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Marienverehrung

In verschiedenen christlichen Gruppierungen und Kirchen nimmt Maria, die Mutter des Jesus von Nazareth eine besondere Stellung ein.

Entsprechenden Stellen aus der Bibel, sowie der Tradition folgend verbindet man sie mit folgenden Eigenschaften:

Table of contents
1 Sonderstellung Marias
2 Sicht der Konfessionen
3 Literatur

Sonderstellung Marias

Gottesmutter

Maria ist die Mutter von
Jesus von Nazareth, der im Christentum gleichzeitig Mensch und Gott ist. Das dritte Ökumenische Konzil in Ephesus 431 erklärte Maria zur theotokos, zur Gottesgebärerin.

Jungfrau

Die Jungfräulichkeit wird in zwei Ausprägungen gesehen:
  1. Jesus wurde durch den Heiligen Geist gezeugt, als Maria Jungfrau war, sie hat vor seiner Geburt mit keinem Mann verkehrt.
  2. Maria blieb auch nach der Geburt von Jesus eine Jungfrau, war mit Josef nur dem Namen nach verheiratet (Josefsehe). Diese Jungfräulichkeit wird insbesondere in der katholischen Kirche als besondere Tugend gewertet.

Sicht der Konfessionen

Orthodoxe Kirche

Die
orthodoxen Kirchen verehren Maria als die Mutter Gottes und als Jungfrau. Sie sehen sie als heilig und sündlos, aber durch ihre unterschiedliche Auffassung von Erbsünde, ist die unbefleckte Empfängnis für sie kein Thema.

Katholische Kirche

Von der Erbsünde bewahrt ("unbefleckt empfangen")

Die
katholische Kirche lehrt, dass der Mensch am Ende seines Lebens von allen Sünden erlöst und zu einer vollkommenen Gemeinschaft mit Gott gelangt (volkstümlich: "Himmel"). Dieses Erlösungswerk vollzog Gott bei Maria schon im Moment ihrer eigenen Empfängnis im Leib ihrer Mutter Anna. Das heißt, Maria, die Frau die Gott als Mensch geboren hat, hatte zu Lebzeiten an der Erbsünde keinen Anteil. Diesen Umstand feiert man am 8. Dezember am Fest der unbefleckten Empfängnis oder Emfängnis Mariae (Maria immaculata).

Verwechselt wird diese Thematik fälschlicherweise oft mit der Jungfräulichkeit Mariens bei der Geburt Jesu.

In der katholischen Kirche nimmt die Marienverehrung eine wichtige Rolle ein. Die Dogmen der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel und der unbefleckten Empfängnis gibt es nur in der römisch-katholischen Kirche.

Innerhalb der katholischen Kirche, insbesondere in Deutschland, divergieren die Ansichten über dieses Thema zum Teil erheblich: In der Volksfrömmigkeit ist Maria allgegenwärtig, während sich in Intellektuellenkreisen viele mit diesem Thema schwertun. Zeitgenössische Betrachtungen betonen gern Marias Stärke, wie sie sich vor allem in ihrem Jubellied, dem Magnificat (Luk. 1,46-55), widerspiegelt.

Katholische Ausdrucksformen der Marienverehrung sind Marien-Wallfahrtsorte, wie Lourdes, Fatima, Częstochowa, Kevelaer, zahlreiche Marienfeste oder das Rosenkranzgebet.

Lutheraner

Bei den Protestanten spielt die Marienverehrung in der Praxis kaum eine Rolle. Luther bekämpfte die katholische Vorstellung von Maria als Himmelskönigin sowie die teilweise verbreitete Vorstellung von Maria als Mittlerin, die Christus erst gnädig stimmen muss. Allerdings hielt er auch Marienpredigten und schätzte in seinen Auslegungen (etwa des Magnificats) Maria als Beispiel menschlicher Demut und Reinheit.

Reformierte

In der Reformierten Kirche akzeptierte Zwingli die Marienverehrung, so weit sie biblisch begründet ist. Calvin lehnte dann jegliche evangelische Marienverehrung ab, da sie immer in der Gefahr sei, zum Götzendienst zu werden.

Siehe auch: Ave Maria, Angelus, Rosenkranz, Magnificat, Madonna, Maiandacht, Mariä Himmelfahrt, Unbefleckte Empfängnis, Jungfräulichkeit Marias, Kirchenjahr

Literatur




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