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Privatsender

Ein Privatsender ist eine private, d.h. kommerzielle Rundfunk- oder Fernsehanstalt, dessen Existenz durch Werbung ermöglicht wird.

Table of contents
1 Allgemeines
2 Privatfernsehen
3 Privater Rundfunk
4 Weblinks

Allgemeines

Der Privatsender als Werbesender unterscheidet sich vom Dauerwerbefernsehen dadurch, dass er andere - durch die Werbung finanzierte - Programme sendet. Die Programme werden von Werbeblöcken in regelmäßigen Abständen unterbrochen, so dass die Zielgruppe optimal erreicht wird.

Der Privatsender unterscheidet sich einem öffentlich-rechtlichen Sender, dass er nicht durch öffentliche Rundfunk und Fernsehgebühren finanziert wird. Demzufolge hat er auch keinen dementsprechenden öffentlichen Auftrag.

Der Privatsender sieht seinen Auftrag in der Maximierung der Zuschauerquote. Die Masse bildet das Hauptkriterium des Privatsenders als Massenmedium. Aus der Konkurrenz der Privatsender untereinander sowie mit den öffentlich- rechtlichen Anstalten erwächst demgemäß das Programmangebot mit der breitesten Zuschauerbasis.

Politik, Sparten-, Regional- u.a. Nischenprogramme finden demgemäß meist nur boulevardesk aufbereitet im Privatsender Eingang.

Man unterscheidet

Privatfernsehen

Das Privatfernsehen stellt die kommerzielle – meist werbefinanzierte – Komponente des dualen Rundfunksystems in Bezug auf das Fernsehen in Deutschland dar. Im Gegensatz hierzu steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der durch obligatorische Gebühren finanziert wird, die von der GEZ erhoben werden. Die Gebühren für die öffentlich-rechtlichen Sender und die damit verbundenen Verwaltungs- und Kontrollorgane (z. B. Landesmedienanstalten) sind in ihrer Gesamtheit höher als die aller privaten Rundfunkanbieter Deutschlands zusammen.

Hintergrund

Mit dem 3. Rundfunkurteil, dem sogenannten FRAG-Urteil, bereitet das Bundesverfassungsgericht den Weg für privaten Rundfunk. Basis sind die Landesmediengesetze, die innerhalb des dualen Rundfunksystems bis heute ihre Anwendung finden.

Mit der Wahl Helmut Kohls zum Bundeskanzler im Jahre 1982 wird der technische Ausbau der Breitbandverkabelung unter dem damaligen Postminister Christian Schwarz-Schilling vorangetrieben.

Am 1. Januar 1984 startete in Ludwigshafen mit dem Kabel-Pilotprojekt Ludwigshafen in einem Kellerstudio das duale Rundfunksystem in Deutschland.

"Meine sehr verehrten Damen und Herren, in diesem Moment sind Sie Zeuge des Starts des ersten privaten Fernsehveranstalters in der Bundesrepublik Deutschland", hieß es am 1. Januar 1984 um 9.58 Uhr. Aus einem Kellerstudio in Ludwigshafen begrüßte Jürgen Doetz gemeinsam mit der Moderatorin Irene Joest die Zuschauer. PKS war geboren, aus dem ein Jahr später - im Jahre 1985 - SAT.1 wurde mit Sitz in Mainz.

Einen Tag nach dem Sendestart der PKS, am 2. Januar 1984, begann RTL plus (heute RTL) seinen Sendebetrieb aus Luxemburg.

Siehe auch: Fernsehen, Geschichte des Fernsehens, Kabelfernsehen

"Privatfernsehen" war auch der Titel einer ARD-Sendung mit dem Journalisten und TV-Produzenten Friedrich Küppersbusch (u. a. ZAK), die 1997 eingestellt wurde.

Privater Rundfunk

Privatradios sind zu 100% werbefinanzierte Anbieter von Radioprogrammen. Sie arbeiten gewinnorientiert auf unternehmerischer Basis.

Ziel ist es, durch die Vermarktung von Werbung im Rundfunk Gewinn zu erwirtschaften. Dazu wird das Programm entsprechend einer vordefinierten Zielgruppe gestaltet um diese Zielgruppe (Hörer) ansprechende Werbung im Programm platzieren zu können.

Die Vermarktung dieser Werbezeiten erfolgt durch Dienstleister wie zum Beispiel die Agentur Radio-Marketing-Service (RMS).

Da privater Rundfunk in Deutschland zum größten Teil populäre Musik mittels computergesteuerter Abspielung sendet, gibt es auch die Bezeichnung "Dudelfunk".

Zugelassen und kontrolliert werden Privatradios durch die Landesmedienanstalten.

Siehe auch: Hörfunk

Weblinks

Deutsches Historisches Museum



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