Kondom
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Ein Kondom (bzw. Condom, Präservativ) ist eine Hülle aus (i.d.R.) Latex, die beim Geschlechtsverkehr über das erigiertee männliche Glied gestreift wird, um sowohl Schwangerschaften als auch sexuell übertragbare Krankheiten zu vermeiden. Im volkstümlichen Sprachgebrauch werden Kondome auch "Pariser", "Verhüterli", "Lümmeltüte", "Präser", "Gummi", "Nahkampfsocke" etc. genannt.
Erste Kondome waren aus gewebtem Stoff, wobei diese offensichtlich nicht besonders effektiv bei der Empfängnisverhütung sind. Erste wirkungsvolle Kondome wurden aus Schafsdärmen oder anderen tierischen Membranen hergestellt und sind auch heutzutage noch erhältlich. Sie gelten als sinnlicher, da sie die Körperwärme besser übertragen, sind jedoch nicht so wirkungsvoll wie künstlich hergestellte Kondome bei der Verhütung von Schwangerschaften sowie Geschlechtskrankheiten und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (z.B. AIDS, Hepatitis B). Bereits Casanova benutzte solche Kondome, die im 18. Jahrhundert English Overcoats genannt wurden, um sich vor der gefürchteten Syphilis zu schützen. Die Entwicklung von Latex-Kondomen war ein großer Schritt nach vorne in Bezug auf Wirksamkeit und Verfügbarkeit. Trotzdem war der Verkauf von Kondomen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vielerorts verboten bzw. nur zum medizinischen Gebrauch erlaubt (in Irland sogar noch bis Anfang der 90er Jahre).
Die frühen Latex-Kondome waren alle prinzipiell recht ähnlich. Der einzige wesentliche Unterschied war bei einigen Kondomen das heute durchgängig übliche Reservoir zur Aufnahme der Samenflüssigkeit (Ejakulat). Eine frühe Entwicklung - die short cap - die nur über die Eichel des Penis gestreift wurde, scheiterte kläglich bei der Reduzierung von Schwangerschaften und Krankheiten.
In den nachfolgenden Jahrzehnten kamen die Hersteller mit einer großen Variation von Größen, Farben und Formen von Kondomen auf den Markt, einschließlich solcher, die stimulierende Eigenschaften haben sollten. Zusätzlich sind heute Kondome auf dem Markt, die zur zusätzlichen Sicherheit mit Spermiziden behandelt sind. Es gibt auch Geschmackskondome in den verschiedensten Richtungen sowie extra starke Kondome, z.B. für den Gebrauch beim Anal-Sex. Mit dem Film Skin Deep wurden Kondome populär, die im Dunkeln leuchten.
Mittlerweile sind Kondome aus Polyethen (PE) und Polyurethan (PUR) auf dem Markt, deren Wirksamkeit mit Latex-Kondomen vergleichbar sein soll. Allerdings fehlen hier noch Testergebnisse und langjährige Erfahrungen. Für Menschen mit Latex-Allergie sind diese Kondome jedoch eine Alternative. Zudem sind sie -- anders als Latex-Kondome, die davon porös werden -- zusammen mit fett- bzw. ölhaltigen Gleitmitteln einsetzbar.
Kondome sind in Europa seit 1996 nach der "Verhüterli-Norm" DIN EN 600 normiert. Diese regelt einerseits die Größe (mindestens 17 Zentimeter lang und 4,4-5,6 Zentimeter breit), andererseits die Testverfahren, nach denen die Präservative auf ihre Haltbarkeit, Festigkeit und Dichtigkeit geprüft werden. Um zu prüfen, ob sie dicht sind, werden sie in eine Elektrolytlösung getaucht. Leuchtet die Lampe an der Prüfstation auf so fließt Strom durch das Kondom, d.h. es ist undicht und wird aussortiert. Beim Test auf Reißfestigkeit und Dehnungsfähigkeit muss ein Kondom eine Dehnung bis auf das Siebenfache seiner Normalgröße unbeschadet überstehen. Einem Test der Stiftung Warentest aus dem Jahre 1999 zufolge erreichten nur drei von 29 getesteten Kondomen die Prüfziele nicht.
Inzwischen gibt es zusätzlich Kondome für Frauen, auch Femidom genannt. Das ca. 18 cm lange Frauenkondom besteht aus einem dünnem, reißfestem Kunststoff (PE oder PUR) und ist mit zwei Ringen ausgestattet, von denen der äußere außerhalb der Scheide vor den großen Schamlippen liegt und der innere wie ein Diaphragma in die Scheide eingeführt wird. Aufgrund der komplizierten Anwendung waren die Verkaufszahlen für Frauenkondome enttäuschend, so dass die Verfügbarkeit mittlerweile stark abgenommen hat.
In diesem Zusammenhang beachten Sie bitte unbedingt den Hinweis Gesundheitsthemen.!
Weitere Informationen sowie Beratung bietet jede örtliche
AIDS-Hilfe.
Geschichte
Materialien
Normierung
Kondome für Frauen
Vor- und Nachteile als Verhütungsmittel
Wird eine Latex-Allergie vermutet, ist es sinnvoll, diese bei einem Arzt untersuchen zu lassen. Meistens ist jedoch die Spermizid-Beschichtung der Kondome Schuld: 90% aller allergischen Reaktionen im Genitalbereich werden durch den Wirkstoff Nonoxynol 9 ausgelöst (Quelle: FAQ Aidshilfe Schweiz). Manchmal ist auch das Silikon schuld, welches in vielen Gleitmitteln enthalten ist.
Richtiger Gebrauch von Kondomen
Von der Kombination des Kondoms mit chemischen Verhütungsmitteln wird mittlerweile abgeraten, da einzelne Stoffe das Latex des Kondoms angreifen können und andere für einen Großteil der mit dem Gebrauch von Kondomen möglichen allergischen Reaktionen verantwortlich ist (Nonoxynol 9). Sollte doch einmal ein Kondom reißen, kann mit der Pille danach eine unerwünschte Schwangerschaft noch nachträglich verhütet werden. Einige im Handel erhältliche Kondom-Marken
Trivia
Literatur
Weblinks







