Jüdischer Kalender
Die jüdische Zeitrechnung wurde vom Patriarchen Hillel II 358 n. Chr. aus Tanach und Talmud abgeleitet. Danach beginnt die Zeit mit der Erschaffung der Welt im Jahr 3761 vor Beginn der christlichen Zeitrechnung.
Der jüdische Kalender ist ein Lunisolarkalender. Die Monate sind wie bei einfachen Mondkalendern an den Mondphasen ausgerichtet, es existiert jedoch gleichzeitig eine Schaltregel zum Angleich an das Sonnenjahr. Durch Hinzufügen von Schaltmonaten innerhalb eines Zyklus von 19 Jahren entstehen 7 Schaltjahre. Dadurch wird der Kalender so angepasst, dass sich zum Lauf der Sonne und den Jahreszeiten keine wesentliche Verschiebung ergibt.
Die Monate orientieren sich nicht ganz exakt an den Mondphasen: Wenn sich dadurch eine Aneinanderreihung von mehreren Tagen mit Arbeitsverbot (siehe Sabbat) ergeben würde, wird der Jahresbeginn um einen oder zwei Tage hinausgeschoben, um diese Härte zu vermeiden (denn Gott will nach jüdischem Verständnis das Leben der Menschen durch seine Gebote nicht schlechter, sondern besser machen).
Das jüdische Jahr wird in die folgenden Monate eingeteilt: Nisan -- Ijar -- Siwan -- Tammus -- Aw -- Elul -- Tischri -- Kislew -- Cheschwan -- Tewet -- Schewat -- Adar
Dabei beginnt das neue Jahr (mit der jeweils nächsthöheren Jahreszahl) im Frühherbst mit dem ersten Tag des siebten Monat Tischri, während der Monat Nissan seit dem Exodus des Moses als erster Monat nummeriert wird. Der Grund für diese ungewöhnliche Anordnung ist darin zu sehen, dass der Tischri in Babylonien als erster Monat galt, als die Israeliten die babylonischen Monatsnamen übernahmen; Mose spielte in der babylonischen Weltsicht naturgemäß keine Rolle.






