Nestorianer
Die Nestorianer sind Anhänger des Nestorianismus, einer nach Nestorius bezeichneten christlichen Glaubensrichtung.Nestorius war 428 bis 431 Patriarch von Konstantinopel. Er entstammte der Antiochenischen Schule. Dem entsprechend lehrte er, dass Christus zwei Naturen besitze - eine göttliche und eine menschliche. Seine Gegner, zunächst vornehmlich aus der Alexandrinischen Schule, sahen darin eine Verletzung der Dreieinigkeit Gottes und griffen ihn scharf an.
- Der Streit eskalierte, als Nestorius über die Verwendung des Titels Gottesgebärerin für Maria zu entscheiden hatten, und als gemäßigte Variante den Titel Christusgebärerin vorschlug.
Zwei Ökumenische Konzile, das von Ephesus 431 und das von Chalcedon 451 beschäftigten sich mit der Thematik. Beide Konzile sprachen sich gegen den Nestorianismus aus. Allerdings nahmen am Konzil von Ephesos nur Anti-Nestorianer teil und das Konzil von Chalcedon wurde von den Orientalischen Kirchen und eben den Nestorianern nicht anerkannt. Letztlich legte sich auch der Kaiser auf das Bekenntnis von Chalcedon fest. In der Folge entstanden neben der, chalcedonischen Reichskirche, die nestorianischen und monophysitischen Kirchen.
Nestorius selbst scheint, streng genommen, kein Nestorianer gewesen zu sein, da in seiner Theologie noch keine Unvereinbarkeit der beiden Extrempositionen besteht. Das Schisma der Kirchen selbst ist, neben dem Christologischen Problem, auch das Ergebnis der politischen Interessen der Beteiligten.
Heute sind etwa 175.000 Menschen im Iran, Irak und Syrien Nestorianer. Im Mittelalter erstreckte sich ihre Missionstätigkeit bis in die Mongolei.






