Hofbieber
Das Dorf Hofbieber liegt etwa 15 km östlich von Fulda in der Rhön und ist der Hauptort der gleichnamigen Großgemeinde Hofbieber.
Die erste urkundliche Nachricht über eine "villa Bibarahu" stammt dem 9. Jahrhundert, laut derer ein gewisser Egilmar (+ 850) und ein gewisser Meginolt (+ 864) dem Kloster Fulda, das zu dieser Zeit unter Leitung des bekannten Abtes Rhabanus Maurus stand, am 10. September 825 ein Rodungsgebiet schenkten. Allerdings befindet sich das angegebene Gebiet heute eigentlich nicht exakt an der Stelle des Ortes Hofbieber, sondern eher an der des Ortes Niederbieber oder Langenbieber, sodass einer der beiden letzteren Orte als der älteste Ort der Gemeinde Hofbieber angesehen werden kann, Hofbieber selbst aber als jünger gelten muss. Lange galt übrigens in Forschung der Ort Niederbieber unumstritten als der 'Urort', doch spätestens seit dem Jahr 2003 ringen auch Hofbieber umd Langenbieber um die Krone mit - allerdings scheint sie für Hofbieber am wenigsten erringbar zu sein, wofür folgende Gründe sprechen:
Einen tatsächlichen Nachweis für den Ort unter der Bezeichnung Hofbieber liefern die Urkunden der Familie von Eberstein, die wohl lange im Besitz dieses Gebietes war. Dabei scheint die erste urkundliche Erwähnung vom 11. November 1300 zu stammen, wo der Name Hovebibera genannt wird. Ein weiterer Hinweis stammt vom Ende des 14. Jahrhunderts (1388), Apel von Eberstein soll den "hoff tzu Bibra under Bibersteyn gelegen" besessen haben. Eine weitere urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1404, wo von "gute die gelegen sin zu hoffbybra" die Rede ist.
Das Gericht wurde unter freiem Himmel "uff dem berge byneben dem dorff" abgehalten. Noch heute erinnert der Flurname Die Zehnt (abgeleitet von Cent oder Zent) an die Stelle dieses Ortes. Hier soll ein steinerner Tisch umgeben von Steinbänken gestanden haben. Zwölf Schöffen, die anfänglich gewählt, später vom Abt von Fulda eingesetzt wurden, saßen hier unter Vorsitz des Zentgrafen zu Gericht über die Angeklagten aus der dörflichen Bevölkerung. Den Schöffen alleine war es vorbehalten die Urteile zu fällen, allerdings mussten sie vor der Vollstreckung noch durch das Oberamt Bieberstein bestätigt werden.
Erstaunlich ist, dass es für das Zentgericht zu Hofbieber mindestens zwei, vielleicht sogar drei Galgenberge mit dazugehörigem Galgenacker gab. Der eine befindet sich ganz in der Nähe des Gerichtsortes auf einer gegenüberliegenden Anhöhe (heute Georgshöhe). Der zweite befand sich auf der anderen Seite des Ortes, ebenfalls auf einer Anhöhe (heute Hofberg). Ein dritter Ort für einen Galgen wird in der Nähe der Ortschaft Rödergrund in einem Wald angesiedelt (heute Schwarzes Kreuz).
Der Zentgraf, oder auch Oberamtmann, war der Vertreter des Fuldaer Abtes, der als Inhaber des Amtes Bieberstein und als Fürstabt auch die weltliche Gerichtsbarkeit innehatte. Ursprünglich hatte der Zentgraf seinen Wohnsitz direkt im Ort Hofbieber (Es wird vermutet, dass das entsprechende Anwesen sich ungefähr an der Stelle des heutigen TeGut-Einkaufsmarktes, also im Zentrum des Ortes, befunden hat.), seit 1665 wohnte er dann auf Schloss Bieberstein.
Obwohl dies natürlich den Unmut der Wirte der umliegenden Dörfer hervorrief und es immer wieder zu Brüchen und Streitereien kam, wurde dieses Vorrecht immer wieder bestätigt, so z.B. im Jahre 1703.
Die Wirtschaft des Ortes Hofbieber lag direkt neben dem Pfarrhaus am Platz des Dorfgerichtes (heute Lindenplatz). Mit der heutigen Gaststätte Sondergeld befindet sich noch immer ein Wirtshaus an dieser Stelle. Die ursprünglichen, noch z.T. erhaltenen Fundamente des Gebäudes reichen möglicherweise sogar bis ins Mittelalter zurück.
Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Nachricht aus dem Jahr 1842 aus einer Chronik zu Hofbieber. Hierin berichtet der damalige Pfarrer Schmitt folgendes: "Der Sommer war sehr trocken, doch einzelne Gewitter bewirkten in der hiesigen Gegend, dass die Fruchternte sehr gut in Körner und Qualität wurden, Heu und Stroh fehlten. Die Ernte kam sehr früh heim. Der Weinstock liefert gleichfalls nur sehr gute Qualität, aber geringe Quantität." (zitiert nach: Kronik aus Hofbieber anfangend mit 1788, aufgezeichnet von Pfarrer Joseph Anton Schmitt, übersetzt und bebildert von A. Spors, in: Hofbieber 1093 - 2003, S. 89.) - Es ist kaum vorstellbar, aber in Hofbieber konnte man einst Weintrauben ernten.
Die Gemeinde Hofbieber ist seit Jahrhunderten durch die Landwirtschaft geprägt. Allerdings hat heute die Funktion als landwirtschaftlicher Produktions- und Lebensraum weitgehend an Bedeutung verloren. Nur noch wenige Landwirte betreiben die Landwirtschaft als Vollerwerb, sondern viele sind lediglich als so genannte Feierabendlandwirte tätig.
Die dörfliche Kultur stellt sich mittlerweile weniger in echtem gelebten Brauchtum dar, sondern wird vor allem durch die Aktivitäten zahlreicher Vereine (Musik-, Gesangs-, Sport- und Karnevalsvereine, Wander- und Theatergruppen und Feuerwehren) repräsentiert. Auch das Bild vieler der Dörfer ist inzwischen weniger durch alte Fachwerkhäuser charakterisiert, da diese sehr oft abgerissen wurden, wie man z.B. am Hauptort Hofbieber ersehen kann.
Die Gemeinde Hofbieber zählt nach der Finanzkraft gemessen zu den ärmsten des Landkreises Fulda und bemüht sich auch aus diesem Grund sich als Ferienregion zu etablieren. So ist Hofbieber mittlerweile ein anerkannter Luftkurort und die Orte Langenbieber und Schwarzbach sind als Erholungsorte ausgewiesen.
Das Wappen hat folgende Bedeutung:
Eine in der Nähe der Ortschaft Schackau gefundene Klinge aus bräunlich-schwarzem Hornstein und weitere Funde aus der Nähe der Umgebung von Kleinsassen und Oberbernhards sind jedoch eindeutig in die europäische Mittelsteinzeit einordbar und weisen nach, dass das Gebiet der heutigen Gemeinde Hofbieber schon früh als Jagdgebiet genutzt wurde.
Für die Jungsteinzeit (also etwa für das 6. Jahrtausend v. Chr), die durch den Übergang zum Ackerbau und zur Viehzucht und somit zur Sesshaftigkeit charakterisiert ist, sind für das Biebertal nur wenige Einzelfunde zu vermelden. So fand man beispielsweise 2 Hammeräxte (eine in der Nähe der Ortschaft Danzwiesen, eine andere beim Delzenhof) oder ein Steinbeil mit geschliffener Schneide (Fundort in der Nähe des ehemaligen Bahnhofs Milseburg).
Nachdem die Alemannen von den Franken unter König Chlodwig um das Jahr 500 besiegt worden waren, wurde das Gebiet fränkisch. Die Gegend um Hofbieber wurde zunächst merowingisches Königsgut, wurde jedoch durch die oben erwähnte Schenkung an das Kloster Fulda unter den Karolingern im 9. Jahrhundert Klostergut. Die Bewohner des Biebertales mussten somit dem Kloster Abgaben leisten. Aus einer Aufzeichnung des Fuldaer Mönches Eberhard geht dazu folgendes hervor: "[...] in Biberaha Lidi [= zwischen Freien und Hörigen anzusiedelnde Gruppe] 6, Slavi [= Slaven, die damals nicht selten in dieser Gegend anzutreffen waren]] 36, Servitores [ = Unfreie / Hörige ] 37, Tributarii [ = Zinser/Zinsleute/Abgabepflichtige] 12, qui unam victiman solvunt. [...]" Später gehörte die Gegend als Lehen dem Besitz der Familie von Eberstein an. Dies ist etwa aus einer Urkunde des Jahres 1458 erkenntlich, laut derer Abt Reinhard von Fulda Hermann und Philipp von Eberstein "den hoff und die mule zcu Langenbibra, [...] yren teil der fronwiesen zcu Nidernbibra, item ein burggut zcu Bibersteyn mit siner Zcugehörung [...]" der Familie Eberstein verlieh.
Insgesamt kann man festhalten, dass sich die Bewohner des heutigen Gebietes der Gemeinde Hofbieber im Mittelalter und bis in die Frühe Neuzeit hinein, ins damals typische Feudalsystem eingliedert mussten. Dies bedeutete für die Menschen ein bäuerliches Leben mit Abgaben und Frondiensten für die adeligen Grundherren. Somit brachte die Burg Bieberstein oberhalb ihrer Ortschaften viel Negatives für die Bevölkerung mit sich, denn vor allem hier mussten sie ihre Arbeiten verrichten und hierher mussten sie ihre Abgaben liefern.
Wie das gesamte Hochstift Fulda, ja Europa überhaupt, wütete seit dem Ende des 14. Jahrhunderts im Gebiet der Gemeinde Hofbieber mehrfach die Pest. Wie auch in anderen Gegenden führte dies neben einem deutlich spürbaren Rückgang der Bevölkerung auch mehrfach zu Wirtschaftskrisen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts, zu Beginn des 16. Jahrhunderts erholte sich das Land jedoch langsam davon. In der Gemeinde Hofbieber ist dies unter anderem auch daran zu erkennen, dass man sich neuen Vorhaben widmete. So wurde etwa um 1500 in Hofbieber eine neue Kirche, im Dorf Allmus eine neue Kapelle gebaut. Auch die Bevölkerung nahm deutlich zu, wie beispielsweise anhand einer Liste des Jahres 1605 zur Erhebung der Türkensteuer im Fuldaer Hochstift ersichtlich ist.
Leid und erneuten Bevölkerungsrückgang brachte dann wieder der Dreißigjährige Krieg für die Gegend. Wie in vielen Teilen Deutschlands kam es auch hier durch Zerstörungen und Plünderungen durch vorbeiziehende Söldnerheere. Zwar kam es in der Region zu keinen völligen Zerstörungen ganzer Ortschaften, wie dies aus anderen Regionen bekannt ist, allerdings wurden oft einzelne Höfe nieder gebrannt. Aufgrund von Ernteschäden kam es nicht selten zu Hungerskatastrophen, sodass die Bevölkerungszahl rasch abnahm. Es ist urkundlich überliefert, dass am Ende des Dreißigjährigen Krieges von ehemals 62 Bauernhöfen, die zum Amt Bieberstein zählten, im Jahre 1649 nur noch 15 in Betrieb waren.
Nur langsam erholte sich die dörfliche Bevölkerung von dieser Zeit.
Diese Phase bringt für die Bewohner des Landes viel Unglück, wie aus einer "Kronik aus Hofbieber anfangend mit 1788" vom Hofbieberer Pfarrer Joseph Anton Schmitt für diesen Zeitraum hervorgeht: "In diesem und den folgenden Jahren geht es dem Fuldaer Länchen nicht gut. Das Mobiliar in den Schlössern wird veräußert, die Kanonen zu Bieberstein kommen weg, Gebäude und Grundstücke werden verkauft [...]. Die Leute müssen viele Einquartierungen des durchziehenden Militärs aushalten, besondere Kriegssteuer zahlen, Kriegsfuhren tun, Pferderationen in Heu, Stroh und Hafer liefern. Viele verarmten und die Kinder müssen als Soldaten ins Feld gegen Preußen und Russland. [...]". (zitiert nach: Kronik aus Hofbieber anfangend mit 1788, aufgezeichnet von Pfarrer Joseph Anton Schmitt, übersetzt und bebildert von A. Spors, in: Hofbieber 1093 - 2003, S. 75.) Allerdings gibt es auch Gutes zu vermelden: Im Jahre 1808 hebt Napoleon die Leibeigenschaft auf, sodass auch im Gebiet der Gemeinde Hofbieber zahlreiche Bauern von ihrem Frondienst und den Abgaben befreit sind und nun ihre Höfe auch ihr Eigentum nennen dürfen.
Die Völkerschlacht bei Leipzig bringt für die Gemeinde Hofbieber zunächst nicht nur die Befreiung von Napoleon. Denn nachdem er bei Leipzig vom 16. - 19. Oktober 1813 seine Niederlage hinnehmen musste, zieht er sich mit seiner Armee zurück. Vom 27. bis 29. Oktober zieht er dabei durch Fulda und auch das Gebiet der Gemeinde, genauer der Ort Traisbach, wird dabei von einer Soldatengruppe passiert. Das solche Durchzüge nicht gefahrlos waren, zeigt das Beispiel des Dorfes Buttlar, welches niedergebrannt wurde, um die Verfolger im Fortkommen zu hindern. Dass dies Napoleon wenig nützte zeigt die Tatsache, dass der österreichische Kaiser Franz I bereits am 31. Oktober Fulda erreichten. Ein Mitbringsel der Völkerschlacht und der Verfolgung Napoleons durch Deutschland ist das Ausbreiten einer Seuche, einer Art Nervenfieber, wie Pfarrer Schmitt es nennt. Viele sterben an ihr. Wie wichtig für diese Gegend zunächst der Sieg über Napoleon war, zeigt sich auch daran, dass man jährlich am 18. Oktober zur Erinnerung ein feierliches Hochamt und Te Deum in den Kirchen abhalten sollte. (Allerdings geschah dies laut Angaben von Pfarrer Schmidt nur 7 Jahre lang.)
Im Zusammenhang mit dem Wiener Kongress und der Gründung des Deutschen Bundes 1814/1815 fiel das Gebiet der Gemeinde Hofbieber gemeinsam mit dem Großherzogtum Fulda an Preußen. Allerdings tauscht es Preußen bereits ein Jahr später mit Kurhessen gegen dessen Gebiete am Rhein.
Für die Bewohner der Gemeinde ändert sich jedoch trotz all dieser politischen Veränderungen der Alltag nicht. Ihr Interesse gilt nach wie vor der Ernte und die ist beispielsweise im Jahre 1816 schlecht, da es zu viel geregnet hatte. Letztendlich führt dies zu Hunger und Elend. War in diesem Jahr das Korn und die Kartoffeln zu teuer, so leiden die Bauern in den darauf folgenden Jahren wiederum unter zu niedrigen Preisen. Infrastrukturmäßig wird in den dreißiger Jahren viel für die Gegend getan, doch Stöhnen und Jammern die Menschen unter der zusätzlichen Wegebauarbeit sehr.
Durch die Bulle Provida solersque (1821) von Papst Pius VII und die Bulle Ad Dominici gregis custodiam´(1827) von Papst Leo XII wurden die Diözen neu eingeteilt. Das Bistum Fulda, welches 1829 gegründet wurde, war für das kurhessische Gebiet und damit auch für das Gebiet der heutigen Gemeinde Hofbieber zuständig.
Seit 1834 wanderten auch Menschen aus der Gegend um Hofbieber nach Nordamerika aus, um aus den ärmlichen Verhältnissen des Rhöner Landlebens entfliehen zu können. Allerdings hält auch in der Rhön der Fortschritt langsam Einzug, so wurden z.B. seit Ende der dreißiger Jahre Wasserkanäle durch den Ort gezogen oder Langenbieber erhält im Jahre 1843 eine eigene Schule. Dennoch ist die Mitte des Jahrhunderts für die Bewohner des Biebertals vor allem durch Hunger und Not, ja für manchen sogar durch einen Kampf ums Überleben geprägt. Pfarrer Schmitt berichtet: "Ich mahnte meine Pfarrkinder zum Barmherzigkeit und Freigebigkeit zur Hülfe in der Noth, und der liebe Gott stärkte meinen Willen, dass ich mit gutem Beispiel voranging: Von meinen seligen Eltern daran gewöhnt, keinen Armen fortzuschicken, tat ich es auch nicht. Der Andrang der Hungernden war groß und erreichte oft am Tag die Zahl von 300, manchmal darüber." (ebd. S. 93)
Auch von den durch die 48er Revolution ausgelösten Wirren blieb das Gemeindegebiet nicht ganz verschont. Vor allem in der Phase nach dem gescheiterten Kampf um Einheit und Freiheit, als die Landesherren darum bemüht waren wieder Ruhe und Ordnung in ihren Gebieten herzustellen, liet die Gemeinde unter Einquartierungen großer Mengen an Soldaten. Laut Pfarrer Schmitt sollen es zeitweise fast 2000 Mann gewesen sein, "die die Leute belästigten".
Historisches zu Hofbieber
Urkundlicher Nachweis des Ortes
Die Herleitung des Namens des Ortes ist umstritten. Zwei Varianten erweisen sich dabei als am wahrscheintlichsten: "hoffe under bibersteyn" oder der "Hof an der Biber". Somit würde sich der Name Hofbieber laut erster Variante von der Burg Bieberstein oberhalb des Ortes ableiten, laut der zweiten nach dem etwa in 2 km Entfernung vorbeifließenden Flüsschen Bieber. Sicher ist jedoch, dass der Name 'Hofbieber' seit dem frühen 14. Jahrhundert, 1300 oder 1303 - je nach Lesart -, Verwendung findet.
Wann dann eine Umbenennung der Orte Obirenbiberaha in Hofbieber und Biberaha in Langenbieber erfolgte und warum dies geschah, muss derzeit noch offen bleiben.
(Dennoch bleibt festzuhalten, dass das Problem weiterhin ungeklärt ist!)Gerichte in alter Zeit in Hofbieber
Das Dorfgericht
Das Dorfgericht, die so genannte niedere Gerichtsbarkeit, wurde in Hofbieber unter der Dorflinde abgehalten. Noch heute befindet sich hier eine imposante Linde im Zentrum des Ortes, dem Lindenplatz, in der Nähe der Kirche, des Pfarrhauses und eines alten Wirtshauses. Allerdings stammt diese aus dem Jahre 1913 und wurde von Schülern der Dorfschule unter Leitung des Lehrers Franz Xaver Beck anlässlich des 100jährigen Gedenkens an die Völkerschlacht bei Leipzig gepflanzt.Das Zentgericht
Hofbieber hatte Jahrhunderte lang als Sitz des Zentgerichtes des zu Fulda gehörenden Amtes Bieberstein eine wichtige Stellung für die gesamte Region inne. Dem Zentgericht oblag die so genannte hohe Gerichtsbarkeit, also die Rechtssprechung im Falle von schwereren Vergehen. Damit wurde hier der so genannte Blutbann ausgesprochen.Ein bekannter Zentgraf aus Hofbieber
Einen schaurigen Bekanntheitsgrad erlangte der Hofbieberer Zentgraf Balthasar Nuss, der ab 1592 Zentgraf von Hofbieber war. Als gleichsam rechte Hand des Fuldaer Abtes Balthasar von Dernbach folgte er jenem 1603 nach Fulda, um hier die Stelle des Zentgrafen einzunehmen. Balthasar von Dernbach übertrug ihm darüber hinaus die Durchführung der Hexenprozesse im gesamten Hochstift. 3 Jahre lang wütete er nun auf grauenvollste Art und Weise und schaffte es in diesem kurzen Zeitraum ungefähr 300 angebliche Hexen und Hexenmeister foltern und anschließend hinrichten zu lassen. Dass er auch während dieser Zeit noch Verbindung zu Hofbieber gehalten hat, kann daran erkannt werden, dass er hier 2 Hintersiedlergüter und einige Äcker und Wiesen besessen hat. Dies ist anhand von Prozessakten erkennbar, die aus dem Prozess gegen ihn wegen Bereicherung im Zusammenhang mit den Hexenprozessen stammen.Das Vorrecht des Weinschankes
In der Frühen Neuzeit hatte der Wirt zu Hofbieber als Hauptortes des Zentgerichtes auch die Konzession des alleinigen Weinschankes im ganzen Amtsbezirk inne. Dieses Vorrecht war ihm durch den Landesherrn, also den Abt von Fulda, erteilt worden. Es beinhaltete das ausschließliche Recht bei bestimmten Festlichkeiten, z.B. Kirmes, Hochzeiten, "Tauf-,Wein- und Kauf-Zechen", Wein auszuschenken. Die Großgemeinde Hofbieber
Entstehung
Die Großgemeinde Hofbieber entstand im Jahre 1972 aus den vorher selbstständigen Gemeinden Allmus, Danzwiesen, Elters und Steens, Hofbieber, Kleinsassen und Schackau, Langenberg, Langenbieber, Mahlerts, Niederbieber, Obergruben, Obernüst, Rödergrund/Egelmes, Schwarzbach, Traisbach, Wiesen und Wittges.Umfang, Einwohnerzahl und Charakter der Region
Das Gebiet der Gemeinde umfasst eine Fläche von etwa 90 km². Annähernd 6300 Einwohner leben hier. Das Wappen
Im Jahre 1973 schuf sich die Großgemeinde ein eigenes Wappen. Es zeigt eine Buche auf weißem Grund mit 16 Blättern, einem abgebrochenen Ast auf der rechten Seite und rechts neben dem Baum ein schwarzes Kreuz.Sehenswürdigkeiten der Region
Geschichte
Steinzeit
Für eine Besiedlung der Gegend in der Altsteinzeit gibt es nur ganz spärliche Hinweise. In der Schotterhochterrasse bei Großenbach, das ca. 12 km von Niederbieber entfernt liegt, wurden zahlreiche Quarz- bzw. Tertiarquarzite gefunden, die eindeutig von Menschenhand behauen sind und auf ca. 1 Millionen Jahre datiert werden. Damit gehören sie in die Zeit der Altsteinzeit oder frühen Mittelsteinzeit, als die Menschen noch als Jäger und Sammler lebten, also noch nicht sesshaft waren.Bronzezeit
Aus der so genannten Hügelgräberbronzezeit (in unserem Bereich entspricht das der mittleren Bronzezeit, also ca. 1600 - 1250 v. Chr.) sind in den Wäldern der Gemeinde einige aus Erde und Stein aufgebaute Grabrundbauten zu finden:
Für die so genannte Urnenfelderzeit oder späte Bronzezeit (1250 - 750 v. Chr.) gibt es aus dem Bereich der Gemeinde Hofbieber lediglich eine am Fuße der Milseburg gefundene Lanzenspitze.Eisenzeit
Neben zahlreichen Kleinfunden aus dieser Epoche kann hier vor allem auf die Ringwallanlage auf der Milseburg (Oppidum Milseburg)) verwiesen werden. Hier scheint eine kontinuierliche Besiedlung bis ins 1. Jahrhundert v. Chr nachgewiesen zu sein.Vom Mittelalter bis 1802/1803
Wie anhand des alten Namens Biberaha abzulesen ist, gaben die Alemannen dem Fluss und letztendlich der Gegend ihren Namen. aha wurde bei ihnen oft zur Kennzeichnung eines Flusses verwandt. Möglicherweise wurde diese Gegend vor den Alemannen von dem ebenfalls germanischen Stamm der Hermunduren, von denen der römische Schriftsteller Tacitus in seinen Annalen Lib. XIII. berichtet, bewohnt.Die Gemeinde Hofbieber im 19. Jahrhundert
Im Zuge der allgemeinen Säkularisation 1802/1803 endete auch die Geschichte des Fürstentums Fulda. Das Gebiet fiel zunächst an den Oranier Wilhelm V., der es seinem Sohn Wilhelm Friedrich I. überließ. Da sich Friedrich Wilhelm 1806 jedoch dem neugegründeten Rheinbund unter dem Protektorat Napoleons nicht anschließen wollte, stellt man das ehemalige geistliche Fürstentum Fulda und mit ihm Hofbieber und die umliegenden Orte unter französische Verwaltung. Die Zeit der Weltkriege
Literaturhinweise:
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