Kuba-Krise
Die Kuba-Krise wird im Allgemeinen als der Höhepunkt und gleichzeitig als Wendepunkt in der Geschichte des Kalten Krieges angesehen. Sie war der Zeitpunkt in der Weltgeschichte, in der die beiden Supermächte (USA und Sowjetunion) kurz vor einer Nuklearen Eskalation standen. Nie wieder in der Weltgeschichte war ein Atomkrieg so wahrscheinlich wie zu diesem Zeitpunkt.
Im Januar 1958 übernahm Fidel Castro die Regierungsmacht in Kuba. Zuerst verfolgte er noch eine gemäßigte Politik und erhielt die Beziehungen zu den USA. Die UdSSR wusste aber, dass in Castros Kabinett mehrere Anhänger des Kommunismus saßen (u.a. Ché Guevara). Im Mai 1959 gab es nach einigen inoffiziellen Verhandlungen die ersten offiziellen diplomatischen Beziehungen zwischen mit der UdSSR, welche sich Kuba als Beispiel für Lateinamerika erhoffte um den Kommunismus in Süd- und Mittelamerika publik zu machen. Die USA waren damit nicht einverstanden und schnitten Kuba die Ölzufuhr ab und untersagten Importe aus Kuba. Mit der Zusage von wirtschaftlicher Unterstützung reagierte die UdSSR auf dieses Embargo. Weiterhin wurde Fidel Castro auch militärisch unterstützt, so dass ein amerikanischer Invasionsversuch in der Schweinebucht scheiterte. Daraufhin bereiteten die USA verschiedene weitere Möglichkeiten zur Invasion vor.
1962 begannen die UdSSR im Geheimen auf Kuba Atomraketen zu stationieren. Die Gründe dafür waren zum einen die Verteidigung gegen eine Invasion Kubas und zum anderen der strategische Vorteil gegenüber den USA. Im August 1962 entdeckten US-Aufklärer erstmals Raketenabschussvorrichtungen auf Kuba, an Atomraketen wurde noch nicht gedacht, weshalb das ganze auch nicht weiter verfolgt wurde.
Die eigentliche Krise findet vom 14. bis zum 28. Oktober statt.
Es gibt keinen Sieger, doch folgende Bedingungen haben sich die beiden Staaten auferlegt: Abzug der russischen Raketen aus Kuba, Verzicht auf eine amerikanische Invasion, Abzug der amerikanischen Raketen aus der Türkei (dies geschieht etwas später und unter Ausschluss der Öffentlichkeit, um amerikanische NATO-Partner nicht zu brüskieren).
Die Kuba-Krise verdeutlichte ganz klar die Gefahr einer nuklearen Auseinandersetzung zwischen den beiden großen Supermächten des Kalten Krieges. Sie hatte zur Folge, dass beide Länder über Möglichkeiten zur Krisenbewältigung nachdachten, es wurde ein sog. Heißer Draht zwischen Washington und Moskau eingerichtet. Es gab später auch nie mehr direkte Konflikte der Supermächte, nur Stellvertreterkriege. Außerdem wurden in verschiedenen Abkommen eine gegenseitige Rüstungskontrolle und Atomwaffensperrverträge festgeschrieben.
Mit den Ereignissen der Kuba-Krise befasst sich der Film Thirteen Days und das gleichnamige Buch von Kennedy's Bruder Robert.Vorgeschichte
Krise
14. Oktober
Auf neuen Fotos wird direkt der Beweis für die Existenz von Atomraketen erbracht. 16. Oktober
Der junge Präsident John F. Kennedy erfährt davon, und beruft sofort seinen Beraterstab (Executive Commitee, ExComm) ein. Verschiedene Möglichkeiten der Reaktion werden erörtert, darunter diplomatische Lösungsversuche und die militärischen Möglichkeiten der Seeblockade, des Luftangriffes und der Invasion. Alle Beratungen und Ergebnisse werden vor der Öffentlichkeit geheimgehalten.17. Oktober
Weitere Luftaufnahmen beweisen die Existenz von mindestens 16, höchstens 32 Raketen (SS-4 und SS-5) mit einer Reichweite von bis zu 16000m. Diese Raketen können die wichtigsten Industriestädte der USA sowie Washington auslöschen. Außerdem werden IL-28 Bomber montiert.18. Oktober
Der russische Außenminister Andrie Gromyko ist zu Besuch in den USA, er bestreitet auf Anfrage jegliche Existenz von Offensivwaffen auf Kuba. 20. Oktober
Kennedy und das ExComm entscheiden sich zu einer Seeblockade Kubas, trotz Proteste der Hardliner unter Kennedys Beratern, die direkt eine Invasion fordern. 21. Oktober
Die Regierungen von Kanada, England, Frankreich und Deutschland werden informiert. 22. Oktober
Einer der wichtigsten Tage der Krise, die Streitkräfte werden in erhöhte Alarmbereitschaft (DEFCON III) versetzt, weitere Soldaten werden nach Florida zur Vorbereitung einer Invasion verlegt, und ca. 200 Schiffe rund um Kuba in Stellung gebracht. In seiner Fernsehansprache um 19.00 Uhr Ortszeit verkündet Kennedy den Beginn der Seeblockade für den 24.10. um 10.00 Uhr. Weiterhin fordert er den sowjetischen Präsidenten Nikita Chruschtschow zum Abzug der Raketen von Kuba auf und droht im Falle eines Angriffs mit einem atomaren Gegenschlag.24. Oktober
Die Seeblockade beginnt, es kommt zu ersten Zuspitzung, da eine mögliche Eskalation befürchtet wird, sollten die sowjetischen Schiffe versuchen, den Sperrgürtel zu durchbrechen. Doch alle sowjetischen Schiffe drehen ab, nachdem der Radius der Blockade verkleiner wurde, um ihnen mehr Zeit zu geben. Trotzdem ist keine Kooperationsbereitschaft der russischen Regierung zu erkennen. 25. Oktober
Bei einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrates legt der amerikanische Vertreter die Bilder der Aufklärungsflugzeuge von Kuba vor. Er fordert den russischen Vertreter Sorin auf, klar Stellung dazu zu nehmen. Dieser verweigert den Kommentar.26. Oktober
Kennedy erreicht ein Schreiben von Chruschtschow in dem dieser anbietet, die Raketen von Kuba abzuziehen, falls eine Invasion von Kuba durch die amerikanischer ausgeschlossen werden würde. Dies wird ihm von Kennedy zugesichert.27. Oktober
Der entscheidende Tag der Kuba-Krise. Beide Konfliktpartner sind sich über den weiteren Verlauf unsicher. Morgens wird in Amerika ein Test einer Trägerrakete durchgeführt, über den das Excomm nicht informiert war. Ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug wird über Kuba abgeschossen. Der dritte Weltkrieg, ein atomarer Konflikt steht unmittelbar bevor. Doch Kennedy erklärt sich noch einmal zu weiteren Verhandlungen bereit, er teilt der Sowjetunion mit, dass er auch einem Abzug der amerikanischen Raketen, die in der Türkei stationiert waren, zustimmen würde. Diese Möglichkeit hält er vor den meisten Mitgliedern des ExComm, die fast alle auf Krieg pochen, geheim. 28. Oktober
Chruschtschow lenkt ein und erklärt, die Raketen zu entfernen. Die Krise ist beendet.Folgen der Krise






