Renaissance
- Das französische Wort Renaissance bedeutet 'Wiedergeburt'.
- Die Renaissance ist eine kulturgeschichtliche Epoche Europas während des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit, wobei sie in der Regel zur Neuzeit gerechnet wird.
Diese "Wiedergeburt" manifestierte sich darin, dass zahlreiche Elemente der Antike neu entdeckt und belebt wurden (Schriften, Baudenkmäler, Skulpturen, Philosophen, etc.). Ausgelöst wurde dies u.A. von Flüchtlingen aus Byzanz, die nach der Eroberung Konstantinopels durch die Türken (1453) verstärkt nach Venedig und andere italienische Städte strömten und das Wissen und die Kultur der Antike mitbrachten, das im Byzantinischen Reich nach dem Untergang Westroms nahezu 1000 Jahre lang konserviert wurde. In Byzanz waren noch im Jahre 1400 Platon, Homer und Herodot in aller Munde.
Ökonomisch kann die Renaissance charakterisiert werden durch die Durchbrechung des mittelalterlichen Zinsverbots und der Abschaffung der mittelalterlichen Brakteatenwährung. Dies ermöglichte einerseits den Aufstieg der frühneuzeitlichen Bankhäuser wie der Fugger oder der Medici, andererseits bedeutete das für viele -- insbesondere für die Landbevölkerung -- einen beträchtlichen sozialen Abstieg. Die sich daraus ergebenden sozialen Spannungen entluden sich u.a. durch die Bauernkriege.
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2 Philosophie 3 Musik 4 Kunst 5 Literatur |
In Italien wird die Zeit etwa von 1420 - 1600 als Renaissance bezeichnet, im übrigen Europa etwa die Zeit von 1500 - 1600.
Prinzipiell kann man in der Renaissance zwei Tendenzen ausmachen. Die eine besteht darin, die Formensprache der Antike in voller Strenge wieder zu beleben. In Italien war dieses Ziel mit der Hochrenaissance durch Bramante gegen 1500 erreicht und setzte sich von da an in ganz Italien durch. Die zweite Tendenz besteht darin, der Antike entlehnte, aber auch neue formensprachliche Elemente im Sinne der mittelalterlichen Baukunst in analogischer Weise zu variieren, ohne eine streng gesetzmäßige Baukunst anzustreben. Auf der Seite der Architekturtheorie findet sich erstere Tendenz im Architekturtraktat wieder, zweitere im Musterbuch. Generell kann gesagt werden, dass je stärker eine Kultur im nordisch geprägten Mittelalter verwurzelt war, desto beharrlicher wurde an der analogischen Form der Renaissance festgehalten, d.h. vor allem im mittel- und nordeuropäischen Raum.
In Frankreich war die klassische Strenge der Hochrenaissance gegen 1550 eingeholt (vgl. Westflügel des Louvre 1550 - 1558 durch Pierre Lescot).
Auf der iberischen Halbinsel bilden beide Tendenzen ein Nebeneinander, dass sich bis in die Barockzeit fortsetzt. Im germanischen Europa kam es teilweise zu einer Vermischung beider Tendenzen (z.B. Heidelberger Schloss), jedoch blieb die analogische Form der Renaissance bis zum Schluss dominant. Entsprechend diesen beiden Tendenzen muss man auch unterschiedliche Stilkriterien ansetzen:
Zu den ältesten Renaissance-Bauten Deutschlands zählt Schloss Hartenfels in Torgau. Zwischen 1533 und 1544 erfolgten Um- und Erweiterungsbauten im Stil der Frührenaissance.
Die Musik der Renaissance war zunächst durch die Niederländische Polyphonie bestimmt, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts kamen die wesentlichen Impulse dann aus Italien, besonders durch Komponistenströmungen wie die Florentiner Camerata, die Römische Schule und die Venezianische Schule.
Auswahl von Komponisten der Renaissance:
Baukunst
Analogische Renaissance (Früh- bzw. nordische Renaissance)
Bedeutsam in Deutschland für diesen Stil ist die Weserrenaissance, die im Einzugsgebiet der Weser weite Verbreitung fand. Zu nennen wären insbesondere das Stadtensemble in Wolfenbüttel, die Schlösser in Bückeburg, Celle, Wolfsburg und Gifhorn, das nicht mehr existierende ehemalige Schloss in Rotenburg (Wümme), Viele Bürger- und Rathausfassaden (Rathaus in Bremen, Leibnitzhaus in Hannover, viele weitere Bauwerke v.a. in Niedersachsen)Antikische Renaissance
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