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Kelten

Die Kelten (lat.: celti, gr.: keltoi, galatoi) sind eine Gruppe von indoeuropäischen Völkern oder Stämmen, die in Mitteleuropa heimisch waren. Eine bekannte Untergruppe sind die Gallier (lat.: galli), die in historischer Zeit in der Gegend des heutigen Frankreich und umliegender Gebiete siedelten.

Table of contents
1 Allgemeines
2 Geschichte
3 Kultur
4 Gesellschaft
5 Religion
6 einige Keltenvölker
7 Weblinks
8 Literatur

Allgemeines

Die Kelten hatten keine Schrift und haben nur minimale eigene Aufzeichnungen mit dem griechischen Alphabet hinterlassen. Daher beruhen Kenntnisse über die Kelten auf der Geschichtsschreibung ihrer Nachbarn (antikes Griechenland, Römisches Reich) sowie auf archäologischen Funden. Anscheinend war die Ogham-Schrift alleiniges Gebiet der Druiden, welche Aufzeichnungen nur in sehr begrenztem Umfang zuließen (Funde: irische Grab- und Genzsteine des 4. - 7. Jh).

Daneben gibt es eine (moderne) Klassifikation der Kelten als diejenigen Völker, die keltische Sprachen gesprochen haben. Eine eindeutige Zuordnung zwischen Sprache und historischen bzw. archäologischen Daten ist in der Regel nicht möglich. Eine archäologische Stätte, die 'typische' Kulturmerkmale (La-Tène-Kultur) enthält, kann, muss aber nicht auf eine keltisch sprechende Bevölkerung hinweisen. Genauso kann ein keltischsprechendes Volk eine eigenständige kulturelle Entwicklung durchmachen, und sich von der 'typischen' keltischen Kultur unterscheiden.

Daher sind die folgenden, auf archäologischen und historischen Daten beruhenden Angaben als Aussagen zur Kultur, und nur bedingt zur Sprache zu verstehen.

Geschichte

Als älteste, manchmal den Kelten zugeordnete Kultur gilt die Hallstatt-Kultur aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit (je nach Quelle 1200 - 500 v. Chr. bis 800 - 400 v. Chr.). Sie wird aber meist den Illyrern zugeschrieben. Ihr folgte die La Tène-Kultur der Eisenzeit (475 - 40 v. Chr.), deren typische Merkmale dem Einfluss des Reitervolks der Kimmerier auf die Kelten zugeschrieben wird. Die La Tène-Zeit endete mit der Eroberung fast aller keltischen Völker durch das römische Reich.

Zur Zeit der Hallstatt-Kultur findet man die Kelten im südlichen Mitteleuropa, genauer im Gebiet des heutigen Westösterreich und Süddeutschland.

Am Ende der Hallstatt-Kultur wanderten die Kelten von Mitteleuropa nach Westen und Norden. Ihr Hauptniederlassungsgebiet wurde Gallien (heutiges Frankreich, Schweiz, Belgien). Im 5 und 4. Jahrhundert v. Chr drangen Kelten nach Nordspanien ein, verdrängten die Ligurer und vermischten sich mit den ebenfalls dort ansässigen Iberern zu den Keltiberern.

Der Ursprung der Kelten auf den britischen Inseln ist umstritten. Spuren einer großen Eroberung sind nicht bekannt; eventuell waren die Britischen Inseln sprachlich schon lange keltisch beeinflusst, oder es fand eine allmähliche Einwanderung und sprachliche Vermischung statt (siehe z. B. Geschichte Irlands).

In der Folgezeit fanden Wanderungen nach Osten und Süden statt, die von griechischen und römischen Geschichtsschreibern aufgezeichnet sind, und daher detaillierter bekannt sind als die West- und Nordwanderungen. Einige Stämme fielen unter Brennus in Italien ein (Schlacht an der Allia im Jahre 390 v.Chr). In Norditalien ließen sich einige Stämme daraufhin nieder. Weitere Siedlungsgebiete keltischer Stämme waren Griechenland und Galatien (in Kleinasien).

Die größte Ausbreitung erreichten die Kelten um 200 v. Chr. Danach wurden sie vom aufstrebenden römischen Reich im Süden und den germanischen Stämmen im Osten bedrängt und gingen letztendlich im römischen Reich auf.

Der letzte Feldzug der Gallier gegen die Römer unter Vercingetorix endete in der Niederlage der Kelten auf dem europäischen Festland; auf den britischen Inseln bestanden in Irland und Wales noch bis ins 5. Jahrhundert eigenständige keltische Kulturen, die sich im Zuge der folgenden Christianisierung wandelten.

Kultur

Die keltischen Kulturen basierten auf Ackerbau und Viehzucht. Auf kleinen, umzäunten Äckern wurden Getreide (Emmer, Dinkel, Gerste, Hirse) und Leguminosen (Saubohnen, Erbsen, Linsen) angebaut. Bekannt waren Löwenzahn, Brennessel, Rübe, Rettich, Sellerie, Zwiebel, Kohl u.a.. Aus archäologischen Funden (Speiseresten) in Hallstatt läßt sich etwa ablesen,dass die Kelten ein noch heute übliches Gericht gegessen haben, "Ritschert" einen Eintopf aus Rollgerste und Bohnen.

Da das lateinische Wort für Bier (cervisia) ein keltisches Lehnwort ist, wird vermutet, dass die Kelten das Brauen beherrschten.

Wichtigstes Haustier war das Rind, welches neben Fleisch, Milch (Käse) und Leder auch unabdingbar bei der Ackerbestellung war. Der Reichtum eines Kelten wurde in der Anzahl seiner Rinder gemessen. Daneben wurden Schafe (Wolle) und Schweine gehalten; Hunde kannte man ebenfalls als Nutztiere (Hütehunde). Pferde waren ein Statussymbol und waren bei Kriegszügen wichtig.

Aus reich ausgestatteten Gräbern der späten Hallstatt-Zeit ("Fürstengräber") ist bekannt, dass die Gesellschaft auf lokaler Ebene unter einem Fürsten stand. In der späten La Tène-Zeit hatten sich weiträumige politische Strukturen entwickelt, aus denen ohne die Eroberung durch das römische Reich ein Staatswesen hätte entstehen können.

Gesellschaft

Die Einblicke historischer Schreiber in den Aufbau der keltischen Gesellschaft sind gering.

Julius Cäsar gibt im "Gallischen Krieg" (De bello Gallico) einen Einblick in die Gesellschaft der Kelten. Demnach gab es die Oberschicht der Fürsten, mit einer politischen und militärischen Führungsrolle. Aus den oberen Gesellschaftsschichten stammten wahrscheinlich auch die Druiden, mit Verantwortung des Kultus, der keltischen Religion.

Die keltische Gesellschaft war wahrscheinlich patriarchal organisiert; Fürstengräber zeigen reichere Gaben bei männlichen Grabstätten. Allerdings sind die Unterschiede in einfacheren Gräbern geringer; die Ausnahme ist, dass Frauen im allgmeinen keine Waffen mit ins Grab bekamen.

Die bekannteste Keltin war Boudicca, Anführerin der Icenier (Britannien) im Aufstand gegen die römische Besatzung im Jahre 61 n. Chr.

Religion

Über die Religion der Kelten ist nur sehr wenig bekannt. Hauptgründe dafür sind die geringe Verbreitung von Schrift (erst durch die Römer erhielten die Kelten Zugang zur Schrift) sowie die Tradition der mündlichen Überlieferung des Druidentums, welches bei den Kelten einen hohen Stellenwert einnahm.

Caesar (VI 16) bescheinigt den Kelten eine tiefe Religiosität. In der Tat stellten die Römer die keltischen Götter sogar den eigenen gleich. Aus Teutates wurde Merkur, aus Cernunnos Pluto, Grannus wurde dem Apollo gleich gestellt und Lenus dem Mars, usw.

Zentral in der keltischen Religion und Mythologie waren die Druiden, der keltische Priesterstand. Dies war eine besondere Eigenheit der Kelten, da sonst weder Römer, Griechen oder Germanen hauptamtliche Priester kannten. Die Bezeichnung "Druide" stammt wahrscheinlich vom griechischen drys - Eiche. Nach Plinius (naturalis historia 16, 249 ff.) war den Druiden die Eiche auch tatsächlich heilig, nebst der auf ihr wachsenden Mistel.

Die Ausbildung zum Druiden dauerte lange, nach Caesar (VI 14,1) mehr als zwanzig Jahre. In dieser Zeit lernte der angehende Druide die Künste seiner Zunft; die Sterne, die Erde, den Wind und das Wasser zu deuten, die Götter, die Natur im Allgemeinen. Aber auch Gedichte, Gesänge und Rätsel waren Gebiete, auf denen die Druiden wissend waren. Die Überlieferung dieses Wissens erfolgte mündlich, auch nachdem die Kelten die Schrift von den Römern übernommen hatten.

Neben ihren priesterlichen Funktionen hatten die Druiden aber auch durchaus weltliche Pflichten und Privilegien. So hatten sie in allen Streitfragen, öffentlichen wie privaten, zu entscheiden, seien es nun Erbstreitigkeiten, Grenzkonflikte oder sogar Mord. Die Druiden legten auch die Strafen fest, laut Caesar (VII 33,3) war die Exkommunikation die schwerste der denkbaren Strafen. Die Druiden wären für ihre Gerechtigkeit bekannt, rühmte Strabon (IV, 4,4).

Allem Anschein nach gab es auch weibliche Druiden, zumindest in Wales.

einige Keltenvölker

Weblinks

Literatur

S. Reickhoff/J. Biel, Die Kelten in Deutschland (Stuttgart 2001)




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