Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage
Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, LDS, im folgenen Die Kirche), besser, aber fälschlich als Mormonen bekannt, ist eine Religion mit christlichen Wurzeln, die im 19. Jahrhundert in den USA entstand, und die ihren Hauptsitz in Salt Lake City im Bundesstaat Utah hat. Die Lehre und Praxis der Kirche unterscheiden sich grundlegend von denen der traditionellen christlichen Zweige (orthodoxe, römisch-katholische und evangelische Kirche); infolgedessen lehnen jene die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage durchweg als mit christlichen Grundlehren unvereinbar ab. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage selbst wiederum versteht sich als die einzig wahre christliche Kirche.
Die Kirche wurde formal am 6. April 1830 von Joseph Smith, Jr. und fünf seiner Familienmitglieder und Nachbarn, in Palmyra, New York als Religionsgemeinschaft angemeldet. Seitdem ist sie zu einer Religion mit weltweit 11 Millionen Mitgliedern angewachsen, und stellt die fünftgrößte Religionsgemeinschaft in den USA dar. Sie ist die größte einer Reihe von Religionsgemeinschaften, die sich als legitime Nachfolgeorganisationen der von Joseph Smith gegründeten Kirche verstehen.
Mitglieder der Kirche, die sich selbst "Heilige der Letzten Tage" (englisch Latter-day Saints) nennen, verstehen ihren Glauben als eine durch Gott eingerichtete Erneuerung der Kirche, die, wie im neuen Testament beschrieben, ursprünglich durch Jesus Christus gestiftet wurde.
Seitdem sind Christen Gottes ausgewähltes Volk, analog zur Wahl des Volks Israel im alten Testament; insbesondere sind die "Heiligen der letzten Tage" das Volk Gottes unserer Zeit.
Diese Sichtweise gründet sich auf eine andauernde Folge von Offenbarungen, die in verschiedenen heiligen Schriften (siehe weiter unten) aufgezeichnet sind.
Ursprünglich "Church of Christ" (deutsch soviel wie "Kirche Christi") genannt, wurde sie später in "Church of Latter-day Saints" (deutsch "Kirche der Heiligen der Letzten Tage") und letztendlich zur "The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints" (deutsch "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage") umbenannt.
Der letzte Name entstammt einer Offenbarung Gottes, die Joseph Smith empfing.
Die Bezeichnung "Mormonen" bezieht sich auf das für die Kirche Grundlegene Buch Mormon, kann aber auch Mitglieder anderer abgespaltener Gruppen einschließen.
Innerhalb der Kirche werden die Mitglieder als "Heilige", und die gesamte Mitgliedschaft als "Die Heiligen" bezeichnet.
In der Theologie der Kirche sind Gott der Vater, Jesus Christus und der Heilige Geist drei separate Personen, die gemeinsam die Gottheit (engl. the Godhead) darstellen; diese Auffassung steht der auf dem ersten Konzil von Nicäa formulierten Lehre von der Dreieinigkeit entgegen, und ist die Wurzel der Ablehnung der Mormonen durch alle anderen christlichen Kirchen.
Nach der Lehre der Kirche sind alle drei Personen der Gottheit ewig und gleich in ihrer Göttlichkeit; sie haben allerdings unterschiedliche Aufgaben.
Während der Heilige Geist noch keinen physischen Körper besitzt, sind sowohl Gott der Vater als auch Jesus in eigene Körper gekleidet.
Alle Drei sind jedoch geistlich in ihren Zielen geeint; sie kooperieren auf vollkommene Art und Weise.
Die Eigenschaften der drei Personen (Allmacht, Allwissenheit, Güte, Unveränderlichkeit, Unsterblichkeit) gleichen nach der Auffassung vieler Mitglieder denen der christlichen Dreieinigkeit. Daneben gibt es aber auch die Auffassung, dass Gott der Vater einst ein Mensch in einer anderen Welt war und den Status eines Gottes durch heiligmäßiges Leben erst erlangt hat.
Es gibt auch noch andere bedeutenden Unterschiede: Gott gilt als 'Ordner', nicht aber als Schöpfer der Materie; letztere habe schon immer existiert, und werde auch ewig weiter bestehen. Gott gilt als Gott dieser Welt, aber nicht notwendigerweise als Gott aller Welten.
Diese Theologie der Kirche wird von Außenstehenden oft als Polytheismus betrachtet; korrekter wäre, sie als Henotheismus mit einem recht weiten Spektrum bis hin zum echten Monotheismus zu bezeichnen.
Die grundlegende Ablehnung der Kirche durch alle christlichen Zweige und Traditionen begründen letztere mit der unterschiedlichen Auffassung zur Gottheit und der Bedeutung Jesu Christi.
Mormonen entgegnen, dass früh in der Geschichte der christlichen Kirche äußere Einflüsse (Hellenismus, (Neo)platonismus) eine Korruption der wahren Lehre bedingten, welche durch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wieder hergestellt werde.
Die Kirche glaubt, dass durch das Sühneopfer Christi jeder Mensch vor leiblichem und geislichem Tod (Sünde) gerettet werden kann, wenn er den Gesetzen der Evangelien folgt.
Durch Jesu Kreuzestod und Nachfolgende Auferstehung erlangt jeder Mensch Unsterblichkeit, und kann dadurch erwarten, gemeinsam mit Gott in Ewigkeit zu leben.
Obwohl das ewige Leben allen Menschen geschenkt ist, werden nur die ausgewählten (d. h. die Mitglieder der Kirche) in das Königreich Gottes aufgenommen.
Allerdings ist es auch nach dem Tode noch möglich, sich zum Wahren Glauben zu bekennen, und somit Eingang ins Königreich Gottes zu finden.
Die frommen Mitglieder der Kirche, welche zudem im Tempel geheiratet haben, werden im Himmlichen Königreich derart belohnt, dass ihr Status letztendlich gottgleich wird. Die Meinungen darüber, was unter "gottgleich" letztlich zu verstehen sei, reichen vom Herrschen als Gott über neue Welten bis zu mehr traditionellen Himmelsvorstellungen.
Alle guten Menschen, die dieser Lehre nicht folgen, werden sich im Irdischen Königreich wiederfinden; auch hier finden sie ein ewiges, gloreiches Leben, müssen aber auf die Gegenwart Gottes des Vaters verzichten. Christus jedoch ist auch hier gegenwärtig.
Schlechte Menschen sind in ein drittes Reich, das Telestische Königreich, verbannt. Auch hier ist das ewige Leben angenehm und ohne Sorgen, jedoch sind weder Gott der Vater noch Christus, sondern nur der Heilige Geist anwesend.
Eine geringe Anzahl ganz übler Menschen, die trotz besseren Wissens sich von der wahren Lehre abwenden, werden in die Äußere Dunkelheit verbannt.
Die wichtigsten öffentlichen Glaubensgrundsätze hat die Kirche in 13 Artikeln aufgestellt. Die Lehren des Tempels, die außerhalb des Tempels nicht durch Aussprechen entweiht werden sollen, sind hierin aber nicht enthalten.
Eine bedeutende Rolle nimmt dabei der vierte Artikel ein, der den Glauben an Jesus Christus, die Umkehr (vom falschen Leben und Glauben), die Taufe durch Untertauchen zur Vergebung der Sünden sowie das Auflegen der Hände zur Gabe des Heiligen Geistes betont.
Die Kirche vertritt die Auffassung von der Umkehr, welche ein ernsthaftes Bedauern sowie eine Wiedergutmachung (wenn möglich) und eine Änderung des eigenen Verhaltens darstellt.
Bedeutende Sünden sollen dem Bischof (entspricht etwa dem Pfarrer anderer Kirchen) gebeichtet werden, der aber auch für alltägliche Probleme bereitsteht.
Ein Schlüssel zur Umkehr ist das persönliche Bekenntnis im Gebet vor Gott, worin um Vergebung gebeten wird sowie darum, den Fehler nicht zu wiederholen.
Die Kirche praktiziert die Taufe durch Untertauchen.
Sie stellt ein Symbol für Begräbnis und Wiedergeburt als ein Jünger Jesu Christi dar.
Durch Umkehr und Taufe wird ein Mensch von all seinen früheren Sünden gereinigt und in die Kirche aufgenommen.
Die Taufe wird nur nach dem achten Geburtstag durchgeführt, da erst dieses Alter sicherstelle, dass der Täufling für seine Handlung selbst verantwortlich ist.
Die Säuglingstaufe wird sowohl im Buch Mormon als auch in neueren Offenbarungen strikt abgelehnt.
Von außerhalb der Kirche wird Kritik an der Praxis der "Taufe für die Toten" geübt, in der ein Mitglied der Kirche als Statthalter für einen Verstorbenen einsteht, und anstelle dessen getauft wird. Im Gegensatz zur Taufe Lebender findet die Taufe Verstorbener im Tempel statt.
Nach der Lehre der Kirche können die zur Heilsbringung notwendigen Handlungen allen Menschen dargebracht werden, die sie bislang noch nicht erhalten haben; der Verstorbene selbst entscheide dann, ob er diese Taufe auch annehme.
Viele Menschen anderen Glaubens empfinden diese Praxis entwürdigend, insbesondere wenn verstorbene Familienmitglieder derart behandelt werden; nach dem eigenen Glauben befinden sich diese Menschen oft schon in Gemeinschaft mit ihrem Gott, und brauchen demnach keine zusätzliche Sonderbehandlung.
Die systematische Taufe verstorbener Vorfahren wird durch Familien-Genealogische Zentren (Family History Centers, FHC) in vielen Städten der USA, aber auch in anderen Ländern, unterstützt.
In Salt Lake City befindet sich das Hauptquartier dieser Zentren.
Dort liegen Kirchenbuch-Verfilmungen (Mikrofilme), welche schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg in Gebieten des ehemaligen Deutschen Reiches begonnen wurden.
In der USA kann man Kopien der Kirchenbuchfilme in den einzelnen Familien-Genealogischen Zentren besichtigen und kopieren.
Seit ein paar Jahren sind diese Abstammungslisten auch im Internet zugänglich (www.familysearch.org).
Alle Eintragungen werden von Freiwilligen Kirchenmitgliedern unternommen, welche wiederum ebenfalls die Unterlagen von persönlichen Genealogie Forschungen eintragen.
Diese sind oft ungenau.
Jedoch ist die Verfilmung der Kirchenbücher original; wenn es sich um Kopien handelt, wird das explizit erwähnt.
Die Gabe des Heiligen Geistes wird frischgetauften Kirchenmitgliedern durch Auflegen der Hände vermittelt.
Eine Gruppe von Priestern ist dazu erforderlich; ein Sprecher bestätigt dabei die Aufnahme in die Kirche.
Damit gilt das neue Mitglied als vom Heiligen Geist begleitet und beschützt.
Der Gottesdienst findet jeden Sonntag im Gemeindehaus statt, und umfasst Gesang, Gebet, Abendmahl und Predigt.
Es ist nicht vorgeschrieben, aber erwünscht, das Männer in Anzug oder Kombination mit Krawatte und Frauen in Rock oder Kleid teilnehmen; legere Kleidung gilt als unangemessen. Da kleine Gemeinden, in denen man sich persönlich kennt, erwünscht sind, teilen sich oft mehrere Gemeinden ein Gemeindehaus und feiern ihre Gottesdienste dort nacheinander.
Tempel dienen nicht dem normalen sonntäglichen Gottesdienst; in ihnen finden wichtige Zeremonien (z. B. Verstorbenentaufen) statt. Nach dem Bau haben die Tempel einige Tage der Offenen Tür, aber ab der Einweihung ist nur erwachsenen Kirchenmitgliedern mit Empfehlungsschreiben ihres Bischofs (Gemeindeleiters) der Zutritt gestattet. Um das Empfehlungsschreiben zu erhalten, muss man einige vorgegebene Fragen zur eigenen Lebensführung (z.B. Zahlung der 10%, Einhaltung des Alkoholverbots) zufriedenstellend beantworten, wobei der Wahrheitsgehalt der Antworten aber nicht kontrolliert wird.
Während des größten Teils der Kirchengeschichte gab es weltweit nur wenige Tempel, aber seit etwa 1990 wird deren Bau stark forciert, sodass nun etwas über 100 existieren.
Das "Endowment" (deutsch: Ausstattung) ist die Zeremonie, an der der Gläubige bei seinem ersten Besuch im Tempel teilnimmt. Dabei sollen diejenigen Teile des Glaubens, die wegen ihrer Heiligkeit nicht öffentlich ausgesprochen werden, erlernt und praktisch erfahren werden. Man kann nur einmal im eigenen Namen teilnehmen, jedoch danach auch noch für Verstorbene. Nach dem Endownment sollen die Gläubigen das dabei erhaltene "Garment", eine Art mit Symbolen des Glaubens besticktes Unterhemd, immer tragen (natürlich nicht immer dasselbe!).
Kritiker merken an, dass das Endowment einem bestimmten Ritual des Freimaurertums sehr ähnlich ist und von Smith dort abgeschaut wurde. Nach Ansicht der Gläubigen ist dagegen das Freimaurer-Ritual eine entstellte Form eines altchristlichen Rituals, das von Smith wiederhergestellt wurde.
Die Siegelung ist eine besondere Zeremonie, die nur im Tempel stattfindet.
Alle Mitglieder einer Familie, Eltern und (erwachsene) Kinder, werden darin derart aneinandergebunden, dass sie auch im Jenseits noch eine Einheit bilden. Die Siegelung kann auch für Verstorbene durchgeführt werden.
Die Ehe kann auch außerhalb des Tempels geschlossen werden, ist dann aber nur bis zum Tod gültig. Eine im Tempel geschlossene oder nachträglich bestätigte Ehe bleibt dagegen nach dem Glauben der Kirche über den Tod hinaus bestehen und ist Voraussetzung für den Eintritt ins Himmlische Königreich. Dabei müssen beide Partner Kirchenmitglieder sein. Bereits verheiratete Paare können die Ehe auch stellvertretend für verstorbene Paare schließen.
Diese Zeremonie wird nur ganz wenigen verdienten Amtsträgern im Tempel gespendet, wobei wie üblich außerhalb des Tempels nicht darüber gesprochen werden soll. Über sie ist daher wenig bekannt.
Folgende Lebensweisen und Regeln sind nicht nur der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage zu eigen, sondern auch anderswo verbreitet.
Es wird Wert auf eine gesunde Ernährung gelegt. Dies umfasst den völligen Verzicht auf Tabak, Alkohol, Kaffee und Tee; Fleisch soll nur in geringen Mengen verzehrt werden, vor allem im Winter. Die Kleidung sollte bescheiden sein.
Sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe ist erwünscht; die Ehe selbst, sowie eine kinderreiche Ehe, gelten als erstrebenswert.
Die Vielehe (Polygamie), welche von Joseph Smith, Brigham Young und einigen anderen frühen Kirchenleitern praktiziert wurde, wird theologisch noch gelehrt, aber nicht mehr als praktische Lebensweise vertreten und ist heute vielmehr ein Ausschlussgrund.
Kirchenmitglieder treffen einander während der Woche zu gegenseitiger Ermutigung und zum gemeinsamen Gebet und Studium. Jedes erwachsene Kirchenmitglied hat gewöhnlich irgendeine spezielle Aufgabe, wie z.B. Leitung von Kindergruppen, Buchhaltung, Instandhaltung der Gebäude und Anlagen, Besuche bei Kranken Mitgliedern, verschiedene Sozialdienste etc.
Die Kirche wird mit 10% des Einkommens bedacht. Dies erfolgt nicht in Form von Kirchensteuer, sondern durch Spenden. Mitarbeit in der Kirche ist ehrenamtlich; nur wenige auf Lebenszeit dienende Funktionäre erhalten einen finanziellen Ausgleich.
Junge Männer werden ermutigt, eine zweijährige Missionsarbeit zu übernehmen; voraussetzung ist dabei die Weihe zum Ältesten und das Endowment. Junge Frauen werden weniger stark gedrängt, können aber 18 Monate lang in der Mission arbeiten. Ehepaare im Ruhestand arbeiten ebenfalls oft missionarisch.
Alle männlichen Mitglieder werden gewöhnlich während der Teenagerzeit bzw. einige Jahre nach ihrem Beitritt nacheinander zu Lehrern, Diakonen, Priestern, und Ältesten geweiht, außer wenn sie das nicht wünschen. Von der Zeit Brigham Youngs bis zu einer Offenbarung 1978 waren schwarze Mitglieder von der Weihe ausgeschlossen, was der Kirche besonders in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts viel Kritik einbrachte.
Die Kirche wird durch einen Vorsitzenden geleitet, den die Mitglieder als Propheten ansehen;
nach der Lehre der Kirche kann er Offenbarungen von Gott erhalten, und dadurch die Kirche führen.
Nach seinem Tod übernimmt der dienstälteste Apostel sein Amt.
Andere allgemeine und lokale Würdenträger sind Apostel, die Siebzig und Bischöfe. Letztere leiten die Ortsgemeinden und entsprechen in etwa den Pfarrern anderer Kirchen.
Alle Mormonen führen sich auf ihren Propheten Joseph Smith zurück. Er erhielt im Jahre 1830 in einer Erscheinung den Befehl, sich keiner der bestehenden Kirchen anzuschließen, sondern die ursprüngliche Kirche in Amerika wieder herzustellen.
Nach vielen Anfeindungen, bei denen auch Joseph Smith starb, zog der größte Teil der Mormonen unter Brigham Young ins gelobte Land, nach Utah und gründete Salt Lake City.
Anfeindungen erfolgten hauptsächlich wegen der bis 1890 bei den Mormonen offiziell erlaubten Polygamie sowie wegen des Auftetens der Kirche als geschlossene, einheitlich handelnde Gruppe.
Die ausführliche Geschichte der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage erfordert einen eigenen Artikel.
Die Lehre von der fortlaufenden Offenbarung bedingt, dass der Kanon der heiligen Schriften nicht abgeschlossen ist.
Derzeit stellen die Bibel (altes und neues Testament), das Buch Mormon, "Lehre und Bündnisse" und "Die Köstliche Perle" den Kanon dar.
Die Bibel ist das im ganzen Christentum anerkannte Buch gleichen Namens, mit der in allen evangelischen Kirchen üblichen kürzeren Form des Alten Testaments.
Das Buch Mormon ist in Stil und Aufbau der Bibel vergleichbar.
Es berichtet über Gottes Wirken in Amerika, und wurde von verschiedenen Propheten aufgezeichnet.
Das Buch ist nach Mormon benannt, welcher einer der letzten vor dem Niedergang tätigen Propheten war.
Ein Höhepunkt des Buches Mormon ist der Bericht von der Arbeit, die Jesus Christus nach seiner Auferstehung in Amerika vollbrachte.
Außer seiner Geschichtsdarstellung enthält das Buch kaum Lehren, die von anderen Kirchen nicht anerkannt werden.
Die Entstehung des Buchs Mormon sowie sein Anspruch wird von Außenstehenden ganz anders gesehen als es innerhalb der Kirche der Fall ist. Die darin enthaltene Darstellung der altamerikanischen Geschichte wird von der nicht-Mormonischen Geschichtswissenschaft als unhaltbar betrachtet. Die meisten Außenstehenden gehen davon aus, dass Joseph Smith das Buch entweder selbst verfasst oder aus einem von Salomon Spaulding verfassten Romanmanuskript umgearbeitet hat. Viele der entaltenen Lehrreden führen sie auf die Lehren der populären amerikanischen Wanderprediger aus Joseph Smith's Jugendzeit zurück. Als Quelle für die Idee einer israelischen Abstammung der Indianer gilt das Buch "View of the Hebrews" von Ethan Smith (nicht verwandt mit Joseph Smith).
"Lehre und Bündnisse" ist eine Zusammenstellung von Offenbarungen, die Joseph Smith, seinen direkten Mitarbeitern, und (in wenigen Fällen) ihm folgenden Propheten von Gott gegeben wurden. Sie betreffen die Lehre und Richtung der Kirche. Die meisten spezifischen Lehren der Kirche finden sich in diesem Werk, nicht im Buch Mormon. In den anderen "mormonischen" Kirchen unterscheidet sich dieses Buch in Inhalt und Zusammenstellung meist erheblich von dem der LDS-Kirche und wird auch regelmäßig erweitert. In der LDS-Kirche sind solche Erweiterungen recht selten.
"Die Köstliche Perle" enthält Auszüge aus der Übersetzung des 1. Buch Mose von Joseph Smith (genannt das Buch Mose), eine (von Ägyptologen nicht akzeptierte) Übersetzung eines ägyptischen Papyrus, den Joseph Smith nach eigenen Angaben 1835 erwarb und der von Abraham verfasst sein soll, eine kurze Autobiographie von Smith's Jugend bis zur Herausgabe des Buch Mormon, sowie einen Teil eines seiner Briefe, der die 13 Glaubensartikel enthält. Dieses Buch, welches 1851, also nach dem Tode Smiths, von Missionaren in England zusammengestellt wurde, wird von den meisten anderen "mormonischen" Kirchen nicht als heilige Schrift anerkannt.
Die drei letztgenannten Bücher werden heute meist als ein einziger Band herausgegeben.
Eine der vielen Splittergruppe stellt die Reorganisierte Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, heute "Gemeinschaft Christi" genannt, dar.
Siehe auch Totalitäre religiöse Gruppe.
Die Mormonen
n nennen sich selbst „Heilige der Letzten Tage“ (Latter days` saints - LDS).
n glauben, dass nur ihr Glaube der einzig wahre Glaube ist.
n haben festgelegte Riten und Tempelrituale.
n sind eine streng organisierte Kirche.
Die „Heiligen der Letzten Tage“ (HLT)
Gründung der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ und Gründe dafür
Am 6. April 1830 gründete Joseph Smith (1805 - 1844) die „Kirche Christi“.
Die Gründung baut auf seiner ersten Vision auf, die er im Jahr 1819 gehabt hatte. Diese Vision, die ihn zum Propheten berief, wird als Ursprung aller mormonischer Gemeinschaften angesehen. In dieser Vision erschien dem damals 14-jährigen Joseph Gott Vater und Jesus Christus. Joseph fragte Gott, welche Religion die richtige sei und erhielt die Antwort, dass keine Kirche die richtige sei, er aber die „wahre Kirche“ hervorbringen würde. Vier Jahre später, also im Jahr 1823 hatte Joseph eine weitere himmlische Erscheinung, in der ihm ein Engel namens Moroni eine Geschichte erzählte.
Diese Geschichte handelte von dem Juden Lehi. Lehi soll mit seiner Familie zu Beginn des sechsten Jahrhunderts vor Christus geflohen sein und mit einem Schiff die amerikanische Westküste erreicht haben. Seine Söhne Nephi und Laman sind die Stammväter der Völker Amerikas. Es entstanden zwei Völker: die gottesfürchtigen Nephiten und die gottlosen Lamaniten. Die Nephiten, die nach einer gemischten Religionsform aus Altem und Neuem Testament lebten, blieben hellhäutig, die Lamaniten, von denen alle Indianer, Ozeanier und Eskimos abstammen, erhielten wegen ihrer Gottlosigkeit die dunkle Hautfarbe. Im fünften Jahrhundert kam es zu einer Schlacht zwischen den beiden Völkern. Dabei wurden die Nephiten von den Lamaniten ausgerottet. Der Letzte der Nephiten namens Mormon schrieb die Völkergeschichte auf Goldplatten und vergrub sie kurz vor letzten Schlacht auf dem Hügel Cumorah. Dort fand sie Joseph Smith im Jahr 1823, nachdem Moroni ihm gesagt hatte, wo sie lägen. Moroni gab ihm zusätzlich noch eine Prophetenbrille, mit dem er die Schriften auf den Goldplatten, die in reformierten Alt-Ägyptisch geschrieben waren, übersetzen konnte.
Joseph diktierte seinem Sekretär den Inhalt der Platten. Bei dem Diktat waren allerdings die Platten nie dabei, da Joseph Smith sie nach eigener Angabe nach dem Übersetzen immer an Moroni zurückgeben musste, ebenfalls wie die Prophetenbrille.
Tatsachen über das Buch Mormon
Die Gründungsgeschichte der Mormonen basiert nicht auf Tatsachen, da Historiker herausgefunden haben, dass keine Übersiedlung von Juden aus Jerusalem zu jener Zeit stattgefunden hat. Außerdem ist es bei der Größe des angegebenen Volkes der Nephiten und der Lamaniten unwahrscheinlich, dass auch Archäologen keine Schriftstücke fanden und somit das Buch Mormon das einzige Schriftstück aus jener Zeit ist.
Joseph Smith erzeugte den größten Teil der Übersetzung nicht durch das Lesen der Platten mit Hilfe des Urim und Thummim, einem zweiten Hilfsmittel, nämlich „Übersetzungs-Steinen“, sondern durch das Starren auf den gleichen Seherstein, den er auch für die Schatzsuche benutzte. Er platzierte den Stein in seinem Hut und bedeckte dann sein Gesicht damit.
Es gibt außer elf Freunden von Joseph Smith keine Zeugen für das Buch Mormon. Sie waren zudem größtenteils miteinander verwandt. Diese behaupteten, die Goldplatten wirklich gesehen zu haben. Ihre Zeugnisse sind am Anfang eines jeden Buches Mormon abgedruckt. Keine interessenlose dritte Partei durfte sie jemals untersuchen.
Die Geschichte der ersten Vision war in der bekannten und heute ausgegebenen Form bis 1838 unbekannt, also 18 Jahre nach ihrer angeblichen Ereignung und fast zehn Jahre nachdem Smith die Missionarsanstrengungen begonnen hat. Die älteste Darstellung ist in Smiths eigener Handschrift verfasst, auf etwa 1832 datiert (immer noch wenigstens elf Jahre später) und besagt, dass nur eine Person, Jesus Christus, erschien. Sie erwähnt auch nichts über eine Erweckungsbewegung. Sie widerspricht außerdem der späteren Beschreibung in der Aussage, ob Smith bereits entschieden hätte, dass keine Kirche die wahre sei. Eine dritte Darstellung dieses Ereignisses ist als Erinnerung in Smiths Tagebuch aufgezeichnet, fünfzehn Jahre nach der angeblichen Vision, bei der eine nicht identifizierte „Gestalt“ erschien.
Viele der grundlegenden im Buch Mormon vorkommenden geschichtlichen Details erschienen
gedruckt bereits 1825, gerade zwei Jahre bevor Smith mit dem Herstellen des Buches Mormon begann, in einem Buch mit dem Titel “View of the hebrews“ von Ethan Smith, der nicht mit Joseph Smith verwandt war. Es wurde wenige Kilometer von dem Ort entfernt publiziert, an dem Joseph Smith lebte. Auch fanden Historiker im Buch Mormon Zeichen, die wahrscheinlicherweise von einer chinesischen Teedose kopiert waren.
Neben dem Buch Mormon gelten noch die „Köstliche Perle“ und „Lehre und Bündnisse“ als Pflicht-Bücher. Die „Köstliche Perle“ umfasst das Buch Moses, das Buch Abraham, Auszüge aus der Joseph-Smith-Übersetzung der Bibel, seiner Lebensgeschichte und der Glaubensartikel. Obwohl die Übersetzung der Bibel nach Angaben der Mormonen fehlerfrei ist, stimmt das auf keinen Fall. Eher ist es so, dass die mormonische Bibel eine Übersetzung ist, die mit Fehlern gespickt ist.
Aufbau der „Mormonen-Kirche“
Joseph Smith gründete die „Kirche Christi“ in Fayette, New York, mit nur sechs Mitgliedern. Die Kirche gewann an Zulauf, da Smith mit seiner Offenbarung den Vorstellung einer heilen Welt der Amerikaner sehr nahe kam. Er prophezeite Amerika als das „neue heilige Land“ und sagte, dass der Garten Eden und das zweite Jerusalem in Missouri seien. Außerdem würde Jesus Christus bei seinem zweiten Kommen in Amerika erscheinen.
Durch den Zulauf nach diesen Prophezeiungen musste ein neuer Standort gesucht werden. Deshalb zogen die Mitglieder nach Kirtland im Bundesstaat Ohio. Von dort zogen sie anschließend nach Far West in Missouri und nach Nauvoo in Illinois. Als sie auch dort keinen Fuß fassen konnten, gingen sie, inzwischen unter der Führung von Brigham Young, dem Nachfolger von Smith, nach Utah, wo sie ihre noch heute bestehende Zentrale Salt Lake City gründeten.
Salt Lake City <- Nauvoo <- Far West <- Kirtland <- Fayette
Auch heute ist Salt Lake City die Hauptstadt der Mormonen. Allerdings haben sie sich nach dem Ansturm in den Gründungsjahren 1847/48 auf die ganze Welt verteilt, so zum Beispiel auch in Europa, wo Frankfurt am Main die Hauptzentrale ist.
Der Glaube der Mormonen und ihre Rituale
Nur die Mormonen können in den Himmel kommen. Dieser ist in drei Teile aufgeteilt. Das celestiale Reich, welches von Gott allein regiert wird, kann nur von sehr strenggläubigen Mormonen erreicht werden. Durch das Halten an gewisse Regeln und Grundsätze kann man in dieses Reich gelangen. Das zweite Reich ist das von Jesus Christus regierte terrestriale Reich. Dort kommen Nicht-Mormonen, die gute Menschen waren, und Mormonen hin, die sich nicht hundertprozentig an die Vorschriften gehalten haben hin. In das letzte telestiale Reich, das vom heiligen Geist regiert wird, kommen alle Verleugner von Christi und Verbrecher herein.
Der Sinn des Lebens auf der Erde ist nur eine Vorbereitung auf das spätere Leben im Himmel bzw. als Gott. Deshalb müssen Mormonen, die in den höchsten Himmel kommen möchten, folgende Regeln beachten:
Die Glaubensgrundsätze der Mormonen sind:
1. Gott war einmal Mensch auf einem anderen Planeten.
2. Wir sind genauso ewig wie Gott.
3. Jesus entstand durch eine sexuelle Vereinigung zwischen Gott, der einen physischen Körper hat, und Maria.
4. Wir müssen die ganze Welt zum Mormonismus bekehren.
5. Wahrheit ist, wenn wir ein gutes Gefühl haben.
6. Was ein Prophet gesagt hat, kann den Umständen entsprechend geändert werden.
7. Ehemalige Mitglieder und Abgefallene haben gesündigt oder hatten nie das Zeugnis.
8. Wir lesen nur kirchenfreundliche Literatur.
9. Als Mormone sind wir der Erlösung sicher, selbst wenn wir falsch liegen.
10. Da es Menschen gibt, die unserer Lehre entgegen stehen, muss sie richtig sein.
11. Weil wir unsere Vorfahren erlösen, sind wir die einzige wahre Kirche.
12. Da wir Christi Namen im Kirchentitel tragen, sind wir die einzige wahre Kirche.
13. Die Früchte der Kirche beweisen, dass dies die wahre Kirche ist.
14. Wir glauben an das Buch Mormon.
zu 1.: Die Mormonen glauben daran, dass Gott einst ein sterblicher Mensch auf einem anderen Planeten war, der sich durch Gehorsam zu den Gesetzen und Verordnungen des Evangeliums in seiner Welt entwickelte und dann starb. Er wurde ein auferstandenes Wesen und entwickelte sich zu einem Gott. Er ist noch immer verheiratet und schuf diese Welt. Die Mormonen anerkennen ihn als den einen wahren Gott, obwohl er nur einer von Millionen und Milliarden ist. Sie glauben außerdem, dass sie, wenn sie seinem Beispiel folgen, ebenfalls perfekte Götter und Göttinnen werden und mit ihren eigenen Geistkindern andere Welten bevölkern werden. Die Familie ist dabei die Grundlage für das Leben in der nächsten Welt - als Familie - als Götter.
zu 2.: Die Mormonen glauben daran, dass sie seit Ewigkeiten existieren. Zuerst existierten sie als „Intelligenzen“, die ewig und unerschaffbar sind, dann bekamen sie von ihren ewigen Eltern im Himmel einen Geistkörper. Ihre „Intelligenz“ existiert schon genauso ewig wie die ihres Gottes und wir waren in der ein oder anderen Form mit ihm. Er hat sich einfach nur eher entwickelt als sie.
zu 4.: Die Mormonen glauben daran, dass sie die ganze Welt zum Mormonismus bekehrt werden muss. Deshalb wird jeder Mormon in seinem Leben Missionar. Junge Männer beginnen ihre Mission im Alter von 19 bis 26 Jahre für 24 Monate. Junge Frauen von 21 bis 26 Jahre missionieren für 18 Monate. Man ist auf jeden Fall vor der Berufserlernung Missionar und falls sich nach Beendigung des Berufsleben noch Gelegenheit bietet, soll man dann auch noch auf Missionsreise gehen. Diese sollte 12 bis 24 Monate dauern. Missionare müssen von 6:30 Uhr bis 22:30 Uhr arbeiten und währenddessen Menschen bekehren. Sie haben nur einen halben Tag pro Woche frei. Ihre Arbeit wird nicht bezahlt. Auf der ganzen Welt gibt es rund 60.000 Missionare. Bevor die Missionare auf Mission gehen, werden sie etwa drei bis acht Wochen in Trainingslagern ausgebildet. Dort lernen sie auf die Menschen einzugehen und ihnen bestimmte Aspekte ihrer Religion zu erklären.
zu 5.: Die Mormonen glauben daran, dass sie die Wahrheit durch ihre Gefühle erkennen. Sie verlassen sich nicht auf Fakte, die ihrem Gefühl bezüglich der Wahrheit widersprechen, und lehnen sie ab. Wenn sie ein schlechtes Gefühl haben, z. B. wenn ihnen jemand sagt, dass Joseph Smith ein Lügner war, dann wissen sie, dass er ein Prophet gewesen sein muss, denn Falschheit erzeugt schlechte Gefühle, und sie haben schlechte Gefühle, wenn jemand sagt, sie seien hereingelegt worden. In anderen Worten, wenn sie ein schlechtes Gefühl haben, hören sie schlechte Dinge, die Lügen sein müssen. Sie haben ein gutes Gefühl, wenn sie im Buch Mormon lesen, deshalb ist es wahr. Archäologie, Genforschung, Metallurgie, Landwirtschaft und Veterinärwissenschaft sind unbedeutend, da ihr Gefühl sagt, dass es ein wahres Buch ist, dass von Gott offenbart wurde. Diese guten Gefühle betreffen jeden Lebensbereich. Wenn sie gebetet und ein gutes Gefühl haben, wissen sie, dass sie etwas tun sollen oder dass etwas wahr ist.
Mormonen, die sich fragten, ob ihr Glaube der richtige sei, wurden nach eigenen Angaben vom heiligen Geist heimgesucht, der ihnen bestätigte, dass ihr Glauben der richtige sei.
zu 6.: Die Mormonen glauben daran, dass, wenn ein Prophet als das Oberhaupt der Kirche etwas sagt, was definitiv falsch ist, er dann gerade nicht inspiriert war. Er sprach nur als Mensch. Sie glauben daran, dass ein neuer Prophet die älteren Propheten berichtigen kann. Außerdem denken sie, dass sie auf der Welt einen lebenden Propheten haben, auch wenn er niemals etwas prophezeit.
zu 7.: Die Mormonen glauben daran, dass Abtrünnige, sollten sie ein Zeugnis gehabt haben, in die äußerste Finsternis ausgestoßen werden. Die anderen, die die Kirche verlassen, können niemals ein Zeugnis besessen haben.
zu 8.: Die Mormonen glauben daran, dass jegliche Literatur, die die Kirche kritisch betrachtet, ist satanistisch und/oder von verbitterten Abtrünnigen oder anderen geschrieben, die die Wahrheit nicht kennen. Man kann sie getrost ignorieren und jedes ihrer vernünftigen Argumente ist unwichtig, da sie dem Evangelium der Kirche entgegenstehen.
zu 9.: Die Mormonen glauben daran, dass auch wenn sie mit dem Mormonismus falsch liegen, Gott ihnen vergeben wird, da sie an Christus glaubten wie alle Christen es verstanden. Wenn sie richtig liegen, und sie wissen, dass sie richtig liegen, werden sie als Familie und Götter für immer beisammen sein.
zu 10.: Die Mormonen glauben daran, dass diejenigen, die gegen sie schreiben und ihren Glauben „besudeln“, der Beweis dafür sind, dass sie die einzige wahre Kirche sind. Nur über die wahre Kirche kann etwas Schlechtes gesagt werden. Der Teufel kämpft schließlich gegen die Wahrheit.
zu 11.: Die Mormonen glauben daran Tempel zu haben, wo sie Handgriffe und Passwörter erhalten, die ihnen erlauben, ein Gott zu werden. Sie taufen auch stellvertretend Verstorbene, damit diese ebenfalls Mormonen werden können.
zu 12.: Die Mormonen glauben daran, dass nur die wahre Kirche Christi Namen tragen kann. Sie ignorieren den Umstand, dass „Lehre und Bündnisse“ und andere Bücher von der Kirche veröffentlicht wurden, als Joseph Smith die Kirche für einige Jahre in die „Kirche der Heiligen
der Letzten Tage“ umbenannte.
zu 13.: Die Mormonen glauben daran, dass manipulierte Statistiken zeigen, dass sie ein außergewöhnliches Glaubenssystem haben. Sie lehnen Statistiken ab, die peinlich für sie sind, solche die zum Beispiel die hohe Scheidungsrate in Utah aufzeigen.
zu 14.: Die Mormonen glauben an ein Buch, das durch keinerlei archäologische Beweise bestätigt wird und verbreiten es als religiöse Aufzeichnung verschiedener Völker, die Amerika für über 2600 Jahre bevölkerten, von etwa 2200 vor Christus bis 420 nach Christus. Sie glauben daran, dass die zweite Völkergruppe, die Amerika in Besitz nahm, Juden waren, die hebräisch sprachen und ihre Aufzeichnungen in verbessertem Alt-Ägyptisch schrieben. Einige Mitglieder glauben daran, dass die Kirchenführer zugeben werden, dass das Buch nur erfunden ist, halten es dennoch für seine religiöse Inhalte hoch.Übersicht
Der Name der Kirche
Theologie
Errettung und Verdammung
Kernlehre
Umkehr
Taufe
Taufe Verstorbener
Gabe des Heiligen Geistes
Gemeindehäuser und Tempel
Endowment
Siegelung
Eheschließung
Zweite Salbung
Weitere Merkmale
Priesterschaft und Führung der Kirche
Geschichte
Heilige Schriften
Abspaltungen
Weblinks
Stand: Mai 2002
Die Mormonen
Joseph Smith war während der Wanderung seiner Anhänger in einem Gefängnis gestorben. Er wurde erschossen, als sich eine Menschenmenge auf ihn stürzte. Er war verhaftet worden, weil er die Anordnung gegeben hatte, eine Zeitung von Nauvoo zu zerstören, die es gewagt hatte, eine Offenlegung seiner heimlichen sexuellen Liaison abzudrucken. Zu dieser Zeit hatte er seine Kandidatur für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten bekanntgegeben, eine geheime Regierung eingesetzt und sich selbst heimlich zum „König des Königreich Gottes“ gekrönt.
zu 3.: Die Mormonen glauben daran, dass Gott richtigen sexuellen Verkehr hatte, da er einen Körper aus Fleisch und Gebein hat. Trotz des Geschlechtsverkehrs war Maria bei der Geburt von Jesus noch Jungfrau. Sie stand bei der Empfängnis unter dem Einfluss des heiligen Geistes, um Gottes Gegenwart ertragen zu können.
Das Ergebnis dieser Vereinigung war Jesus, halb Mensch, halb Gott. Sie glauben daran, dass Jesus der Erstgeborene ihrer himmlischen Eltern ist, die seinen Geist und den Geist der Mormonen schufen, indem sie die „Intelligenz“ als Grundlage für ihren Geist verwendeten. Da Jesus der erstgeborene Geist war und laut dem Buch Abraham seine „Intelligenz“ besser war als die anderen „Intelligenzen“, war er die wichtigste Geistschöpfung. Als Jesus durch die Vereinigung von Gott und Maria einen physischen Körper erhielt, wurde sein Geist in seinen Körper gebracht, wie auch ihr Geist in ihren Körper gebracht wurde. Dennoch war sein Körper ein besonderer, da Gott sein Vater war. Die anderen Mormonen haben dagegen nur einen normalen Vater.






