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Legasthenie

Legasthenie ist eine mögliche Ursache für eine Lese-Rechtschreib-Schwäche. Die betroffenen Personen (Legastheniker) haben Probleme mit dem Übergang von der gesprochen Sprache auf ihre schriftliche Fixierung. Es wird vermutet, dass bei ihnen die Wahrnehmung und Verarbeitung von Symbolen im Gehirn eingeschränkt ist. Sie stoßen auf zahlreiche Hindernisse im Alltag, da ihnen in der Folge das Lesen und Schreiben bei sonst voll entwickelten geistigen Fähigkeiten schwerfällt. Legasthenie wird daher auch als Teilleistungsschwäche bezeichnet.

Sie haben beispielsweise Probleme in einem Satz die Wortgrenzen zu finden und die korrekte Schreibung von Wörtern zu behalten und anzuwenden - deswegen ist das Lesen von ihnen verfasster Texte oft gewöhnungsbedürftig und anstrengend. Umgekehrt bereitet ihnen beim Lesen das Zusammensetzen von Buchstaben zu Worten, von Worten zu Sätzen und das Erfassen des Satzzusammenhanges Probleme. Das Konzentrationsvermögen solcher Kinder ist sehr beeinträchtigt. Das Lesen ist oft sehr verlangsamt. Die Leseschwierigkeiten führen in anderen Schulfächern zu einer verminderten Informationsaufnahme, und weiten die Probleme oft auf diese aus. Zum Ausgleich möglicher Entwicklungsstörungen werden spezielle Förderklassen angeboten. Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwäche, Kinder mit Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb, langsam lesen- und schreibenlernende Kinder- die Begrifflichkeiten sind vielfältig. Die Wahl der optimalen Förderungsmaßnahmen noch immer sehr umstritten.

Finnische Forscher vermuten als Ursache für die Legasthenie einen genetischen Fehler im Gen DYXC1.

Herkömmliche und alternative Therapieverfahren

Ebenso wie bei den Ursachen der Legasthenie herrscht in der Wissenschaft auch noch keine klare Vorstellung über die Abhilfe- bzw. Therapiemaßnahmen. Bis vor kurzem konnten die so genannten lerntheoretisch begründeten Verfahren für sich in Anspruch nehmen, ihre Wirksamkeit durch Studien nachgewiesen zu haben. Prominentester Vertreter dieser Therapierichtung ist das Marburger Rechtschreibprogramm von Professor Remschmidt und Dr. Schulte-Körne. Diese Methode benötigt nach Angabe ihrer Urheber etwa zwei Jahre stetigen Übens bis zum Nachweis signifikanter Ergebnisse. In jüngerer Zeit setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass basale Probleme der zentralen Verarbeitung im Hören, Sehen und in der Motorik, die von Prof. Martin Ptok als „Low-Level-Defizite“ bezeichnet werden, auch für die Legasthenie ursächlich und trainierbar sind. Der empirische Nachweis der Trainierbarkeit dieser Low-Level-Dezite und des Transfers auf die Rechtschreibebene wurde in jüngster Zeit durch zwei Studien von Prof. Dr. Dr. Uwe Tewes (Medizinische Hochschule Hannover) erbracht. Dabei betrug mit dieser Methode der Zeitbedarf zur hochsignifikanten Verbesserung der Rechtschreibleistungen von Drittklässlern um mehr als 40 % gerade einmal vier Monate.

Siehe auch: Dyskalkulie

Weblinks




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