Kopula
Kopula (lat. Band). Ausdruck traditioneller
Logik, der in einem - wie man traditionell sagte -
Urteil, heute eher
Aussage, das
Subjekt mit dem
Prädikat verbindet (Kopula-Band). Eine geradezu klassische Rolle spielt die Kopula in den Schlussfiguren des
Syllogismus. Bezeichnet man das Subjekt mit S, das Prädikat mit P und die Kopula mit k, ergibt sich als Grundform S k P, in Worten: P wird S zugesprochen, P kommt S zu oder auch S
ist P.
Beispiele (Kopula jeweils fett):
- Sokrates war ein Mensch.
- Das Auto ist blau.
- Die Staatsverschuldung nimmt gefährliche Ausmasse an.
In folgender Formulierung fehlt ein direktes Wort für die Kopula, obwohl einem Subjekt ein Prädikat zugesprochen wird und die Kopula natürlich in der Formulierung verborgen steckt:
- Sein Gesicht färbte sich rot vor Wut.
- Sie gab niemals auf.
Dies zeigt, wie mächtig, ausdrucksvoll, aber auch vieldeutig die natürliche Sprache ist, womit sich die natürliche Sprache auch als sehr mißverständlich und konfliktträchtig (
Ist) erweist. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb sich die exakten Wissenschaften, allen voran
Mathematik und
Physik eigene formale Sprachen geschaffen haben. Die verschiedenen "Sprachen" werden einmal von der
Linguistik, zum anderen von
Logik,
Logistik,
Methodologie und
Wissenschaftstheorie untersucht. Eine zentrale Rolle nimmt die Kopula auch in der Definitionslehre ein.
Literaturhinweis:
- Kondakow, N.I. (dt. 1978, russ. 1975). Wörterbuch der Logik. Berlin: deb.