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Prostataspezifisches Antigen

Das prostataspezifische Antigen (abgekürzt: PSA) ist ein Glykoprotein von 34 kDalton, das als physiologisches Sekretionsprodukt der prostatischen Ausführungsgänge dem Ejakulat beigemengt ist und der Verflüssigung des Samenkoagulums dient.

Das PSA ist ein wichtiger Tumormarker, der für die Diagnose des Prostatakarzinoms, vor allem aber zu dessen Verlaufskontrolle von entscheidender Bedeutung ist.

Denn während der Tastbefund - der als digitale rektale Untersuchung der Prostata bezeichnet wird - in nur 1,45 - 3,3% zur Erkennung von Frühstadien beiträgt, liegt die Erkennungsrate bei der PSA-Bestimmung bei 4,6%. Werden beide Methoden kombiniert, steigt die Erkennungsrate auf 5,8%.

Table of contents
1 PSA-Screening
2 PSA-Messung zur Verlaufskontrolle
3 Quellen

PSA-Screening


''Dieser Artikel beschreibt eine diagnostische Maßnahme, die der Früherkennung einer Krankheit dienen soll. Die allgemeinen theoretischen Grundlangen und die Grenzen solcher Screening-Untersuchungen werden im Artikel
Screening beschrieben. Der Artikel Früherkennung von Krankheiten gibt eine Übersicht über derzeit empfohlene Früherkennungsuntersuchungen und ihre Geschichte.
Ziel des PSA-Screening ist die Erhöhung der Lebenserwartung durch Früherkennung von Prostatakrebs - ob dieses Ziel erreicht wurde ist umstritten [1]. Wer in Deutschland an Prostatkrebs stirbt ist sogar um 3 Jahre älter als der Durchschnitt[1]. Weiters sind von Männer über 50, die an einem natürliche Tod gestorben sind, ein Drittel nicht an Prostatkrebs verstorben, obwohl sie Prostatkrebs gehabt hatten (Hanks und Scardino 1996)- Männer sterben v.a. mit Prostatkrebs, nicht an ihm.

Mit der Einführung des PSA-Massenscreenings konnte ein entscheidender Durchbruch in der Diagnostizierbarkeit des Prostatakarzinoms erzielt werden und ein nachhaltiger Effekt der PSA-Bestimmung belegt werden: Kein anderer Tumormarker hatte bislang derartige Auswirkungen auf die Erstdiagnose einer Krebserkrankung, das Tumorstadium bei der Erstdiagnose sowie die daraus resultierende Sterblichkeit aufgrund einer Krebserkrankung.

Dementsprechend stieg in den Jahren nach der Einführung des PSA-Screenings in den USA die Diagnose des Prostatakarzinoms über einige Jahre, um zuletzt auf gleichem Niveau zu verharren.

Nun könnte man argumentieren, dass dabei eben viele Karzinome erfasst wurden, die dem Patienten selbst während seines Lebens nie Probleme bereitet hätten - allerdings konnte die Rate an fortgeschrittenen Karzinomen damit deutlich gesenkt werden. Studien, die einen Vorteil des PSA-Screenings eindeutig beweisen, stehen jedoch noch aus, sodass keine generelle Empfehlung gegeben wird, das PSA-Screening bei Vorsorgeuntersuchungen mit einzubeziehen.

Probleme der alleinigen PSA-Bestimmung

Folgende Probleme werden diskutiert:
  1. Der Grenzwert, der zu einer weitergehenden Abklärung führen soll, wird mit 4,0 ng/ml angegeben, da darunter zu viele (letztlich sinnlose) Abklärungen aufgrund falsch positiver Befunde durchgeführt werden müssten. Denn das PSA ist zwar ein organspezifischer Marker, allerdings nicht krankheitsspezifisch. D.h., dass er beinahe ausschließlich auf eine Erkrankung der Prostata hinweist, allerdings auch bei der gutartigen, sog. benignen Prostatahyperplasie ebenso erhöht sein kann wie bei einer Entzündung, der sog. Prostatitis oder dem (selteneren) Prostatainfarkt. Mit der Einführung dieses Grenzwertes wurden somit die falsch positiven Befundergebnsisse wesentlich eingeschränkt, aber immer noch nicht ausgeschlossen.
  2. Andererseits haben 20% der Patienten bei der Erstdiagnose eines Prostatakarzinoms ein PSA unter 4%, wobei ca. 40% dieser Karzinome einen Gleason-Score über 6 aufweisen und damit als besonders aggressiv einzuschätzen sind.

Einführung des freien PSA

Die Anstrengungen, die Aussagekraft des PSA-Screenings zu erhöhen führten schließlich dazu, dass heute das freie PSA in die Untersuchungsroutine mit einbezogen wird: PSA ist im Blut als freies und als gebundenes PSA nachweisbar, beide zusammen werden als das Gesamt-PSA gemessen. Dieses alleine besitzt aus den oben angegebenen Gründen eine unzureichende diagnostische Aussagekraft. Der Quotient aus freiem und gebundenem PSA erhöht jedoch die Spezifität - d.h. die krankheitsspezifische Trefferquote - vor allem im Grenzbereich zwischen 4.0 und 10.0 ng/ml, da der Anteil des freien PSA bei Vorliegen eine Prostatakarzinoms kleiner ist. Je niedriger somit diese Verhältniszahl, umso höher die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Prostatakarzinoms.

Zu allgemeinen Problemen von Screening-Untersuchungen und der Früherkennung von Krankheiten siehe dort.

PSA-Messung zur Verlaufskontrolle

Ganz anders schaut es bezüglich der Wertigkeit des PSA zur Verlaufskontrolle nach erfolgter Therapie eines Prostatkarzinoms aus: Die Einführung der PSA-Bestimmung hat alle anderen Verfahren zur Rezidivsuche verdrängt. Eine Tumorprogression nach Therapie ohne PSA-Anstieg ist äußerst selten. Der Anstieg selbts geht der klinischen Manifestation eines Rezidivs in der Regel 6-12 Monate (29-602 Tage) voraus.

Quellen




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