Pfälzisch
Pfälzisch gehört mit dem Hessischen und dem Deutsch-Lothringischen zur rheinfränkischen Dialektgruppe der mitteldeutschen Dialekte. Von den benachbarten Mundarten kann es mittels folgender Isoglossen (gedachte Linien, die die Aussprache charakteristischer Wörter kennzeichnen) abgegrenzt werden:
- gegenüber dem Moselfränkischen durch die dat/das-Linie
- gegenüber dem Südrheinfränkischen und Ostfränkischen durch die appel/apfel-Linie oder die pund/pfund-Linie
- gegenüber dem Lothringischen durch die haus/hus-Linie
- gegenüber dem (Süd-)Hessischen durch die fest/fescht-Linie
Selbstverständlich sind die Übergange fließend und auch innerhalb des Pfälzischen gibt es charakteristische Unterschiede, vor allem zwischen dem Vorder- und West- (oder Hinter-)Pfälzischen.
Im Pfälzischen wurde die Hochdeutsche Lautverschiebung nicht vollständig durchgeführt; charakteristisch sind die erhaltenen p-Lautungen, wie in dem bekannten Spruch: "In de Palz geht de Parrer mit de Peif in die Kerch".
Weitere Eigentümlichkeiten des Pfälzischen sind die Nasalisierung der Vokale (z.B. in Land, das eher wie Lond klingt) und die Verdrängung des ich-Lauts durch sch (z.B. isch, misch, dursch); Eigentümlichkeiten, die auch durchklingen, wenn sich der Pfälzer der Hochsprache bedient.
Diesen sprachtheoretischen Überlegungen steht das subjektive Empfinden der Bevölkerung gegenüber: grob gesagt gibt es ein (sprachliches) Zusammengehörigkeitsgefühl der Bewohner des ehemaligen Regierungsbezirks Pfalz in Rheinland-Pfalz mit den Bewohnern des angrenzenden Saarpfalz-Kreises im Saarland und der Rhein-Neckar-Region (die nicht einfach mit dem Rhein-Neckar-Kreis identisch ist) in Baden-Württemberg (oft auch als Kurpfalz) bezeichnet.
Die Grammatik zeichnet sich gegenüber dem Hochdeutschen (wie bei anderen Dialekten) durch eine starke Reduzierung des Kasus- und Tempussystems aus. So ist z.B. das Imperfekt (bis auf wenige Restformen) verschwunden und wird durch das Perfekt ersetzt.
Beispiel:
- Hochdeutsch: "Er kam gestern nach Hause", Pfälzisch: "Er is geschdern hääm kumme."
Franz von Kobell (1803-1882) schrieb über die "Pälzer Sprooch":
Wer kann 'n liewe Glockeklang
so schreiwe, wie er klingt.
Un wer kann schreiwe mit de Schrift,
wie schee e Amsel singt?
Des kann mit aller Müh kee Mensch,
denk nor e bißche nooch.
Un wie mit Glock un Vochelsang
is 's mit de Pälzer Sprooch.
Literatur
Weblinks






