Peter Scholl-Latour
Peter Scholl-Latour (* 9. März 1924 in Bochum) ist ein deutscher Journalist. Er studierte in Mainz, Paris und Beirut Philologie, Politologie und Arabistik. Schon vor seinem Studium begann Scholl-Latour als Journalist zu arbeiten. Er war viele Jahre Korrespondent der ARD in Afrika und Indochina, von 1963-1969 Studio-Leiter der ARD in Paris und anschließend bis 1971 Fernsehdirektor des WDR.
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2 Veröffentlichungen 3 Literatur |
Durch seine vielen Auslandsreisen, die er seit den 50er Jahren unternommen hat, erwarb sich Scholl-Latour schnell den Ruf des "Kenners der Kontinente" (ZDF). Den Medien gilt er seit vielen Jahren als erster Ansprechpartner, wenn es um den Nahen Osten und den Islam geht. So äußerte sich Scholl-Latour in vielen Fernsehdiskussionsrunden kritisch zu den beabsichtigten und später durchgeführten Kriegen der USA in Afghanistan und im Irak.
Auf der anderen Seite wird Scholl-Latour vor allem von Orientalisten für seine Berichterstattung gerügt. Sie werfen ihm vor, durch undifferenzierte Sichtweisen bestehende Feindbilder aufrechtzuerhalten und alte Ängste zu schüren.
Einige prominente Muslime schätzen Scholl-Latour dagegen sehr. Und zwar sowohl sehr liberale, wie etwa Bassam Tibi, als auch extrem konservative: bestes Beispiel dafür ist Ayatollah Khomeini, der Scholl-Latur bei seiner Rückkehr nach Teheran 1979 die zukünftige Verfassung des Irans anvertraute, weil er nicht wußte, wie sein Empfang sein würde und er die Verfassung bei dem "unbeteiligten" Journalisten Scholl-Latour, der im gleichen Flugzeug mitflog, in Sicherheit dünkte.
So soll Scholl-Latour zum Beispiel in seiner Sendereihe "Das Schwert des Islam", die 1991 anlässlich des Golfkriegs im Fernsehen ausgestrahlt wurde, gezielt Bilder und Tondokumente eingesetzt haben, um beim Betrachter ein Gefühl der Bedrohung hervorrufen.
Auch in seinen Büchern, so die Wissenschaftler, verdrehe Scholl-Latour wichtige Fakten und lasse wichtige Aspekte unberücksichtigt.
In dieses Bild paßt auch der Auftritt Scholl-Latours in einer Talkshow im Frühjahr 2003, in der er den Islam auf Anfrage als "militante Religion" bezeichnete, ohne jedoch eine detaillierte oder differenzierte Begründung zu geben.
Mit der Verleihung des "Schimmeligen Sesamkringels" an Scholl-Latour machten Bamberger Orientalisten bereits in den 90er Jahren auf diese Mängel aufmerksam.
Peter Scholl-Latour wurde durch viele Journalistenpreise wie die Goldene Kamera oder den Ehrenpreis des Bayerischen Fernsehens ausgezeichnet. 1999 erhielt er eine Ehrenprofessur der Ruhr-Universität Bochum.
Für sein journalistisches Lebenswerk wurde Scholl-Latour Mitte November 2003 mit dem "Siebenpfeiffer-Preis" ausgezeichnet, der demokratisch und humanitär besonders engagierten Journalisten verliehen wird.
Rezeption Scholl-Latours
Veröffentlichungen
Literatur






