Hornburg

Die Hauptwirtschaftszweige sind der Tourismus, die Landwirtschaft und die papierverarbeitende Industrie. Hornburg ist die Geburtsstadt des zweiten deutschen Papstes Klemens II (1046-1047) und besitzt eine historische Altstadt.
Hornburg, das am Fluss Ilse liegt, ist eine Fachwerkstadt und staatlich anerkannter Erholungsort. Das mehr als tausendjährige Rothenburg des Nordens gilt als eine der schönsten Kleinstädte Norddeutschlands, ein Ruf, den sich der Ort jetzt allerdings gern mit seiner nur zehn Kilometer entfernten, im Landkreis Halberstadt gelegenen Partnerstadt Osterwieck teilt.
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2 Fachwerk 3 Sehenswertes / Wissenswertes 4 Weblinks |
Geschichte

Seine Blütezeit erlebte Hornburg im 16. Jahrhundert, als es durch Hopfenanbau zu beträchtlichem Wohlstand kam. Diese für das Brauwesen wichtige Pflanze gedieh hier durch die günstigen klimatischen Bedingungen - wenig Regen und viel Sonnenschein - besonders gut. Hornburg war im Mittelalter von einer Mauer umgeben, durch die fünf Tore führten. Das Dammtor von 1552 (Bild) zeugt noch heute davon; an ihm ist Hornburgs Wappen mit Adam und Eva angebracht. Wer immer in der Sicherheit von Stadtmauer leben wollte, musste den Erwerb eines Grundstücks nachweisen, ein Bürgergeld von 4 Talern zahlen und einen ledernen Löscheimer besitzen.
Fachwerk
Dieser großen Ära verdankt Hornburg seine reich verzierten Renaissance-Fachwerkhäuser mit den überkragenden Stockwerken und Schmuckbalken, die mit ausgemalten Fächerrosetten, Fächerfriesen und Spruchbändern reich verziert sind. Hier gibt es bauliche Beziehungen zu Halberstadt und Einbeck. Das wohl schönste Fachwerkhaus der Altstadt, in dem heute das Schuhhaus Apelroth untergebracht ist, liegt am Marktplatz; es wurde 1609 als Ratsapotheke erbaut. Die Neue Straße mit ihren niedrigen Haustüren lässt ahnen, wie klein die Menschen früher waren. man sollte sich jedoch nicht täuschen: ein Grund hierfür war die Erhöhung des Straßenniveaus zur Verhinderung von Überflutungsschäden. Durch die Hagenstraße fließt der Fluss Ilse; die hier 1604 erbaute Hagenmühle ist die einzige erhaltene Wassermühle im Landkreis Wolfenbüttel.

Ein schlimmer Verlust für die Fachwerkstadt Hornburg entstand, als 1972 durch Brandstiftung eines der schönsten und größten Fachwerkhäuser, das Neidhammelhaus, vernichtet wurde. Die wertvolle Schmuckfassade war stehengeblieben, musste aber wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. Dies bedeutete einen empfindlichen Einschnitt in das städtebauliche Gefüge des Stadt- und Straßenbildes an der Wasserstraße in der Nachbarschaft zur Kirche. 1996 wurde die bis dahin eingelagerte, denkmalgeschützte Fassade vor einen Neubau gesetzt und konnte so an Ort und Stelle erhalten bleiben.Erbaut wurde das Neidhammelhaus 1563 von dem damaligen Stadtkämmerer Valentin Mitgau. Sein Familienwappen, ein von einem Pfeil durchbohrtes Herz, ziert einen der zehn Ständerbalken im ersten Stock. Nach den Ratsakten aus dem Jahre 1594 war "der Neidhammel" das höchst besteuerte Haus in Hornburg.
Beatae Mariae Virginis von 1616 gilt als eine der schönsten evangelischen Kirchen im nördlichen Harzvorland. Sie ist der erste protestantische Hallenkirchenbau im Bereich der Braunschweigischen Landeskirche, noch vor ihrer gleichnamigen Schwester in Wolfenbüttel. Die barocke Orgel zählt zu den bedeutendsten Norddeutschlands. Das Handwerksmuseum am Montelabbateplatz beherbergt Handwerksstuben und Bilder der Stadtgeschichte; ein Raum ist dem wohl bekanntesten Hornburger, Papst Klemens II., gewidmet. Das dem Museum angeschlossenen Biedermeierhaus unterhalb der Burgmauer beherbergt eine vollständig eingerichtete Kleinbürgerwohnung aud der Zeit um 1900.
Über den Dächern der Stadt sieht man das Wahrzeichen Hornburgs, die Burg: ockergelb gestrichen und über einen steilen Weg mit der Innenstadt verbunden.
Wer etwas darüber erfahren möchte, der muss sich allerdings außerhalb der Mauern informieren, denn hier heißt es "Betreten verboten". Nach ihrer Zerstörung 1645 lag das Gelände bis 1922 brach, erst dann wurde es von Georg Lüdecke nach einem Stich von Merian teilweise auf den Grundmauern rekonstruiert. Nach den Plänen des Architekten Bodo Ebhard entstand ein Gebäude, das außen wie eine mittelalterliche Burg, innen aber wie eine feudale Villa anmutet. 100 der 800 Quadratmeter Wohnfläche nehmen Treppenaufgänge ein.
Neben der Stadt Hornburg im Landkreis Wolfenbüttel existiert noch der Ort Hornburg bei Eisleben.Sehenswertes / Wissenswertes






