Roland Freisler
Roland Freisler (* 30. 10 1893 in Celle; † 3. 2 1945 in Berlin), Richter und Präsident des Volksgerichtshofs.1920 war Freisler noch überzeugter Kommunist, bevor er sich dem Nationalsozialismus zuwandte.
Freisler wurde am 20. August 1942 von Adolf Hitler zum Präsident des Volksgerichtshofs, dem Gericht für politische Verbrechen, ernannt. Unter Freisler stieg die Anzahl der Todesurteile stark an, ca. 90% aller Verfahren endeten mit dem Todesurteil oder lebenslanger Haftstrafe. Zwischen 1942 und 1945 wurden mehr als 5000 Todesurteile gefällt.
Freisler war Richter und Ankläger in einer Person. Er war bekannt dafür, dass er die Angeklagten erniedrigte und laut anbrüllte. Einige der Prozesse ließ er auch filmen.
Freisler leitete auch die Schauprozesse gegen die Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose und gegen Mitglieder des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944. Beispielhaft sei die Befragung von Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld zitiert:
- Schwerin: "Ich dachte an die vielen Morde ..."
- Freisler (schreiend): "Morde?"
- Schwerin: "Die im In- und Ausland ..."
- Freisler: "Sie sind ja ein schäbiger Lump! Zerbrechen Sie nicht unter Ihrer Gemeinheit! Ja oder nein? Zerbrechen sie darunter?"
- Schwerin: "Herr Präsident!"
- Freisler: "Ja oder nein? Geben sie mir eine klare Antwort!"
- Schwerin: "Nein."
- Freisler: "Sie können auch gar nicht mehr zerbrechen, Sie sind ja nur noch ein Häuflein Elend, das vor sich selber keine Achtung mehr hat."
- "Wir kehren zurück in das Leben, in den Kampf. Wir haben keine Gemeinschaft mit ihnen. Das Volk hat sich von ihnen befreit, ist rein geblieben. Wir kämpfen. Die Wehrmacht grüßt: Heil Hitler. Wir alle grüßen: Heil Hitler. Wir kämpfen mit unserem Führer, ihm nach für Deutschland. Wir haben die Gefahr jetzt abgeschüttelt, wir marschieren mit totaler Kraft hin zum totalen Sieg."
Freisler wurde am 3. Februar 1945 bei einem alliierten Bombenangriff von einem Balken des Gerichtsgebäudes erschlagen.






