Marienwerder
Marienwerder, Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks in der Provinz Westpreußen, 5 km von der Weichsel, an der Liebe und der Linie Thorn-Marienburg der Preußischen Staatsbahn, 34 m ü. M., het eine große evangelisch Domkirche (1343-84 erbaut, mit den Grabmälern dreier Hochmeister und der pomesanischen Bischöfe), eine katholische Kirche, ein altes Domschloß (jetzt Amtsgericht und Gefängnis), schöne Gebäude für die Regierung, das Oberlandesgericht und die Landschaft, ein neues Rathaus und (1885) 8.079 meist evangelische Einwohner, welche Zucker-, Essig- und Maschinenfabrikation, Bierbrauerei, Molkerei und Obstbau betreiben.Marienwerder ist Sitz einer Regierung, eines Oberlandesgerichts, eines Amtsgerichts und hat eine Reichsbanknebenstelle, ein Gymnasium, ein Lehrerinnenseminar, eine Unteroffizierschule und ein Landgestüt. In unmittelbarer Nähe der Stadt liegen die Landgemeinden Marienau, Marienfelde und Mareese mit zusammen über 4.000 Einwohnern.
Die Burg wurde 1232, die Stadt 1233 angelegt und war die Residenz der ersten Bischöfe von Pomesanien; auch schlossen daselbst am 14. März 1440 Land und Städte den Preußischen Bund zur Wahrung ihrer Rechte dem Orden gegenüber.






