Psychische Störung
Als Psychische Störungen werden erhebliche Abweichungen vom Erleben oder Verhalten psychisch gesunder Menschen bezeichnet. Das Denken, das Fühlen und das Verhalten können beeinträchtigt sein. Als weiteres Kriterium für eine Diagnose psychischer Störungen wird heute neben der Abweichung von der Norm häufig auch psychisches Leid auf Seiten der Betroffenen gefordert.Die Antipsychiatrie vertritt eine radikale Position, indem sie die Existenz psychischer Krankheiten verneint.
| Table of contents |
|
2 Klassifikation 3 Verbreitung 4 Behandlung 5 Weiterführende Angaben 6 Literatur 7 Weblinks |
Zu psychischen Störungen zählen alle körperlich nicht begründbaren seelischen Erkrankungen; jedoch auch seelische Störungen als Folge von körperlichen Erkrankungen (z. B. Hirnhautentzündungen oder Hirnverletzungen).
Im Medizinischen wird der Begriff als Synonym für eine (dauerhafte) psychische Krankheit benutzt; teilweise bezeichnet man als psychische Störung aber auch nur Beeinträchtigungen vorübergehender Art.
Die Klassifikation psychischer Störungen ist länderspezifisch unterschiedlich und oft auch von der psychologischen oder medizinischen Schule abhängig. Ein weit genutztes Diagnose- und Klassifikationsschema ist das ICD-10. Vielfach genannt werden:
Psychische Störungen sind weit verbreitet. Nach einer Studie der WHO leidet weltweit jeder vierte Arztbesucher an einer solchen Störung. Deutsche Studien sprechen von ca. 8 Millionen Deutschen mit behandlungsbedürftigen psychischen Störungen. Die meisten Störungen würden jedoch nach einiger Zeit abklingen.
Der Begriff psychische Erkrankung ist oft angstbesetzt, u. a. aufgrund der Erfahrungen im Nationalsozialismus, wo diese Einordnung zum staatlich angeordnetem Mord führen konnte. Deshalb ist ein vorsichtiger Umgang mit diesem Begriff notwendig, im Bewusstsein, dass nach wie vor gilt: "Irren ist menschlich."
Andererseits ist ohne das Erkennen von psychischen Erkrankungen - ohne dass damit eine Stigmatisierung Erkrankter verbunden ist - auch eine Heilung nur schwer möglich. Bei der Beurteilung psychischer Erkrankungen ist zu beachten, dass sie teilweise eine wichtige Schutz- und Signalfunktion haben, d.h., nicht verschwinden können, ohne dass "sich etwas ändert". Außerdem ergeben sich einige psychische Erkrankungen aus einem Wechselspiel zwischen dem Kranken und seiner Umwelt, so dass bei einer Behandlung die Umwelt des Kranken mit einbezogen werden sollte.
Viele psychische Erkrankungen sind heutzutage gut behandelbar. Dabei können sich Psychotherapie und Psychopharmaka ergänzen.
Allerdings ist es immer noch oft sehr schwer, eine gute ambulante oder stationäre Therapie zu finden.
Mit der Ätiologie und den spezifischen Krankheitsbildern beschäftigen sich vor allem die Psychiatrie,die Psychoanalyse und die Tiefenpsychologie, aber auch ganzheitlich und systemisch orientierte Ansätze wie etwa die Gestalttheorie. Körperliche Ursachen werden auch in der Neurologie erforscht.
Nur in seltenen Fällen ist es möglich, Menschen mit psychischen Störungen gegen ihren Willen oder gegen die eigene Einsicht als "Psychisch Krank" einzustufen, zu behandeln oder in geschlossenen Anstalten unterzubringen. Voraussetzung dafür ist in der Regel eine bestehende Selbst- oder Fremdgefährdung und eine (krankheitsbedingte) fehlende Einsicht des Patienten in die Behandlungnotwendigkeit.
Eine zwangsweise Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung erfolgt entweder als so genannte Maßregel der Besserung und Sicherung nach einer Straftat (Maßregelvollzug), als Unterbringung nach dem jeweiligen Unterbringungsgesetz (dies ist je nach Bundesland unterschiedlich gestaltet) oder nach Beschluss eines Vormundschaftsgerichts (in der Regel in Verbindung mit der Errichtung einer Betreuung.
Psychologie -- Psychologen -- Psychiatrie, Psychoanalyse -- Wahn -- psychosomatisch -- Psychose
Begriffsabgrenzung
Klassifikation
Verbreitung
Behandlung
Zwangsbehandlung
Weiterführende Angaben
Siehe auch
Literatur
Weblinks






