Lidice
Lidice war ein Dorf in der Tschechoslowakei, das während des II. Weltkriegs von den Nationalsozialisten ausgelöscht wurde.
Am 27. Mai 1942 wurde der Leiter der Sicherheitspolizei und Stellvertretende Reichsprotektor für Böhmen und Mähren Reinhard Heydrich auf dem Weg nach Prag durch ein Attentat auf seine Wagenkolonne schwer verletzt. Acht Tage später erliegt Heydrich seinen schweren Verletzungen. Daraufhin leiten die Nationalsozialisten massive Vergeltungsmaßnahmen gegen die tschechische Zivilbevölkerung ein.
Am 9. Juni 1942 kesselte die deutsche Sicherheitspolizei das gesamte Dorf Lidice ein und blockierte alle Fluchtwege. Die Dorfbewohner wurden zusammengetrieben und alle Männer älter als 15 Jahre in eine Scheune gebracht. Tagsdarauf wurden sie dort alle erschossen. Weitere neun Männer, die in einer Mine arbeiteten, und sieben Frauen wurden nach Prag gebracht und ebenfalls erschossen. Die verbleibenden Frauen wurden in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, wo etwa ein Viertel von ihnen in Gaskammern oder an Entkräftung starb.
Die Kinder wurden in das Konzentrationslager Gneisenau gebracht, wo sie nach rassischen Kriterien sortiert wurden. Die für lebenswert befundenen Kinder wurden zur Arisierung nach Deutschland gebracht.
Das Dorf Lidice selbst wurde niedergerissen und planiert.
Bei der Ausrottung von Lidice wurden 250 Menschen getötet. Insgesamt kosteten die Vergeltungsmaßnahmen für Reinhard Heydrich 1.300 Menschen das Leben.






