Negative Zinsen
Null-Zinsen oder gar Negative Zinsen sind nach vielen volkswirtschaftlichen Theorien (insbesondere den neoliberalen, die einen Zins von dauerhaft über 0 postulieren) nicht möglich. Nun ist es im Jahre 2003 trotzdem geschehen, und zwar in Japan. Dort wurde für das Weggeben von Yen ein negativer Zins von -0.08% im Jahr gezahlt. Dies ging 2003 z.B. so:Ein japanischer Importeur möchte Waren in US-Dollar bezahlen und hat dafür Yen. Seine Bank sucht sich also eine ausländische Bank, die Yen haben will und dafür Dollar hergibt. Diese vereinbaren dann ein Swap-Geschäft, wonach die eine Bank Dollar der anderen Bank und die andere Bank Yen der einen Bank bekommt und dies nach einem gewissen Zeitraum rückgängig gemacht wird. Obwohl das Wechselkurs-Risiko besteht, ist dies für beide Banken normalerweise kein Problem. Wenn sie das ausländische Geld gerade nicht brauchen, dann legen sie es einfach auf dem Geldmarkt des ausländischen Geldes in zinstragende Anlagen an, z.B. in Staatsanleihen. Diese Zinsen kompensieren das Wechselkursrisiko teilweise. Braucht die japanische Bank also nicht gerade alle US-Dollar, dann kauft sie sich damit Anleihen der US-Regierung, welche verzinst sind. Braucht die US-Bank nicht gerade Yen, dann kauft sie sich damit Anleihen der japanischen Regierung. Diese waren aber 2003 extrem niedrig verzinst, nämlich mit fast 0 % im Jahr. Eine solche Situation bedeutet, dass das Wechselkursrisiko zwar für die japanische Bank teilweise durch die Zinsen kompensiert ist, jedoch nicht für die US-Bank. Aus diesem Grund möchte die US-Bank sich dieses Risiko bezahlen lassen.
Damit gibt die japanische Bank also der US-Bank Geld, damit sie ihr eigenes Geld nimmt. Dies sind negative Zinsen.
Negative Zinsen werden von manchen volkswirtschaftlichen Theorien nicht nur als möglich erachtet, es gibt auch Theorien, deren zentrale Elemente negative Zinsen (auf Geld) sind, so die Freiwirtschaft.






