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Neues Bauen

Das Neue Bauen entstand in den 20er Jahren als neue Stilrichtung der Architektur. Angeregt von neuen Bautechniken wie Eisenbau und Stahlbetonbau rückte die Konstruktion in den Vordergrund, verdeckende Architektur und dekorative Elemente waren unerwünscht.

Table of contents
1 Gesellschaftliche Entwicklung
2 Vorläufer
3 Prinzipien
4 Vertreter

Gesellschaftliche Entwicklung

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich in Folge der industriellen Revolution auch langsam die Anforderungen und die Mittel des Bauens zu verändern.

Durch Landflucht und neue Arbeitsstrukturen entstand ein wachsender Bedarf an neuem Wohnraum, der befriedigt werden musste. Zugleich wurden Materialien wie Eisen, Glas und später Beton immer beliebter und besser nutzbar. Neue Bautechniken setzten sich durch: Stahlguß, Eisenskelettbau, große Glasrasterflächen und vorgefertigte Bauelemente. Sie brachten neue konstruktive und gestalterische Anforderungen mit sich.

Wurden die neuen Techniken zuerst im konstruktiven Ingenieurbau eingesetzt, so verwendete man sie bald auch im Gebäudebau. 1851 setzte Joseph Paxton in seinem Kristallpalast in London erstmals Stahl-Glas-Rahmen-Fertigteilkonstruktionen ein. Gustave Eiffel zeigte 1887 mit dem Eiffelturm in Paris die Möglichkeiten der Eisenskelettkonstruktion.

Vorläufer

In der Chicagoer Schule wurden die Techniken erstmals im größeren Stil beim Bau von Wohn- und Bürogebäuden angewandt. Louis Henry Sullivan postulierte 1890 mit form follows function einen Satz, der später zur Grundlage des Neuen Bauens werden sollte. In Europa nutzte Auguste Perret als einer der ersten Architekten die Vorteile der Eisen-Beton-Bauweise im regulären Wohnungsbau.

Auch in Deutschland erkannten Architekten die vielfältigen Möglichkeiten, die die neuen Techniken mit sich brachten und versuchten, daraus ein Neues Bauen zu entwickeln. Im 1907 Deutschen Werkbund vereinigten sich Architekten mit dem Ziel, dem Maschinenzeitalter entsprechend funktionsgerecht zu Bauen, ohne historisierende Rücksichten nehmen zu müssen und unter Einsatz moderner Materialien.

Walter Gropius schrieb 1913:

"Die neue Zeit fordert den eigenen Sinn. Exakt geprägte Form, jeder Zufälligkeit bar, klare Kontraste, ordnende Glieder, Reihung gleicher Teile und Einheit von Form und Farbe werden entsprechend der Energie und Ökonomie unseres öffentlichen Lebens das ästhetische Rüstzeug des modernen Baukünstlers werden."

Die drängenden sozialen Probleme und das Bedürfnis, massenhaft Wohnraum zur Verfügung stellen zu müssen, ließ Gleichgesinnte versuchen, die funktionalen und gestalterischen Anforderungen mit den sozialenProblemen zu verknüpfen. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es in Deutschland zu großen politischen Umwälzungen mit weitreichenden Auswirkungen und 1919 begannen Bruno Taut, Walter Gropius und Hans Scharoun im geheimen Briefwechsel Die gläserne Kette die sozialen Aspekte des Neuen Bauens zu diskutieren.

Prinzipien

Das Neue Bauen setzte konsequent auf die neuen Materialien Glas, Stahl, Beton und Backstein. Damit ließen sich vor allem einfache Formen und deren Dekomposition realisieren: einfache kubische Formen, ineinandergeschobene Raumvolumen, freistehende Wandscheiben und kühne Auskragungen.

Die neue Architektursprache folgte dem ökonomischen Grundprinzip:

Vertreter

Hauptvertreter des Neuen Bauens waren unter anderem Le Corbusier, Alvar Aalto, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Gerrit Thomas Rietveld, Hans Scharoun, Bruno Taut, Pier Luigi Nervi und Jörn Utzon.

Das Neue Bauen entwickelte sich im Deutschen Werkbund und bildete die ideele Grundlage der Bauhaus-Schule. Fast ein halbes Jahrhundert gestaltete es das europäische Bauen wesentlich mit.




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