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Liste ökumenischer Konzile

Ökumenische Konzile (von gr. oικoυμενη bewohnt, die bewohnte Erde, und lat. concilium Ratsversammlung) sind Konzile, zu denen Bischöfe aus der ganzen Welt zusammengerufen sind.

Table of contents
1 Allgemeines
2 Allgemein anerkannte ökumenische Konzile
3 Ökumenische Konzile der katholischen Kirche
4 Ökumenische Konzile der orthodoxen Kirchen

Allgemeines

Ökumenisch wird ein Konzil immer dann genannt, wenn seine Teilnehmer die ganze Kirche repräsentieren. Dies ist dabei räumlich wie auch theologisch zu verstehen. Einzelne Konzile wurden erst durch die Rezeption ihrer Beschlüsse zu Ökumenischen Konzilen aufgewertet (z.B. Ephesos).

Die Tendenz, die eigene Theologie als die alleinige Wahrheit wahrzunehmen und damit den Anspruch zu verknüpfen, die einzige wahre Kirche zu vertreten, führte dazu, dass in späterer Zeit einzelne christliche Konfessionen ihrerseits Ökumenische Konzile einberiefen.

Neben den ökumenischen gab es viele lokale Konzile auf verschiedenen Stufen, aus denen aber keine allgemein gültigen Entscheide hervorgingen, außer falls deren Entscheidungen später von ökumenischen Konzilen übernommen wurden, wie es das 6. ökumenische Konzil im Hinblick auf einige lokale Konzile des 4. Jahrhunderts tat.

Die ersten Ökumenischen Konzile wurden vom Römischen Kaiser einberufen, ihre Ergebnisse wurden von ihm bestätigt. Diese Praxis wurde vom Römischen Papst übernommen.

Anerkennung der Konzile

Die ersten beiden Konzile werden von nahezu allen Christlichen Kirchen anerkannt. Nach Abspaltung der Monophysitischen und Nestorianitischen Kirchen, wurden die folgenden fünf Konzile von der Reichskirche anerkannt. Damit erkennen auch die heute orthodoxen, katholischen und die meisten evangelischen Kirchen die insgesamt sieben ökumenischen Konzile an.

Das Konzil von Ephesos war streng genommen kein ökumenisches Konzil, da durch die Leitung nur Vertreter einer bestimmten Theologie zugelassen wurden waren. Aufgrund dieser Zulassungsbeschränkungen wird es gelegentlich auch Räuberkonzil genannt. Es wurde erst im nachhinein, nämlich durch die Beschüsse von Chalcedon als ökumenisches Konzil anerkannt.

Katholische Kirche

Im Katholizismus sind die ökumenischen Konzile dem römischen Papst untergeordnet. Ihre Beschlüsse erhalten nur insoweit Gültigkeit, wie sie vom Papst bestätigt werden. Den Vorsitz im Konzil führt der Papst oder seine Legaten; ihre Einberufung, Verlegung oder Auflösung steht nur dem Papst zu.

Orthodoxe Kirche

In der orthodoxen Kirche werden von manchen auch das pro-Photius-Konzil von 879 und das palamitische Konzil von 1351 als ökumenische Konzilien anerkannt; die meisten bezeichnen diese Konzile lediglich als panorthodox, also alle orthodoxen Kirchen betreffend.

In der Orthodoxie sind die ökumenischen Konzile die höchste institutionelle Entscheidungs-Instanz. Allerdings gelten sie nicht als per se unfehlbar, denn mehrmals wurde Konzilen, die sich selbst als "ökumenisch" bezeichnet hatten, dieser Status später von einem anderen Konzil aberkannt, wegen mangelnder Zustimmung in der Bevölkerung. Nur die Kirche als ganzes gilt als unfehlbar, wobei offenbleibt in welchen Institutionen, Gremien, oder Bewegungen sich diese Unfehlbarkeit jeweils äußert.

Evangelische Kirche

Bei den Lutheranern werden zwar die Ergebnisse der Konzile größtenteils akzeptiert, allerdings gilt laut Luther: "Auch Konzile können irren". Ihnen ist immer dann zuzustimmen, wenn ihre Lehre im Einklang mit der Bibel steht. Andernfalls ist kein Christ verpflichtet, sie anzuerkennen.

Probleme treten häufig bei der anerkennung des siebenten Konzil auf.

Allgemein anerkannte ökumenische Konzile

             Jahr
Ort Thema Personen Folgen
325 Nicäa I Trinität Eusebius von Nikomedia
Eusebius von Caesarea
Alexander von Alexandria
Athanasius
Arius
Nikolaus von Myra
Bekenntnis von Nicäa
381 Konstantinopel I Trinität Gregor von Nazianz
Gregor von Nyssa
Nicäno-Konstantinopolitanum

431

Ephesus Christologie Cyrill
Nestorius
Coelestin
Abspaltung der Nestorianer (Assyrische Kirche)
451 Chalcedon Christologie Eutyches
Flavian
Dioskur
Leo der Groβe
Abspaltung der orientalischen monophysitischen Kirchen
553 Konstantinopel II Dreikapitelstreit

Vigilius
Justinian

680 Konstantinopel III monotheletischer Streit Maximus Confessor
Agatho
Konstantin I
Abspaltung der Maroniten
787 Nicäa II Byzantinischer Bilderstreit Leo III
Irene von Athen
Hadrian I

Ökumenische Konzile der katholischen Kirche

Jahr Ort Thema Personen
869 Konstantinopel IV Photius-Schisma Nikolaus I
                 Photius I
1123 Lateran I Investiturstreit, Kreuzzug Callistus III
1139 Lateran II Arnold von Brescia Innozenz II
1179 Lateran III Albigenser, Waldenser Alexander III
1215 Lateran IV Transsubstantiation
Umgang mit Häretikern
Schisma
Innozenz III
Dominikus
1245 Lyon I Friedrich II, Kreuzzug Innozenz IV
Balduin II
Ludwig der Heilige
1274 Lyon II

Filioque, Regeln für Papstwahl
Versuchte Versöhnung der katholischen mit der orthodoxen Kirche
Gregor X
1311-1313 Vienne
Clemens V
Philipp IV. (Frankreich)
[[Eduard II.]]
Jakob II .(Aragon)
1414-1418 Konstanz Schisma, Jan Hus, Wyclif
Konziliarismus
Gregor XI
Martin V
1431-1435 Basel/Ferrara/Florenz Religionsfriede in Böhmen
Versuchte Versöhnung mit der orthodoxen Kirche
Eugen IV
1512-1517 Lateran V Beginn der Kirchenreform, Streitpunkte zu Luther, Konkordat mit Frankreich. Kreuzzug geplant (wegen Reformation hinfällig) Julius II
Leo X
1545-1563 Trient Gegenreformation und katholische Reform Paul III
Julius III
Marcellus II
Paul IV
Pius IV
Karl V. (HRR)
Ferdinand
1869-1870 Vatikan I Unfehlbarkeit des Papstes Pius IX
1962-1965 Vatikan II Messe in der Landessprache
Dialog mit Andersgläubigen
Apostolat der Laien.
Johannes XXIII
Paul VI

Ökumenische Konzile der orthodoxen Kirchen




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