Schafkopf
Schafkopf (auch: Schafkopfen) ist ein vor allem in Bayern anzufindendes Kartenspiel für zwei bis vier Personen, wobei das Spiel mit vier Personen allgemein bevorzugt wird, und hat Ähnlichkeiten mit Doppelkopf und Skat.Es wird entweder mit 24 Karten (Zwei- und Dreispieler-Variante, oder "kurzer" Vierspieler-Variante) oder mit 32 Karten ("langer") gespielt. Zur Verwendung kommt das bayrische bzw. altdeutsche Blatt. Die Karten sind aufgeteilt in vier Farben: Eichel, Gras, Herz und Schellen mit den Blättern (höchstwertige Karte zuerst): As (auch Sau genannt), Zehn, König, Ober, Unter, Neun. Beim "langen" Schafkopf kommen noch die Blätter Acht und Sieben hinzu.
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2 Spielen um Geld 3 "Kurzer", Zwei- und Drei-Spieler Varianten 4 Weblinks |
Die Beschreibung des Spielablaufs konzentriert sich auf die übliche "lange" Vierspieler-Variante. Abweichungen für die anderen Varianten werden später erwähnt.
Ziel des Spiels ist es, eine gewisse Punktezahl durch Stiche zu erreichen. Hierbei zählen das As 11 Punkte, der Zehner 10 Punkte, der König 4 Punkte, Ober 3 Punkte, Unter 2 Punkte. Die restlichen Karten haben keinen Wert.
Der Geber mischt die Karten, und lässt den Spieler, der entgegen des Uhrzeigersinns neben ihm sitzt, abheben, und gibt dann anschließend im Uhrzeigersinn zwei mal vier Karten aus, wobei er mit dem Spieler links neben sich beginnt, der auch "herauskommt", d.h. der eröffnende Spieler ist. Der Geber wechselt zwischen jeder Runde - immer der Spieler, der zuletzt "herauskam", wird der neue Geber.
Die Regeln des Schafkopsspieles verändern sich jede Runde, je nachdem, welches Spiel angesagt wurde. Anhand der Spielansage entscheidet sich auch, welche Spieler zusammengehören. Welche Arten von Spielen erlaubt sind, ist oft ortsabhängig und muss vor dem Beginn des Spiels geklärt werden.
Der Spieler, der "herauskommt", hat als erstes die Möglichkeit, ein Spiel anzusagen oder zu passen. In diesem Fall erhalten im Uhrzeigersinn die anderen Spieler die Möglichkeit, ein Spiel anzusagen. Wenn ein Spiel ankündigt wird, haben die späteren Mitspieler noch die Möglichkeit, ihn mit einem höherwertigen Spiel (siehe unten) zu übertrumpfen.
Sollte kein Spieler ein Spiel ansagen, wird, je nach ausgemachter Regel, entweder "zusammengeworfen", das heißt, der nächste Geber mischt erneut (alternativ auch mit Einzahlung in einen Stock), oder die Spielart "Ramsch" wird gespielt oder ein Spieler wird gezwungen zu spielen.
Grundsätzlich geht es beim Schafkopf darum, Stiche zu machen. Zu diesem Zweck geben die Spieler nacheinander im Uhrzeigersinn Karten auf den Tisch. Sobald vier Karten auf dem Tisch liegen, entscheidet sich, wem der Stich gehört.
Um zu Stechen muss man entweder eine höherwertiges Bild der selben Farbe (falls die liegende Karte nicht Trumpf ist) oder einen höherwertigen Trumpf zugeben. Zu beachten ist, dass beim Schafkopf Bedienpflicht herrscht. Wenn der erste Spieler einen Trumpf ausspielt, müssen alle anderen Spieler ebenfalls einen Trumpf zugeben, egal ob sie damit stechen können oder unterbieten. Spielt der erste Spieler eine Nicht-Trumpf Farbe, müssen die anderen Spieler eine Karte der selben Farbe zugeben. Nur wenn ein Spieler "frei" ist, d.h. der Bedienpflicht nicht nachkommen kann, darf er eine beliebige Karte seiner Wahl zugeben.
Welche Karten Trumpf sind und welche bloß Farben sind, entscheidet sich anhand der gewählten Spielart (geordnet in absteigender Wertigkeit):
; Tout
Je nach Vereinbarung kann neu gegeben werden. Bei Spielen um Geld kann hierbei auch eine vereinbarte Summe in einen Stock eingezahlt werden. Der Stock wird dann beim nächsten gewonnenen Partnerspiel an die Gewinner ausgezahlt.
Alternativ können auch Regeln vereinbart werden, nach denen ein Spieler, der eine bestimmte Karte besitzt, spielen muss. Diese Spielart ist eher selten.
Ansonsten gibt es noch die Spielart des Ramsch. Beim Ramsch gelten die selben Trümpfe, wie beim Herz-Solo, aber es geht darum, möglichst wenig Augen zu machen. Der Spieler mit den meisten Augen verliert, und zahlt an alle anderen Spieler. Haben zwei oder mehr Spieler die selbe Augenzahl, so verliert der Spieler mit den meisten Stichen. Ist die Stichzahl ebenfalls gleich, so hat der Spieler mit den meisten Trümpfen in den Stichen verloren. Ist die Trumpfzahl ebenfalls gleich, so verliert der Spieler mit dem höchsten Trumpf.
Die Spielerseite, also der Spieler, der das Spiel angesagt hat, sowie sein Partner, falls vorhanden, müssen zusammen 61 "Augen", also Punkte, erreichen, um das Spiel zu gewinnen. Dabei werden alle Karten in den Stichen gezählt und für jede Karte eine Punktzahl addiert (siehe oben). Die Nicht-Spielerseite muss lediglich 60 "Augen" erreichen, um zu gewinnen.
Liegt eine Seite unter 30 Augen (falls Nicht-Spieler. Der Spieler muss 31 Punkte erreichen), so ist diese "schneider". In diesem Fall muss beim Spiel um Geld ein Aufschlag bezahlt werden. Hat eine Seite gar keine Stiche erhalten, so ist diese "schneider schwarz", wobei beim Spielen um Geld ein weiterer Aufschlag fällig wird.
Schafkopf zählt nicht zu den Glücksspielen und darf deshalb (und wird auch häufig) um Geld gespielt werden. Die exakte Zählung ist, wie alles andere beim Schafkopf, eine Frage der Regelvereinbarung zu Beginn.
Häufig werden zwei Grundtarife vereinbart, auf denen dann die Berechnung basiert wird. Ein Beispiel mit den Grundtarifen 10 cent und 20 cent:
Für ein gewonnenes Partnerspiel erhält die Gewinnerseite von jedem Gegner nun 10 Cent. Bei Schneider kommen weitere 10 Cent hinzu, bei Schneider-Schwarz kommen 10 Cent für Schneider und 10 Cent für Schwarz hinzu.
Bei Soli (Solo, Geier, Wenz) wird der zweite Grundtarif benutzt als Basispreis, in diesem Fall also 20 Cent. Schneider und Schneider-Schwarz werden wie beim Partnerspiel berechnet.
Beim Ramsch zahlt der Verlierer den niedrigeren Grundtarif (hier 10 cent) an alle Spieler aus. Ist ein Spieler "Jungfrau", d.h. er hat keinen einzigen Stich gemacht, so kann, je nach Vereinbarung, auch der höhere Tarif ausgezahlt werden an diese Person (hier 20 cent).
Zu dem Basispreis kommen noch noch die "Laufenden" hinzu. Wenn eine der Seiten mindestens die drei höchsten Trümpfe besaß, wird pro Trumpf zusätzlich der niedrigere Grundtarif bezahlt von der Gegenseite.
Nach dem ein Spieler die erste Hälfte seiner Karten entgegenommen hat, kann dieser einmal Steigern (auch als Doppeln oder "Aufstellen" bezeichnet) - in diesem Fall wird der Gesamtpreis verdoppelt. Beim "Tout" wird der Preis ebenfalls verdoppelt. Nachdem die erste Karte eines Spiels ausgespielt wurde, können Nicht-Spieler dem Spieler noch ein Kontra geben, wenn sie der Meinung sind, der Spieler könne nicht gewinnen. Das Kontra kann auch erwidert werden durch den Spieler. Pro Kontra wird ebenfalls verdoppelt.
Rechenbeispiel: Ein Spieler gewinnt ein Herz-Solo und besaß Eichel-Ober, Gras-Ober, Herz-Ober und Schellen-Ober und hat "aufgestellt". Die Gegenseite machte nur einen Stich mit 15 Punkten. In diesem Fall würde der Spieler von jedem Gegenspieler 20 cent für das Spiel, 10 cent für Schneider, 4*10 cent für die Laufenden erhalten, und das ganze Gedoppelt für das Aufspielen, ergibt 1,40 Euro pro Person.Spielablauf
Geben
Spielansage
Die Spielarten
; Solo
; Wenz
; Geier
; Rufspiel, auch Sauspiel
; Hochzeit
Wenn alle passen
Wertung nach einer Runde
Spielen um Geld






