Inertialsystem
(von lateinisch inert = untätig, träge)
In der Physik ist ein Inertialsystem ein solches Bezugssystem, in dem sich ein Beobachter ohne Einfluss von Kräften bewegt. Für ein solches System lässt sich durch Koordinatentransformation immer ein Bezugssystem finden, in dem sich der Beobachter überhaupt nicht bewegt.
In Inertialsystemen gilt das erste Newtonsche Axiom, das heißt, dass jeder Körper, auf den keine Kraft wirkt, in geradlinig gleichförmiger Bewegung oder im Ruhezustand verharrt.
Es ist durchaus möglich, dass zwei Systeme, die sich relativ zu einander bewegen, Inertialsysteme sind. Sobald allerdings eines der Bezugssysteme eine Rotation oder eine beschleunigte Translationsbewegung ausführt, treten so genannte Scheinkräfte, wie die Zentrifugal- oder Corioliskraft, auf.
Um die Beziehungen zwischen zwei Bezugssystemen zu berechnen nutzt man die Galilei-Transformation, die allerdings nur unter der Voraussetzung einer absoluten Zeit gilt. Berücksichtigt man die spezielle Relativitätstheorie, muss an ihrer Stelle die Lorentz-Transformation durchgeführt werden.






