Polarstern (Astronomie)

Auffinden des Polarsterns
Der Polarstern ist der hellste Stern (α) im Sternbild Kleiner Bär (auch Kleiner Wagen genannt). Weitere Namen sind Stella Polaris oder nur Polaris und Nordstern; bei den Griechen der Antike hieß er Phoenice. Die systematische Bezeichnung in der Astronomie ist α Ursae Minoris oder kurz α UMi.
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|+ Daten
| style="vertical-align:top" | astronomische Bezeichnungen
|
α UMi
1 UMi
HD 8890
HR 424
|-
| style="vertical-align:top" | Position
| RA 2h 31m 48,70s
Dekl +89° 15' 51,0"
|-
| scheinbare Helligkeit
| 2,02m
|-
| absolute Helligkeit
| ca. -4,6M *
|-
| Spektralklasse
| F7:Ib-II
|-
| Abstand vom Sonnensystem
| ca. 680 Lichtjahre
|}
* berechnet aus scheinbarer Helligkeit und Abstand
Der Polarstern befindet sich nur ungefähr 0,7° vom nördlichen Himmelspol entfernt und wurde daher in der Schiffahrt als Navigationshilfe verwendet. Er scheint für Beobachter ohne Fernrohr das ganze Jahr über immer am gleichen Ort zu stehen; seine Höhe am Himmel entspricht ungefähr dem nördlichen Breitengrad, auf dem der Beobachter sich befindet. Als Stern 2. Größe fällt er jedoch nicht sofort ins Auge und ist keineswegs, wie häufig irrtümlich angenommen, der hellste Stern des Himmels.
Da die Erdachse nicht stabil ist, sondern eine langsame Kreiselbewegung, die Präzession ausführt, verschiebt sich im Laufe der Zeit die Lage der Himmelspole. Dadurch kann jeder Stern Polarstern werden, der um den Betrag der Schiefe der Ekliptik von deren Pol entfernt ist. Der Polarstern bewegt sich gegenwärtig in Polrichtung und wird ihm im Jahr 2102 mit 28' 31" am nähesten stehen, bevor er sich wieder entfernt. In etwa 13.000 Jahren wird dann die Wega der neue Polarstern sein.
Polaris ist ein Doppelstern mit einem Begleitstern der scheinbaren Helligkeit 9m in 18,4" Abstand, der 1780 von Herschel entdeckt wurde. Einige Zeit wurde der hellere Hauptstern als pulsationsveränderlicher Stern der Klasse der Cepheiden mit einer Helligkeitsschwankung zwischen 1,92m bis 2,07m und einer Periode von 3,9 Tagen angesehen, inzwischen haben die Schwankungen aber scheinbar aufgehört.
Das Sternbild Großer Bär bzw. Großer Wagen ist sehr deutlich und in nördlichen Breiten ganzjährig am Himmel zu sehen. Verlängert man die gedachte Verbindungslinie zwischen den beiden hellsten Sternen des Großen Wagen um etwas das fünffache, gelangt man fast direkt auf den Polarstern.
Weblink: Demonstratrion der Präzession
Siehe auch: veränderlicher SternAuffinden am Himmel






