Napoleonische Kriege
Die Napoleonischen Kriege (auch: Koalitionskriege) dauerten von 1803 bis 1815. Sie standen in der Kontinuität der Konflikte, die durch die Französische Revolution hervorgerufen wurden.
In wechselnden Koalitionen europäischer Mächte wurden insgesamt vier Kriege gegen die Französische Republik bzw. Napoleon Bonaparte geführt:
- 1. Koalitionskrieg 1792-1797
- 2. Koalitionskrieg 1798-1801/1802
- 3. Koalitionskrieg 1805
- 4. Koalitionskrieg 1806/1807
| Table of contents |
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2 Die dritte Koalition 3 Die vierte Koalition 4 Die fünfte Koalition 5 Die sechste Koalition 6 Die siebte Koalition |
Der erste und zweite Koalitionskrieg
Die erste Koalition (1792 - 1797) aus Österreich, Preußen, Großbritannien, Spanien und Piemont gegen Frankreich war der erste Versuch, republikanische Entwicklungen aufzuhalten. Diese erste Koalition wurde durch die französischen Bemühungen der levée en masse - der Mobilisierung der Massen besiegt.
Die zweite Koalition (1798 - 1801) aus Russland, Großbritannien, Österreich, dem Ottomanische Reich, Portugal, Neapel und dem Vatikan gegen Frankreich scheiterte ebenso. Napoleon Bonaparte beherrschte Frankreich seit 1796. Es gelang ihm jedoch nicht, Großbritannien direkt anzugreifen oder zu verheeren. Er versuchte daher, eine doppelte Bedrohung gegenüber dem Vereinigten Königreich aufzubauen: er marschierte im Sommer 1798 in Ägypten ein und schickte ein Expeditionsheer nach Irland. Die französische Flotte wurde jedoch durch Horatio Nelson am 1. August in der Schlacht auf dem Nil bei Aboukir (Abu Qir) geschlagen und die Iren recht bald beruhigt. Napoleon war gezwungen, in Ägypten zu verharren, sodass die Koalition mit Ausnahme Preußens Vorteile aus der Situation zog. Mehrere Schlachten in der Schweiz und in Italien wurden gewonnen, jedoch zog sich Russland bald daraufh zurück; die Britischen Handlungsmöglichkeiten waren aufgebraucht, die Österreicher standen dem zurückkehrenden Napoleon bei der Schlacht von Marengo am 14. Juni 1800 und bei der Schlacht von Hohenlinden am 3. Dezember allein gegenüber.
Der Vertrag von Amiens (1802) brachte einen vorläufigen Frieden zwischen den Briten und Franzosen, zugleich bedeutete dies das Ende der zweiten Koalition. Neue Feindseligkeiten brachen am 18. Mai 1803 aus. Statt die Wiederherstellung der französischen Monarchie herbeizuführen, stand nun der Kampf gegen Napoleon im Vordergrund.
Bonaparte verkündete das Kaiserreich Frankreich am 28. Mai und krönte sich am 2. Dezember 1804 in Notre-Dame de Paris selbst zum Kaiser.
Die dritte Koalition
Die dritte Koalition gegen Frankreich aus (Österreich, Großbritannien, Russland und Schweden) bestand ab 1805.
Auf französischer Seite wurde der Plan entwickelt, in England einzumarschieren. Invasionstruppen von 150.000 Mann wurden bei Boulogne versammelt. Pierre de Villeneuve blockierte Cadiz und verließ den Ort dann Richtung Neapel am 19. Oktober. Bei der Schlacht von Trafalgar am 22. Oktober wurde er besiegt und gefangen genommen.
Im April 1805 hatten Großbrittanien und Russland einen Vertrag unterzeichnet , um Holland und die Schweiz zu befreien. Österreich trat der Allianz bei, nachdem Genua annektiert wurde und Napoleon zum König Italiens ausgerufen wurde. Die französische Armee zog im späten Juli von Boulogne nach Deutschland. Bei den Schlachten um Ulm (25. September - 20. Oktober) besiegten die Franzosen 70.000 Österreicher unter Karl Mack von Leiberich. Die Schlacht von Austerlitz am 2. Dezember brachte erneut eine schwere Niederlage für die vereinigte russische und österreichische Armee. Es wurde der Preßburger Frieden auferlegt.
Die vierte Koalition
Die vierte Koalition (1806-1807) aus Preußen, Sachsen und Russland gegen Frankreich bestand von 1806 bis 1807.
Das partikularistische Deutschland, der Rheinbund und die Hansestädte verhielten sich neutral. Preußen erklärte allein den Krieg. Dieser führte in der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 zu einer schweren Niederlage. Napoleon hält am 27. Oktober Einzug in Berlin.
Gegen die Russen besteht kein Vorkommen bei der Schlacht von Eylau (7. Februar - 8. Februar 1806), das Kriegsglück schwenkt jedoch zugunsten Napoleons bei der Schlacht von Friedland am 14. Juni um. De russische Zar Alexander I und Napoleon schließen in Tilsit am 7. Juli 1807 Frieden. Der Erfurter Kongress [[1808]9 führt zu der Einigung zwischen Napoleon und Zar Alexander I., dass Russland Druck auf Schweden ausübt, um sich den kontinentalen Ländern anzuschließen. Dies führt zum finnischen Krieg und der Teilung Schwedens am Bottnischen Meerbusen. Der östliche Teil wird das russische Großherzogtum Finnland.
Die fünfte Koalition
Die fünfte Koalition gegen Frankreich wird 1809 zwischen Großbritannien und Österreich geschlossen.
Den Briten gelingen nur kleinere Siege, insbesondere in den französischen Kolonien. Eine Seeschlacht bei Kopenhagen am 2. September 1807 wird gewonnen. Die Walcheren-Expedition 1809 scheitert. Der Kampf mit Frankreich wird fortan als Wirtschaftsblockade betrieben. Die Seewege zum Kontinent werden abgeschnitten.
Österreich greift 1809 die Franzosen in Bayern an. Sie werden bei der Schlacht bei Wagram, 5. Juli - 6. Juli besiegt. Ein weiterer Friedensvertrag wird Österreich in Schönbrunn am 14. Oktober 1809 aufgelegt.
1810 erreicht das französische Empire die größte Ausdehnung. Napoleon heiratet Marie-Louise. Neben dem französischen Reich herrscht Napoleon über die Schweizer Eidgenossenschaft, die Rheinprovinz und das Großherzogtum Warschau. Die mit ihm verbündeten Gebiete sind das Königreich Spanien (König Joseph Bonaparte), das Königreich Westfalen (König Jerome Bonaparte), das Königreich Italien (Eugène de Beauharnais, Sohn von Joséphine), das Königreich Neapel (Joachim Murat, Schwager), das Fürstentum von Lucca und Piombino (Felix Bacciochi, Schwager).
Die sechste Koalition
Die sechste Koalition gegen Frankreich (1812 - 1814) umfasste Großbritannien, Russland, Preußen, Schweden, Österreich und zahlreiche deutsche Kleinstaaten.
Die Grande Armée, 600.000 Männer (darunter 270.000 Franzosen) überschritten den Niemen am 23. Juni 1812. Die russischen Truppen ziehen sich nur langsam zurück und hinterlassen verbrannte Erde. Die Schlacht von Borodino am 7. September bringt hohe Verluste auf beiden Seiten, aber keine Entscheidung. Am 14. September wird Moskau genommen. Große Teile der Stadt stehen in Flammen. Alexander I. weigert sich, Verhandlungen mit Napoleon aufzunehmen. Napoleon muss sich zurückziehen; 275.000 Tote und 200.000 Gefangene der großen Armee Napoleons sind zu beklagen. Im November verbleiben 10.000 Soldaten, die die Beresina überqueren. Im Dezember kehrt Napoleon nach Paris zurück.
In der Schlacht von Vitoria am 21. Juni 1813 wird die französische Macht über Spanien gebrochen. Die Franzosen müssen sich über die Pyrenäen zurückziehen.
Österreich und Preußen greifen erneut in die Kriegshandlungen ein. In der Schlacht von Lützen am 2. Mai und in der Schlacht von Bautzen (20./21. Mai) gelingen dem französischen Heer kleinere Siege über die russisch-preußischen Truppen. Die Vielvölkerschlacht bei Leipzig vom 16. Oktober bis zum 19. Oktober 1813 (195.000 Franzosen, 350.000 Alliierte, 110.000 Tote) wird gefolgt von der Schlacht von Arcis-sur-Aube. Es kommt zum Vertrag von Chaumont am (9. März 1814). Am 31. März nehmen die alliierten Truppen Paris ein. Napoleon dankt am 6. April ab. Es folgt der Vertrag von Fontainebleau. Die Regentschaft der Bourbonen wird wiederhergestellt. Napoleon wird nach Elba verbannt.
Die siebte Koalition
Die siebte Koalition aus Großbritannien, Russland, Preußen, Schweden, Österreich und anderen deutschen Staaten formiert sich 1815 gegen Frankreich.
Die "hundert Tage" beginnen mit der Landung Napoleons bei Cannes am 1. März 1815. Es gelingt ihm, eine Armee mit 280.000 Mann auszuheben. In Belgien werden die alliierten Truppen angegriffen, um Wellington und Blücher in Zugzwang zu setzen. Die Schlacht von Ligny am 15. Juni bringt ihm einen Sieg gegen die Preußen , die sich nach Wavre zurückziehen. Der Vorstoß Wellingtons wird bei Quatre Bras aufgehalten. In der Schlacht von Waterloo am 18. Juni erleidet Napoleon erneut eine schwere Niederlage. Er wird erneut am 22. Juni 1815 verbannt, und zwar nach Saint Helena.






