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Karneval, Fastnacht und Fasching

Als Karneval, Fastnacht oder Fasching bezeichnet man die die Zeit der Ausgelassenheit und Fröhlichkeit und überschäumenden Lebensfreude vor Beginn der österlichen Fastenzeit (Passionszeit). Als Fastnachtszeit hat sich in Deutschland die Spanne vom 11. November, 11:11 Uhr bis zum Aschermittwoch eingebürgert. Den Höhepunkt erreicht die Fastnacht in der eigentlichen Fastnachtswoche mit Rosenmontag und Fastnachtsdienstag.

Als Fastnachts- bzw. Karnevalshochburgen gelten in Deutschland das Rheinland, z. B. Kölner Karneval, wo einst subversive antifranzösische und antipreußische Spuren aus dem 19. Jahrhundert im Brauchtum noch am frischesten sind, sowie Baden-Württemberg, mit einer alemannischen Fastnachts-Tradition. In Österreich wird der Fasching in Form von Gschnasen und Umzügen gefeiert, eine große "Sitzung" gibt es nur in Villach, vgl. Villacher Fasching.

Karnevaleske Strukturen des Maskierens, Verkleidens und ritualisierter Ausgelassenheit lassen sich in allen Kulturen finden. Eine ganz eigenständige, bemerkenswerte Vitalität entwickelte der Karneval auch in Lateinamerika.

Table of contents
1 Begriffliche Einordnung und Wortherkunft
2 Der Fastnachts-/Karnevalstermin
3 Fastnacht und Karneval in der Geschichte

Begriffliche Einordnung und Wortherkunft

Das Wort Fastnacht (regional auch Fassenacht, Fasnacht oder Fosnet) wird vor allem im alemannischen,hessischen und rheinhessischen Raum verwendet. Es kommt vom Althochdeutschen "Fasta" (Fastenzeit) und "Naht" (Nacht, Vorabend) und bezeichnete ursprünglich nur den Tag vor Beginn der Fastenzeit, ab dem 15. Jahrhundert auch die Woche davor.

Vom Fasching spricht man vor allem in Bayern, Thüringen und Österreich. Das Wort kommt von Vaschanc, was den Ausschank des Fastentrunks bezeichnete.

Das Wort Karneval bezieht man in Deutschland in erster Linie auf den Kölner Karneval. Die Herkunft des Begriffs ist nicht eindeutig geklärt.

International sind verschiedene Variationen von Karneval am gebräuchlichsten. Bekannt sind u. a. der Karneval in Rio und der Karneval in Venedig. Auch in den Südstaaten der USA gibt es eine ausgeprägte Karnevalstradition. Man verwendet hier die französische Bezeichnung Mardi Gras (eigentlich Fastnachtsdienstag).

Der Fastnachts-/Karnevalstermin

325 wurde auf dem Konzil von Nicäa das Osterdatum auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgelegt. Um 600 führte Papst Gregor I. eine 40tägige Fastenzeit vor Ostern ein, die an die Zeit erinnern soll, die Jesus Christus in der Wüste verbracht hat. Nach dieser Regelung begann die Fastenzeit am Dienstag nach dem 6. Sonntag vor Ostern ("Invocavit" oder "Dominicia Quadragesima", im Deutschen auch "Funkensonntag").

Mit dem Konzil von Benevent im Jahr 1091 wurden die sechs Sonntage vor Ostern vom Fasten ausgenommen. So rückte der Beginn der Fastenzeit um sechs Tage nach vorne auf den heutigen Aschermittwoch.

Noch bis ins 16. Jahrhundert existierten beide Fastnachsttermine, die alte "Burefasnacht" (Bauernfastnacht) und die neue "Herren-" bzw. "Pfaffenfastnacht" konkurierend nebeneinander. Heute ist es oft so, dass katholische Gegenden die Fasnacht vor dem Aschermittwoch, protestantische Gegenden nach dem Aschermittwoch feiern.

Insbesondere im badischen Raum als auch in der Schweiz haben sich viele Bräuche der alten Fasnacht erhalten. Am bekanntesten ist davon sicherlich die Basler Fasnacht. Diese beginnt am Montag nach Aschermittwoch um 4.00 Uhr mit dem Morgenstraich und endet am folgenden Donnerstag-Morgen, ebenfalls um 4.00 Uhr.

Fastnacht und Karneval in der Geschichte

Im alten Rom feierte man vom 17. Dezember bis 19. Dezember die Saturnalien, ein Fest, verbunden mit einem öffentlichen Gelage, zu dem jedermann aus jeder Gesellschaftsschicht eingeladen war. Hinrichtungen wurden während der Saturnalien hinten angestellt. Sklaven und Herren tauschten zeitweise die Rollen.

Im mittelalterlichen Europa feierte man - zwar in Kirchen, jedoch nicht kirchlich -"Narrenfeste" vom 12. Jahrhundert bis zum Ende des 16. Jahrhunderts um den Epiphaniastag (6.Januar). Dabei übernahmen die unteren Kleriker vorübergehend Rang und Privilegien der höheren Geistlichkeit. Kirchliche Rituale wurden parodiert; selbst ein Pseudopapst wurde gekürt. In Gestalt von Prozessionen wurden auch die Bewohner der Städte am Fest beteiligt.




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