahezu ausnahmslos zum Einbau in Flugzeuge.

Alle Zylinder sind meist in einer Ebene angeordnet. Die Kraft der Kolben wird über Nebenpleuel auf ein Mutterpleuel und von dort auf einen einzigen Kurbelzapfen übertragen. Die Zylinderzahl ist aufgrund der durchgängigen Zündfolge ungerade. Bei Bauformen mit einer zweiten Ebene von Kolben/Zylindern werden diese wegen ausreichender Kühlung versetzt angeordnet.

Der Vorteil dieser Anordnung sind die gleichmäßige Kühlung aller Zylinder und ein runder Lauf. Des weiteren ist seine Unempfindlichkeit gegen Schäden vorteilhaft. Meist wird dabei nur ein einzelner Zylinder ausgeschaltet, wogegen bei Reihenmotoren oft alle Zylinder beschädigt oder in Mitleidenschaft gezogen werden können. Ein Nachteil ergibt sich bei eingesetzten Turboladern deren komprimierte Luft umständlich auf alle Zylinder verteilt werden muss. Dies gestaltet sich bei in Reihe angeordneten Zylindern einfacher, hier können ein oder zwei Leitungen sämtliche Zylinder erreichen. Weiterhin stellt die Sternanordnung eine große Stirnfläche dar. Dies war für langsam fliegende Maschinen zunächst kein Hindernis, dennoch stellte es für Kampfflugzeuge ein Hindernis dar. Das Problem wurde mit Entwicklung der NACA-Haube gelöst.

Eine spezielle Form des Sternmotors ist der Umlaufmotor. Hier ist die Kurbelwelle fixiert, während die Zylinder sich mit dem daran befestigten Propeller drehen. Vorteil war hier die einfache und effektive Kühlung der einzelnen Zylinder. Durch die großen, sich drehenden Massen wirkte sich der Motor auf das Flugverhalten aus.

Stern- und Umlaufmotoren wurden erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzt. Der Sternmotor zeigte sich nach den 1930er Jahren etwas beliebter als die Reihenmotoren, bis dahin fanden beide Varianten ihre Anwendung. Viele Luftstreitkräfte setzten auf die Sternmotoren, da sie sich als sehr zuverlässig erwiesen (wichtig für Flüge über Wasser) und leicht waren (wichtig für Flugzeugträger). Mitte der 30er Jahre erwuchs eine neue Generation stromlinienförmiger Hochgeschwindigkeits-Flugzeuge, zusammen mit starken Reihenmotoren wie zum Beispiel dem Rolls Royce Merlin oder dem Daimler-Benz DB 601. Dies belebte die Debatte um die Vorzüge von Stern- und Reihenmotoren. Allerdings zeigte die Focke-Wulf FW 190, dass ein Sternmotor, vorausgesetzt er wird richtig eingesetzt, durchaus mit den Reihenmotor betriebenen Kampfflugzeugen mithalten kann. Von diesem Zeitpunkt an wurde mehr auf Sternmotoren gesetzt und nach dem 2. Weltkrieg verschwanden die Reihenmotoren eher aus dem ohnehin geschrumpften Flugzeugmarkt.

Der wohl bekannteste Einsatz eines Sternmotors ist die Atlantiküberquerung von Charles Lindbergh mit der Spirit of Saint Louis.

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