Reh

Rehfährt
Das Reh (lat. Capreolus capreolus L.), Ordnung Paarhufer, Familie Hirschartige (Cerviden) ist die kleinste europäische Hirschart. Nahe verwandt ist das Asiatische Rehwild (Capreolus pygargus Pallas, 1777), das teilweise als Unterart des Rehs betrachtet wird.
Das Reh kommt in ganz Europa und Asien vor. Wenn man Capreolus pygargus als eigene Art auffasst, ist die Verbreitungsgrenze im westlichen Sibirien.
Rehe leben überall dort wo sie Deckung (Wald, Gebüsch, Getreideschläge, Wiesen mit hohem Gras) finden und sind sonnenhungrig. Als so genannte Kulturfolger passen sie sich sehr gut an Beunruhigungen jeglicher Art an. Man nennt sie Gebüschflüchter. So ist es z.B. nicht ungewöhnlich selbst über Tag an viel befahrenen Straßen Rehwild zu beobachten. Während Rehe im Winter zu so genannten Sprüngen (Familienverbünde) zusammenstehen, leben sie sommertags territorial, haben ein eigenes Revier, das sie mit Duftmarken (Duftdrüsen an Beinen und Stirn) kennzeichnen und vehement gegen andere Rehe verteidigen.
Ausgewachsene Tiere erreichen eine Schulterhöhe von 60 - 75 cm. Männliche Tiere haben ein Durchschnittsgewicht von 16 bis 18 kg, weibliche wiegen 10 bis 15% weniger. In Gebieten mit besonders guten Äsungsverhältnissen und geringer Beunruhigung erreichen Rehe ein Gewicht von 20 kg, selten mehr.
Männliche Tiere tragen ein Gehörn, dass sie ab November abwerfen und bis zum Frühjahr neu bilden.
Die Paarungszeit (Brunft) findet in unseren Breiten Ende Juli bis Anfang August statt. Bei Rehen gibt es die so genannte Eiruhe. Das befruchtete Ei entwickelt sich erst ab Dezember und führt zur Geburt der Kitze im Mai des folgenden Jahres. Das weibliche Reh (Ricke) setzt ein bis zwei, selten drei Kitze.
Seit der Ausrottung großer Raubtiere (Wolf, Luchs) in weiten Teilen Europas haben die erwachsenen Tiere dort keine natürlichen Fressfeinde. Trotz erhebliche Jagdstrecken wächst der Rehwildbestand in den letzten Jahrzehnten. Während in den 70er Jahren die Zahl der erlegten Tiere in Deutschland noch zwischen 600.000 bis 700.000 Stück lag, werden in den letzten Jahren jeweils mehr als 1.000.000 Rehe erlegt.
Rehe werden in allen europäischen Ländern gejagt. Das ist unumgänglich weil ein hoher Rehwildbestand zu einem übermäßigen Verbiß der natürlichen Waldverjüngung führt.
Die männlichen Tiere nennt man in der Jägersprache Böcke, die weiblichen Ricken; die jungen, bis einjährigen Rehe nennt man geschlechtsunabhängig Kitze. Junge Kitze haben charakteristische helle Flecken im Fell.






