Kanal von Korinth
Der Kanal von Korinth trennt das griechische Festland von der Halbinsel Peloponnes und macht letztere somit eigentlich zu einer Insel.
Der Kanal von Korinth (Bild 1)
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Der Bau und die Nutzung des Kanals
Für den in den Jahren 1881 bis 1893 gebauten, ca. 6,3 km langen Kanal durchgrub man den so genannten Isthmos von Korinth ( = die Landenge von Korinth) an seiner schmalsten Stelle. Seitdem verbindet der 'Kanal von Korinth' den Saronischen Golf mit dem Korinthischen Golf. Um diese Durchfahrtsmöglichkeit zu erhalten und sich so die etwa 400 km lange Fahrt rund um die Peloponnes zu ersparen, nahm man es auf sich bis zu 84 m in die Tiefe durch Felsgestein zu graben. Dadurch erreichte man eine Wasserhöhe von etwa 8 m. Das Kanalbett ist oben etwa 24 m breit, verengt sich jedoch nach unten auf ca. 21 m.
Mittlerweile leidet der Kanal unter Altersschwäche - und dies hat zwei Gründe:
- zum einen ist er inzwischen viel zu klein für die modernen, großen Hochseefrachtschiffe, sodass diese wie vor 1893 um die Peloponnes herumfahren müssen,
- zum anderen bedürfen die seitlichen Stützmauern und die östliche Einfahrt (vom Saronischen Golf herkommend) dringend einer Ausbesserung bzw. Stabilisierung.

Der Kanal von Korinth (Bild 2)
Die Geschichte des Kanal von Korinth
Inzwischen kann die Idee eines 'Kanals von Korinth' auf eine rund 2600jährige Geschichte zurückblicken. Am - überlieferten - Anfang steht wohl der Tyrann Periander von Korinth (584 - 544 v. Chr.). Allerdings hat er niemals einen Versuch gewagt. Stattdessen diente im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. ein Schiffskarrenweg, der so genannte Diolkos als Möglichkeit eine Umschiffung der Halbinsel zu vermeiden.
In römischer Zeit griff man den Gedanken eines Kanals zur Verbindung des Saronischen mit dem Korinthischen Golf erneut auf. Pläne wurden unter Caesar, Caligula (37 - 41 n. Chr.), Nero (54 - 68 n.Chr.) und Hadrian (76 - 138 n. Chr.) ausgearbeitet. Während es bei Caesar und Hadrian nur bei ersten Entwürfen blieb gingen die Aktionen der beiden anderen römischen Kaisern etwas weiter:
- Im Jahre 40 n.Chr. entstandte Caligula einige seiner Ingenieure zum Isthmos von Korinth, um konkrete Messungen durchzuführen. Allerdings war das Ergebnis niederschmetternd: Man kam zu der Überzeugung, dass der Wasserspiegel des Korinthischen Golfes um einiges höher sei als der des Saronischen Golfes, sodass bei einem Durchbruch ganz sicherlich die Insel Ägina und vielleicht sogar noch Teile von Attika überschwemmt würden. - Das Projekt wurde vorsichtshalber fallen gelassen.
- Mutiger zeigte sich da schon Nero! Ob die Theorie, die unter der Amtszeit seines Vorgängers Caligula erstellt worden war, mittlerweile widerlegt war, ist leider nicht bekannt, jedoch traut man Nero - aufgrund seines Rufes! - gerne zu, dass er eine 'beeindruckende Überschwemmung' der kleinen Insel Ägina sicherlich gerne beobachtet hätte. Im Jahre 67 n.Chr. beorderte er mehrere tausend Arbeiter - es ist die Rede von ca. 6000 jüdischen Sklaven - zum Isthmos. Den ersten Spatenstich behielt er sich in 'Politikermanier' selbst vor. Angeblich soll er mit einer vergoldeten Schaufel den ersten Stich gemacht haben. Dies zeigt, wie wichtig ihm die Idee eines Kanals gewesen sein muss. Der Plan sah vor, dass die Arbeiter von zwei Seiten herkommend sich zur Mitte der Landenge vorarbeiten sollten, um sich hier dann zu treffen´und den endgültigen Durchbruch zu schaffen. Nach drei Monaten wurde jedoch die Arbeit eingestellt, da Nero inzwischen verstorben war und seinen Nachfolgern Galba (68 n. Chr.) und Otho (69 n. Chr.) das Projekt zu riskant und daher zu teuer erschien.
Nach den gescheiterten Bemühungen der Antike erwogen erst die Venezianer wieder, den Isthmos zu durchstechen, um ihre Interessen als Händler im griechischen Gebiet zu verbessern. Allerdings gaben auch sie diese Pläne bald auf angesichts der zu bewältigenden Felsmassen.
Letztendlich schaffte es das 19. Jahrhundert mit seinen Errungenschaften der Industrialisierung den alten Traum des Durchstichs des Isthmos in die Realität umzusetzen.






