Macht
Macht ist ein soziologisches Konzept, das eine bestimmte Beziehung zwischen Individuen oder Gruppen definiert.
Definitionen
Die älteste Definition stammt von Max Weber. Seiner Ansicht nach ist Macht "jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht."
Die moderne Soziologie erweitert die Definition von Macht. Danach ist diese stets ein soziales Verhältnis (Macht kann ohne Beziehung nicht existieren, sie existiert immer nur in Verbindung mit und zu anderen Menschen).
Macht unterscheidet sich deutlich von Herrschaft, Herrschaft ist Macht insofern sie legitimiert ist. Außerdem wird sie als eine der Grunddimensionen des sozialen Lebens betrachtet: Wo immer Menschen, Gruppen oder Institutionen miteinander in Verbindung (Beziehung) treten, entsteht automatisch ein Machtverhältnis.
Für die Personalführung sind fünf Ausprägungen von Macht relevant
- Belohnungs- und Bestrafungsmacht, beruht auf der Möglichkeit Belohnungen und Bestrafungen anzudrohen und auszuüben
- Legitimationsmacht, basiert auf der Weisungskompetenz innerhalb einer Hierachie (formale Vorgesetzte)
- Expertenmacht, basiert auf einem inhaltlichen oder zeitlichen Informationsvorsprung
- Informationsmacht, basiert auf der Möglichkeit Informationen nicht an die Mitarbeiter weiterzugeben
- Identifikationsmacht, beruht auf der Vorbildfunktion des Führenden, dem es nachzueifern gilt
Andere Meinungen gehen davon aus, dass Machtpositionen immer von Personen besetzt werden die ein außergewöhnliches Machtstreben haben.
- Macht wirkt in allen sozialen Beziehungen (zum Beispiel: Arbeits-, Geschlechter-, Eltern-Kind-Beziehungen)
- Macht kann repressive ("Macht über...") und/oder produktive (Macht, zu...) Aspekte haben
- Macht kann auch unabhängig von den Absichten einzelner Individuen wirken
Zitat
- Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.
- Theodor W. Adorno (Minima Moralia, Erster Teil, 1944)
- Theodor W. Adorno (Minima Moralia, Erster Teil, 1944)






