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Messias (Judentum)

Mit Messias (von Hebräisch: mashiach - gesalbt) wird der im Judentum erwartete zukünftige Nachkomme aus der Linie König Davids bezeichnet, der das Reich Gottes auf Erden einläuten wird.

Allgemeiner bezeichnet das Wort Messias jeden durch Salbung in den Dienst Gottes aufgenommenen Menschen. Darunter fallen alle jüdischen Hohepriester und Könige. Dieser Artikel befasst sich jedoch mit dem Messias, einer im Tanach (der heilige Schrift der Juden) nur indirekt erwähnten Person, die in der Zukunft eine bestimmte Rolle im Judentum erfüllen werde.

Gemäß der jüdischen Auslegung finden sich im Tanach Weissagungen, welche sich auf einen zukünftigen Nachkommen von König David beziehen. Dieser vollkommen menschliche und sterbliche Anführer sei dazu bestimmt, der neue jüdische König und letztendlich König der ganzen Welt zu werden, unter dem das Land Israel wieder aufgebaut und das Königreich Davids wiederhergestellt werde.

Table of contents
1 Kriterien des Messias
2 Jüdischerseits abgelehnte Messiasse

Kriterien des Messias

Als jüdischer König muss der erwartet Messias selbstverständlich ein Jude sein. Diese Voraussetzung ist im 5. Buch Mose (17,15) festgelegt. Genauer wird verlangt, dass er aus dem Stamm Juda stammen solle (1. Buch Mose 49,10), und zusätzlich ein direkter Nachkomme in der männlichen Linie des Königs David über dessen Sohn Salomo sei (2. Buch Samuel 7,12-13).

Weiter wird erwartet, dass unter der Regentschaft des Messias alle Juden aus ihrem Exil wieder in ihre Heimat zurückkehren werden (Jesaja 11,12), und dass der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut wird (Hesekiel 37,26-27).

Unter der Herrschaft des Messias soll eine Zeit des Weltfriedens anbrechen (Micha 4:3), und alle Juden werden Gottes Gesetze achten (Hesekiel 37,24). Zusätzlich wird auch erwartet, dass die gesamte Menschheit den jüdischen Gott anbeten werde (Jesaja 66,23).

Jüdischerseits abgelehnte Messiasse

In der Geschichte des Judentums hat es immer wieder Individuen gegeben, die von sich behaupteten, der erwartete Messias zu sein, oder deren Anhänger dies annahmen. Bislang wurden all diese Forderungen als unberechtigt zurückgewiesen.

Jesus Christus

Das jüdische Verständnis des Messias unterscheidet sich wesentlich von dem des Christentums. (siehe auch: Messias (Christentum))

Die meisten Juden erkennen Jesus Christus nicht als Messias an (Ausnahme:Messianische Juden); er gilt der jüdischen Religionsgeschichte nicht einmal als abgekanzelter häretischer Messias, sondern wird als Stifter einer neuen Religion alleine dem Christentum zugeordnet.

Für sich selbst hätten sie vom Messias eine Beendigung der Besatzung durch die Römer, eine Rückkehr der in der Diaspora verstreuten Juden in ein freies Eretz Israel, und die Bestätigung als das auserwählte Volk Jahwes erwartet. Ganz im Gegenteil erlitten sie gegen die Römer jedoch vernichtende Niederlagen in den Jüdischen Kriegen, in deren Verlauf im Jahre 70 n.Chr. der 2. Tempel in Jerusalem zerstört wurde, und an deren Ende im Jahre 135 n.Chr. der jüdische Staat zerstört und die römische Provinz Judäa in Syria Palästina umbenannt wurde.

Bar Kochba

Bar Kochba, der Anführer des jüdischen Aufstandes gegen die römische Besatzung, sah sich selbst als Messias. Auch viele seiner Gefolgsleute waren dieser Ansicht, bis der Aufstand scheiterte. Ohne das Einleiten einer Zeit des Weltfriedens kann Bar Kochba jedoch nicht der Messias gewesen sein.




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