Institution
Institution, die (lat. insitutio „Einrichtung”)1. (allgm.) Einrichtung, Organisation
2. (ugs.) (staatl. oder öffentliche) Einrichtung, die dem Wohle oder Nutzen des Einzelnen oder der Allgemeinheit dient, z.B. "die Institution des öffentlich-rechtlichen Fernsehens"
3. (veraltet) Einsetzung in ein kirchliches Amt; Anordnung, Unterweisung
4. (wissenschaftlich) in der Soziologie allgemein definiert als Erwartung über die Einhaltung bestimmter Regeln, die verbindliche Geltung beanspruchen: „Institutionen sind also (...) bestimmte, in den Erwartungen der Akteure verankerte, sozial definierte Regeln mit gesellschaftlicher Geltung und daraus abgeleiteter „unbedingter“ Verbindlichkeit für das Handeln.“ (Hartmut Esser: Soziologie. Speziellen Grundlagen. Band 5: Institutionen. Frankfurt/New York: Campus Verlag, 2000. S. 6).
Institutionen leiten das Handeln von Menschen. Sie sind "bewährte Problemlösungen" für den Alltag - welche man sich auch als Komplex von Handlungs- und Beziehungsmustern vorstellen kann. Institutionen können ihr Abbild in Organisationen finden, sind aber davon deutlich zu unterscheiden. "Organisation" wird definiert als ein für bestimmte Zwecke eingerichtetes soziales Gebilde mit einem formell vorgegebenen Ziel, mit formell geregelter Mitgliedschaft und einer Verfassung (institutionellen Regeln).
Die heutige Soziologie vermeidet es daher, Sachverhalte wie "Gesellschaft", "Familie" oder "Ehe" als Institution zu bezeichnen, da sie sowohl Aspekte der Institution als auch der Organisation umfassen. Die "Institution der Ehe" ist somit streng genommen eine Organisation, deren Mitglieder die jeweilige Ehefrau und der jeweilige Ehemann sind.
Beispiele sind jegliche Regeln & Normen, Verfassung, Kartellrecht, Strafrecht, Verträge (allgemein), StVO, DIN-/ISO Norm, Unternehmensleitsätze, Landessprache, Benimmregeln, Sitten & Bräuche In der Neuen Institutionenökonomie wird dieser soziologische Begriff für die Erklärung der Bildung von Unternehmen und Unternehmensgrenzen verwendet.






