Marco Pantani
Marco Pantani (* 13. Januar 1970 in Cesenatico, Italien) ist ein italienischer Radrennfahrer. Er wird als der beste Bergspezialist der 1990er Jahre angesehen. 1998 gewann er die Tour de France - als erster reiner Kletterer seit Lucien Van Impe 1976 und als erster Italiener seit Felice Gimondi 1965.
Marco Pantani trat 1994 ins Rampenlicht, als er seine erste Tour de France in Paris als Dritter und bester Jungprofi beendete. Ein Jahr darauf konnte er zwei Bergetappen, darunter den legendären Anstieg nach L’Alpe-d’Huez, für sich entscheiden.
Seine vielversprechende Karriere schien schon im Oktober 1995 wieder vorbei zu sein, als Pantani bei dem Radrennen Mailand-Turin einen lebensgefährlichen Sturz erlebte. Pantani kam nach langer Rehabilitation wieder zurück, um beim Giro d’Italia 1997 erneut auszuscheiden, als eine schwarze Katze vor ihm die Straße überquerte. Damit war das Sturzpech des Italieners ausgereizt, und er meldete sich schon bei der Tour 1997 mit zwei weiteren Etappensiegen (u.a. wieder in L’Alpe-d’Huez) und dem dritten Gesamtrang zurück.
1998 war schließlich sein Jahr. Pantani - der von der italienischen Presse zunächst wegen seiner abstehenden Ohren „Elefantino“ und später wegen seines ständigen Kopftuches „der Pirat“ genannt wurde - gewann zunächst den Giro in souveräner Manier und konnte schließlich auch bei der Tour de France triumphieren, indem er dem Favoriten Jan Ullrich bei einer Bergetappe über neun Minuten abnahm. Damit konnte er nebenbei zwei Grundsätze des Radsports entkräften: 1. Man kann in der heutigen Zeit der Spezialisierung nicht mehr das Double Giro-Tour schaffen. 2. Ein reiner Kletterer gewinnt keine große Rundfahrt.
Überschattet wurde sein großer Erfolg, der ihn zum beliebtesten Sportler Italiens machte, allerdings vom Dopingskandal der Tour 1998. Er selbst wurde vom Thema Doping ironischerweise erst ein Jahr später eingeholt, als er beim Giro d’Italia 1999 – zwei Tage vor Schluss uneinholbar in Führung liegend – wegen eines auf die Nutzung der verbotenen Substanz EPO hinweisenden überhöhten Hämatokritwerts disqualifiziert wurde.
Nach dieser Offenbarung konnte Pantani nie mehr an seine Glanzleistungen anknüpfen. Bei der Tour 2000 gewann er noch einmal eine Etappe (hinauf zum Mont Ventoux), danach enttäuschte er seine noch immer zahlreichen Fans jedoch regelmäßig. Der Tief- und womöglich Endpunkt seiner Karriere war im Juni 2003 erreicht, als bekannt wurde, dass sich Pantani zur Behandlung in einer Nervenklinik aufhielt.






