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Motorschiff

Als Motorschiff wird ein Schiff bezeichnet, das durch Dieselmotoren (selten auch Ottomotoren) angetrieben wird. Als Abkürzung wird oft die Buchstabenbezeichnung MS benutzt.

Für den Antrieb werden meistens besondere Schiffsdieselmotoren benutzt, die nicht nur erheblich größer sind als Dieselmotoren für Kraftfahrzeuge oder Diesellokomotiven, sondern auch ein zähflüssigeres Dieselöl als Treibstoff benutzen, das sogenannte mittelschwere Heizöl. Diese Schiffsdiesel laufen erheblich langsamer als die kleinen Dieselmotoren von Landfahrzeugen, der Treibstoff muss häufig aufgeheizt werden, um fließen zu können.

= Geschichte =

Entwicklung

Bereits kurz nach seiner Erfindung wurde der Dieselmotor für Boote eingesetzt, bald darauf für Binnenschiffe. Die dänische Reederei East Asiatic Company ließ 1912 bei der Werft Burmeister und Wain in Kopenhagen das erste hochseetaugliche Motorschiff, das Passagierschiff "Selandia", bauen. Die 4964 BRT große Selandia war 117 m lang, 16 m breit und hatte einen Tiefgang von 9 m. Mit zwei Dieselmotoren von je 1250 PS erreichte das Zweischrauben-Schiff eine Geschwindigkeit von 12 Knoten. Bereits auf ihrer Jungfernreise legte sie 22.000 Seemeilen zurück.

Durch den Einsatz von Dampfturbinen in Turbinenschiffen und die im Vergleich zum Dieselöl preisgünstige Kohle dominierte der Dampfantrieb noch bis zum Ende des 2. Weltkriegs die Seefahrt. Mit der Exploration neuer Erdölvorkommen und der Verfügbarkeit billigeren Dieseltreibstoffs als Abfallprodukt bei der Raffination von Benzin und leichtem Heizöl ergaben sich Kostenvorteile für Motorschiffe, so dass sie bereits in der 50er Jahren des 20. Jahrhunderts den Schiffsneubau dominierten. Anfang des 21. Jahrhunders sind 97% aller großen Schiffe Motorschiffe. Die größten Schiffsdieselmotoren leisten mehr als 110 000 PS.

Zeittafel zur Entwicklung der Motorschiffe

=Umwelteigenschaften= Ökologisch sind Motorschiffe ambivalent:

Sie haben einen relativ hohen Wirkungsgrad und verursachen (bezogen auf die Transportleistung) im Vergleich mit Landverkehrsmitteln (Eisenbahn, LKW) sowie insbesondere im Vergleich mit Flugzeugen erheblich geringere Emissionen an Treibhausgasen, die für den Treibhauseffekt und die damit verbundenen Änderungen des Weltklimas verantwortlich sind.

Durch ihren Treibstoff, vor allem das besonders billige Bunker-C-Öl, stellen Motorschiffe bei Kollisionen jedoch ein Umweltrisiko dar (Ölpest). Außerdem hat das Bunker-C-Öl einen hohen Schwefelgehalt (nach IMO bis zu 4,5 %), der zur Emission von Schwefeloxiden führt. Weitere Probleme entstehen durch die Emission von Ruß und Stickoxiden.

Mittels neuer Konstruktionen (Common-Rail-Diesel und Wassereinspritzung in den Brennraum) wird zur Zeit versucht, diese Emissionsprobleme zu bewältigen. Breiter verbreitet ist bereits die Katalysator-Technologie nach dem SCR-Prinzip (selective catalytic reduction), die aus dem Kraftwerksbau stammt. Bei ihr werden die Abgase durch Einspritzen von Harnstoff katalytisch gereinigt.

Mit der Einführung abgasbezogener Hafengebühren versuchen einige Hafenstädte, die Verbeitung sauberer Antriebe für Motorschiffe zu fördern.

Siehe auch: Dampfschiff - Segelschiff - Ruderschiff - Katamaran




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