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Kamel

{| border="1" cellspacing="0" style="float:right;margin-left:0.5em" ! align="center" bgcolor="#ffc0c0" | Kamele |- | align="center" |
Kamel
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|- ! align="center" bgcolor="#ffc0c0" | Systematik |- | {| border="0" |- | Überklasse: || Kiefermäuler (Gnathostomata) |- | Reihe: || Landwirbeltiere (Tetrapoda) |- | Klasse: || Säugetiere (Mammalia) |- | Unterklasse: || Höhere Säugetiere (Eutheria) |- | Überordnung: || Laurasiatheria |- | Ordnung: || Paarhufer (Artiodactyla) |- | Familie: || Kamele (Camelidae) |- | Gattung: || Altweltkamele (Camelus) |} |-

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Nur wenige Großtiere sind in der Lage, in den lebensfeindlichsten Regionen der Erde, den Wüsten, zu überleben. Die Kamele haben diese Anpassung perfektioniert. Im Gegensatz zu ihren südamerikanischen Verwandten Lama, Alpaka und Vikunja sind die beiden Kamelarten der Altwelt Bewohner der trockensten Gebiete der Erde. So lebt das Baktrische Kamel oder Trampeltier (Camelus bactrianus), erkennbar an den zwei Höckern, vor allem in den asiatischen Wüstengebieten. Das Dromedar (Camelus dromedarius) mit nur einem Höcker lebt in der Sahara und in den arabischen Wüsten.

Alle Kamelarten sind Überlebenskünstler in der Wüste. In ihren Höckern lagern die Tiere Fett ein, das ihnen in Hungerperioden als Futterreservoir dient. Mit Hilfe dieses Nahrungslagers können Kamele bis zu 30 Tage ohne Nahrung auskommen. Auch ihre Wasserspeicherung ist perfektioniert und enorm. Sie speichern so viel Wasser im Magen, dass es ihnen möglich ist, bis zu zwei Wochen ohne Flüssigkeit zu überleben. Beide Speicher füllen die Kamele auf, wenn sie Wasser oder Nahrung aufnehmen. Dabei schaffen sie es, innerhalb von zehn Minuten über 100 Liter Wasser auf einmal zu trinken und einzulagern. Als Nahrung dienen ihnen vor allem dornenreiche, meist salzige Pflanzen. In absoluten Notsituationen fressen sie jedoch auch Knochen, Häute oder Fleisch sowie Zelte, Sandalen oder Tücher ihrer Besitzer. Da es gerade in Wüstengebieten immer wieder zu Sandstürmen kommt, müssen sich die Tiere auch vor diesen Bedingungen schützen. Sie haben extrem lange Wimpern, die die Augen überdecken und so den Sand abhalten. Außerdem sind ihre Ohren mit langen Haaren bewachsen und sie können die Nasenlöcher schließen, sodass auch hier kein Sand eindringen kann. Durch ihren Passgang, bei dem sie beide Beine einer Seite immer gemeinsam bewegen, und ihre sehr breiten Fußflächen können sie sich auch auf tiefem, weichem Sand gut fortbewegen.

All diese Eigenschaften der Kamele sind natürlich auch für die Menschen der Wüstenregionen von Vorteil. So verwundert es nicht, dass beide Kamelarten bereits vor über 3.500 Jahren domestiziert worden sind und der Mensch sie seitdem als Haustiere nutzt. Sie dienen als "Wüstenschiffe", also als Reit- und Lasttiere in den Trockengebieten. Daneben werden ihr Fleisch, Fett, Milch, Wolle und Leder genutzt. Auf diese Weise haben sich die Tiere über fast alle Wüsten der Erde, sogar bis nach Australien, wo sie im letzten Jahrhundert eingeführt wurden, verbreitet.

Die Salzwasserkamele der Wüste Gobi

Seit einigen Jahren forschen Wissenschaftler an Kamelen in der Wüste Gobi, die zwei Besonderheiten aufweisen. Anscheinend ist es die letzte und einzige wildlebende Art und die Kamele können Salzwasser verwerten. Deshalb gestalten sich die Forschungen an diesen Tieren so spannend und die Wissenschaft hofft auf neue Erkenntnisse. Es hat sich gezeigt, dass die Kamele, im Gegensatz zu ihren Haustiervettern, in der Lage sind, Salzwasser als Trinkwasser zu nutzen, eine weitere Anpassung an ihren extremen Lebensraum. Genetische Analysen bestärken zudem den Verdacht, dass es sich bei diesen Wildkamelen gar nicht um die Vorfahren der Hauskamele handelt. Diese Tiere stellen wahrscheinlich eine neue, eigene Art dar, die als Salzwasserkamel (Camelus ferus) bezeichnet wird. Zumindest handelt es sich jedoch eindeutig um eine seit längerer Zeit separierte Population der Tiere. Diese ist allerdings stark bedroht.

Neben der extremen Trockenheit sind es hier vor allem die Temperaturen, die das Leben erschweren. Im Sommer steigen sie auf bis zu 50°C, im Winter liegen sie häufig bei bis zu -40°C. Kamele schützen sich vor der Kälte durch einen dicken Winterpelz, den sie im Frühjahr wieder verlieren. Andere Tiere und Menschen haben da erheblich größere Probleme wie aktuelle Bilder der Kältewelle in der Mongolei demonstrieren. Man erwartet, dass über sechs Millionen Schafe in diesem Winter erfrieren werden.

Problematisch gestaltet sich die Suche nach wilden Kamelen. Wilde zweihöckrige Kamele finden sich nur noch in einer Gesamtzahl von etwa 1000 Tieren in der Wüste Gobi. Es sind die beschriebenen seltenen Salzwasserkamele. Ihr Überleben hängt am seidenen Faden. Sie werden, nachdem sie mehr als 43 oberirdische Atomtests der Chinesen überstanden haben, von Wilderern gejagt, die die Kamele mit Landminen töten. Besonders die ²Wild Camel Protection Foundation² setzt sich für den Schutz der letzten Wildkamele ein und plant gemeinsam mit der chinesischen Regierung ein großflächiges Schutzgebiet für die Tiere.




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