Soka Gakkai
Sôka Gakkai (Gesellschaft zur Schaffung von Werten) ist der Name einer aus der Nichiren Shoshu, einer radikalen Schule der Nichiren-Bewegung, hervorgegangenen neureligiösen Erscheinung des japanischen Buddhismus. Sie wurde 1930 gegründet, im Buddhismusfeindlichen politischen Klima des japanischen Faschismus zeitweise verboten, wurde ab 1945 aber wieder aktiv.
Die als Laiengemeinschaft organisierte Gemeinschaft verehrt das Lotos-Sûtra (jap. Hokke-kyô) als den höchsten Ausdruck der buddhistischen Botschaft. Charakteristisch für die Sôka Gakkai ist ihre betonte Weltzuwendung und ihr Engagement auch in der Politik. Die Kômeitô (deutsch "Partei für Saubere Politik"), eine der größeren politischen Parteien Japans, ist aus der Sôka Gakkai hervorgegangen, seit 1970 aber offiziell von ihr getrennt.
Seit den 1990er Jahren hat sich die "Mutterorganisation" der Sôka Gakkai, die priesterlich organisierte Nichiren Shoshu, von dieser distanziert; bis dahin war die Sôka Gakkai offiziell noch ein Laienverein innerhalb dieser Gruppe.
Die Sôka Gakkai zielt in ihrer ausgeprägten Diesseitsorientierung auf Wohlstand, Gesundheit und persönliches Glück der Menschen. Sie verbuchte in ihrer noch kurzen Geschichte einen in der Religionsgeschichte einmaligen Aufwärtstrend und zählt gegenwärtig etwa 20 Millionen Mitglieder; sie ist damit die größte einzelne religiöse Organisation in Japan. Die Gemeinschaft ist auch in Übersee vertreten, z. B. in den USA, in Lateinamerika, im übrigen Asien und in Europa.






