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Michael Wolgemut

Michael Wolgemut (* 1434 in Nürnberg, † 30. November 1519 in Nürnberg), ein Maler und ein Meister des Holzschnitts, war der wichtigste Vertreter der ältern fränkischen Schule.

Wolgemut wurde 1434 in Nürnberg geboren, scheint sich in Flandern oder doch nach flandrischen Gemälden gebildet zu haben und gründete in Nürnberg, wo er zuerst 1473 urkundlich erwähnt wird, eine einflussreiche, vielbeschäftigte Malerwerkstätte, in die auch Albrecht Dürer eintrat. Er starb am 30. November 1519 in Nürnberg.

Aus Wolgemuts Atelier ging eine große Zahl von Schnitzaltären mit bemalten Flügeln hervor, welche zumeist handwerksmäßig mit Hilfe von Gesellen ausgeführt sind. Die hervorragendsten sind vier Flügel mit Darstellungen aus der Geschichte Christi von 1465 (in der Münchener Pinakothek), der Altar der Marienkirche zu Zwickan mit Szenen aus der Jugend und der Passion Christi und der Peringsdörffersche Altar in der Moritzkapelle zu Nürnberg mit acht männlichen und weiblichen Heiligen und Szenen aus der Legende des heiligen Veit. Sein Hauptwerk sind die Gemälde in der Ratsstube zu Goslar, Szenen aus der Kindheit Christi an der Decke und Gestalten von Kaisern und Sibyllen an den Wänden. Er hat auch Bildnisse gemalt. Auch in seinen bessern, von ihm eigenhändig ausgeführten Gemälden erscheint er als ein den flandrischen Malern sowohl in der Feinheit der Ausführung als der Empfindung nachstehender Künstler; die Formen pflegen eckig zu sein, die Typen ziemlich einförmig und bisweilen von übertriebener Hässlichkeit.

Wolgemut zeichnete auch für den Holzschnitt, unter anderm für die Illustrationen in der "Schedelschen Weltchronik" (Nürnberg 1493), die den Anstoß zur raschen Fortentwickelung dieser Kunst durch und unter Albrecht Dürer gegeben haben. In der Schedelschen Weltchronik wird ihm u.a. die doppelseitige Nürnberg-Ansicht zugeschrieben, die erste gedruckte Ansicht ihrer Art überhaupt.

In Kupfer gestochen hat Wolgemut nicht.


[Dieser Artikel basiert hauptsächlich auf dem Artikel aus Meyers Konversationslexikon von 1888.]

Literatur




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